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Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 37

Brad Pickett hat gut lachen: der populäre Brite könnte demnächst um einen UFC-Titel antreten (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Zum ersten von insgesamt bis zu sechs Mal in diesem Jahr war die UFC am Samstag in Europa zu Gast, genauer gesagt an der Themse in der o2 Arena, im Schatten der Londoner Bankentürme.

Die Bilanz der Briten fiel an diesem Abend mit zwei Siegen und vier Niederlagen nicht allzu gut aus, dafür haben sich andere Kämpfer hervorgetan, die sich in den nächsten Monaten großen Aufgaben gegenübersehen könnten. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Alexander Gustafsson
Der Kampf gegen Jimi Manuwa war ein nicht unerhebliches Risiko für Alexander Gustafsson. Der schwedische Star will unbedingt seinen Rückkampf gegen Halbschwergewichtschampion Jon Jones, der ihn im vergangenen September knapp nach Punkten schlagen konnte; dazu brauchte er in London jedoch einen Sieg, der keine Fragen offen lässt. Wie gut Jimi Manuwa tatsächlich war, konnte dabei niemand mit Sicherheit sagen, von seinen bisherigen Gegnern jedenfalls hatte es niemand aus der zweiten Runde herausgeschafft.

Wie sich am Samstag herausgestellt hat, hat sich das Risiko definitiv gelohnt. Zwar war der „Mauler“ ohnehin als haushoher Favorit in das Duell gegangen, den gefürchteten Standspezialisten dann aber mit einem harten Kniestoß und Folgeschlägen nach knapp sechs Minuten in dessen eigener Disziplin zu besiegen – viel besser hätte der Kampf aus Sicht des Schweden nicht verlaufen können. Die Wartezeit auf seinen nächsten Titelkampf wird der „Mauler“ dank den insgesamt 100.000 Dollar an Bonuszahlungen problemlos überstehen können, als nächstes darf er sich zurücklehnen und das Ergebnis des Titelkampfes zwischen Jones und Glover Teixeira abwarten, die im April bei UFC 172 aufeinandertreffen werden.

Brad Pickett
Brad Pickett hat schon mal beeindruckender und spektakulärer gewonnen als gegen UFC-Neuling Neil Seery. Der laut den Buchmachern hoffnungslos unterlegene bisherige Cage Warriors-Champion konnte harte Treffer ins Ziel bringen, verlor aber im Laufe der drei Runden dank einiger Pickett-Takedowns allmählich die Gunst der Punktrichter. Für den ersten Kampf in einer neuen Gewichtsklasse wünscht man sich immer ein imposantes Statement, das Pickett am Samstag nicht liefern konnte, und trotzdem hat der Brite mit dem einstimmigen Punktsieg sein Fliegengewichtsdebüt erfolgreich hinter sich gebracht. Nach dem Kampf forderte er einen Titelkampf gegen Demetrious Johnson; Dana White schien der Idee nicht wirklich abgeneigt zu sein. Reicht seine Leistung, um als nächstes um Gold kämpfen zu dürfen?

Pickett hat in der UFC bisher vier Mal gewonnen und drei Mal verloren, ist aber dank seines höchst unterhaltsamen Kampfstils und seiner Beliebtheit bei den Fans nie allzu weit von einem Titelkampf entfernt. Mit einem Sieg gegen Johnson aus dem Jahr 2010 kann „One Punch“ darüber hinaus ein weiteres Argument vorweisen, warum er in der neuen Gewichtsklasse seine Chance verdient. Ob Pickett nach seinem Sieg am Wochenende tatsächlich direkt um den Titel kämpfen darf, ist trotzdem fraglich – dazu ist die Erinnerung an die Abreibung noch zu frisch, die Michael McDonald ihm in seinem vorherigen Kampf verpasst hat. Ein weiterer Sieg gegen jemanden wie Ali Bagautinov oder in einem beinahe garantierten Action-Feuerwerk gegen John Dodson jedoch könnte seine Ansprüche konkretisieren – auf den Europa-Events im weiteren Verlauf des Jahres ist noch reichlich Platz für einen hochkarätigen Hauptkampf.

Ilir Latifi
Ilir Latifis UFC-Debüt kam in kürzester Zeit zustande, bis er im Octagon letztendlich durchstarten konnte, sollte es aber beinahe ein Jahr dauern. Als er im April 2013 gegen Gegard Mousasi in den Käfig stieg, schien der Ausgang dieses Kampfes jedem klar zu sein, der Schwede mit albanischen Wurzeln zeigte während seiner Punktniederlage aber genug, um für seinen ersten „richtigen“ UFC-Kampf gewisse Erwartungen zu schüren.

Hat er die gegen Cyrille Diabaté erfüllen können? Schwer zu sagen, denn während des kurzen Duells hat keiner der beiden einen einzigen sauberen Treffer gelandet. Andererseits ist ein schneller Sieg, ohne das kleinste bisschen Schaden zu nehmen, eigentlich die perfekte Leistung schlechthin. Die Art und Weise, auf die Latifi den weitaus größeren Diabaté durch schiere Kraft in den finalen Würger befördert hat, ist jedenfalls beeindruckend. Die Fakten aus Latifis bisheriger UFC-Karriere zeigen, dass er mit wenigen Tagen Vorbereitung einen Drei-Runder gegen einen hochkarätigen Kämpfer überstehen konnte und mit einem vollen Camp einen soliden Gegner mühelos abgefertigt hat. Der erhoffte Durchbruch war das noch nicht, für den könnte in ein paar Monaten ein Kampf gegen den Sieger des Duells zwischen Fabio Maldonado und Gian Villante sorgen, die bei der UFC Fight Night 38 am 23. März aufeinandertreffen werden. Alternativ würde sich auch Ryan Jimmo anbieten, falls er am 16. April an UFC-Neuling Sean O’Connell vorbeikommt.