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Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 34

Tarec Saffiedine und Hyun Gyu Lim haben den ersten Event der UFC in Singapur angeführt.

Das erste Wochenende im neuen Jahr ist vorüber und mit ihm das Debüt der UFC im südostasiatischen Stadtstaat Singapur.

Die Show lieferte im Großen und Ganzen das, was sie versprach: meist ansehnliche Kämpfe zwischen weitestgehend unbekannten Neulingen, aber außerdem beispielsweise auch das erfolgreiche Debüt des letzten Strikeforce-Weltergewichtschampions, Tarec Saffiedine. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Tarec Saffiedine und Hyun Gyu Lim liefern sich eine Schlacht
Als die 34. UFC Fight Night im vergangenen Jahr angekündigt wurde, standen drei Kämpfer auf dem Programm, die bisher im Octagon ansehnlichen Erfolg hatten: Max Holloway, Hacran Dias und Jake Ellenberger. Nachdem Dias und Ellenberger verletzt ausfielen und Holloway für das Vorprogramm angesetzt war, lag es an Tarec Saffiedine und Hyun Gyu Lim, für einen erinnerungswürdigen Hauptkampf zu sorgen. Die beiden enttäuschten nicht – obwohl Saffiedine Lim dank seiner technischen Überlegenheit im Stand mit jeder Minute mehr Schaden zufügte, verweigerte der Südkoreaner beharrlich, sich geschlagen zu geben. Und obwohl er nach der letzten Rundenpause kurz davor war, das Handtuch zu werfen, biss er die Zähne zusammen und klingelte Saffiedine 15 Sekunden vor Schluss sogar noch einmal an, was allerdings nicht die einstimmige Punktniederlage verhindern konnte.

Saffiedine hat mit diesem Sieg das Momentum seines Sieges über Nate Marquardt vor ziemlich genau einem Jahr wieder aufgenommen, das im Laufe des Jahres 2013 abgeklungen war, in dem der Belgier verletzungsbedingt nicht mehr kämpfen konnte.

Aber auch Lims Ansehen dürfte sich durch diesen Kampf ordentlich gesteigert haben. Nach zwei Kämpfen in der UFC schon im Hauptkampf zu stehen, ist selbstverständlich ein riesiger Sprung, und verständlicherweise haben die wenigsten an einen Sieg Lims geglaubt. Trotz der Niederlage ist das Ergebnis vom Wochenende nach einem Sieg allerdings der zweitbeste potentielle Ausgang für Lim, der sich durch seine beherzte Leistung und die Tatsache, dass er mit dem Favoriten über die Rungen gegangen ist, Respekt und einige neue Fans erarbeitet hat. Sein nächster Gegner dürfte wohl wieder jemand aus dem Mittelfeld der Gewichtsklasse sein, der ebenfalls kürzlich verloren hat. Court McGee wäre eine Alternative, die beiden Kämpfern die Möglichkeit gäbe, an frühere Erfolge anzuknüpfen, aber auch ein Duell mit Siyar Bahadurzada würde höchstwahrscheinlich Feuerwerke produzieren.

Für Saffiedine gibt es ebenfalls mehrere vielversprechende Möglichkeiten, was seinen nächsten Kampf angeht. Das eigentlich geplante Duell gegen Jake Ellenberger beispielsweise macht immer noch Sinn, andererseits aber auch Kämpfe gegen aufstrebende Jungspunde, mit einigem Hype hinter sich, sind attraktive Möglichkeiten, sich in der UFC einen Namen zu machen. Brandon Thatch würde für einen spannenden Kampf sorgen oder auch Gunnar Nelson, falls dieser seinen nächsten Kampf gewinnt. Eine weitere Möglichkeit wäre der Sieger des Kampfes zwischen Dong Hyun Kim und John Hathaway, die am 1. März gegeneinander antreten werden.

Max Holloway zeigt sein Potential
„Blessed“ Max Holloway stand am Samstag mit dem Rücken zur Wand. Nach einem mit zwei Punktniederlagen enttäuschenden Jahr 2013 brauchte der erst 22-Jährige in Singapur einen möglichst beeindruckenden Sieg, und mit einem wilden T.K.o. gegen Will Chope hat der Hawaiianer genau das erreicht. Bei UFC 160 im Mai musste er noch eine hauchdünne Punkentscheidung an Dennis Bermudez und im August eine weitaus deutlichere gegen den irischen Senkrechtstarter Conor McGregor abgeben. Auch gegen den mit 1,93 Metern für das Federgewicht riesigen Chope hatte Holloway anfangs einige Schwierigkeiten, passte sich aber vorbildlich an und nahm nach kurzer Zeit das Heft in die Hand. Nach den zwei Niederlagen 2013 hat er sich mit diesem Sieg zwar nicht zurück in seine Position von Ende 2012 zurückgearbeitet, als er auf aufeinanderfolgende Siege gegen Pat Schilling, Justin Lawrence und Leonard Garcia zurückblicken konnte. Die Rückschläge gegen Bermudez und McGregor scheinen für Holloway im Licht des Sieges am Wochenende aber eher Lektionen zum Lernen gewesen zu sein als ein Zeichen für fehlende Qualitäten. Mit ein bis zwei weiteren überzeugenden Siegen gegen Kämpfer vom Kaliber eines Thiago Tavares oder Rani Yahya könnte „Blessed“ sich wieder größere Namen aus der Top 15 der Federgewichtsklasse verdienen. Das kommende Jahr dürfte jedenfalls ein interessantes für den jungen Hawaiianer werden, den man in den kommenden Monaten im Auge behalten sollte.

Mairbek Taisumov mit solidem Debüt
„Der nächste Georges St. Pierre“, so hatte UFC-Veteran und Taisumov-Trainer Roger Huerta den Wahl-Österreicher angekündigt. Und obwohl „Beckan“ am Samstag zum ersten Mal in seiner 25 Kämpfe umfassenden Karriere einen Punktsieg anstelle eines Knock-outs oder einer Submission einfuhr, war die dominante Leistung gegen Tae Hyun Bang beeindruckend. Harte Kicks, spektakuläre Takedowns und solide Ausdauer machen Hoffnung auf eine spannende Zukunft innerhalb des Octagons, sofern Taisumov nach diesem "Aufwärmkampf" sein wahres Potential abrufen kann und beispielsweise seinen Killerinstinkt wiederentdeckt.

Zwar wird ihm die UFC als nächstes wohl keinen Top-Kämpfer vorsetzen, dank seiner Reputation als Geheimtipp einiger Szene-Insider dürfte „Beckan“ sich aber mit einigen Siegen im Mittelfeld der Gewichtsklasse recht zügig in eine gute Position vorarbeiten – vermarkten lässt sich jemand mit 19 vorzeitigen Siegen jedenfalls gut, wenn er erst einmal damit anfängt, auch im Octagon zu beeindrucken. Gegner vom Kaliber eines James Vick oder Yancy Medeiros sind fürs erste wohl am wahrscheinlichsten, möglicherweise auf einem der sechs angekündigten Europa-Events in diesem Jahr.