MMA

Aller guten Dinge sind drei - TUF: Nations Finale

Tim Kennedy konnte sich am Mittwoch entgegen aller Wettquoten gegen Michael Bisping durchsetzen.

Der Großteil der Kämpfe im kanadischen Quebec City ging am Mittwoch über die volle Distanz, trotzdem haben einige der 26 Sportler hervorgestochgolen – von Tim Kennedys überraschendem Sieg gegen Michael Bisping über die beiden „The Ultimate Fighter: Nations“-Sieger und Patrick Cotés Sieg gegen Kyle Noke bis hin zu den krachenden Knockouts von KJ Noons und Ryan Jimmo haben eine Menge Kämpfer durchaus überzeugen können.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Tim Kennedy
Monatelang hat Tim Kennedy versucht, seinen Kampf gegen Michael Bisping zu ergattern, und am Mittwoch hat sich die permanente Quengelei ausgezahlt. Fünf Runden lang konnte der ehemalige Scharfschütze seinen favorisierten britischen Gegner dank Kontrolle auf der Matte sowie harten Schlägen auf dem Boden und im Stand auspunkten und bekam nach 25 Minuten einen deutlichen Sieg zugesprochen. 

Nach einem unspektakulären Sieg gegen Roger Gracie und einem Knockout gegen Rafael Natal, den außerhalb der Hardcore-Fanszene kaum jemand kannte, ist der dominante Sieg gegen Michael Bisping Gold wert für Kennedy. Zwar konnte er den Briten nicht ausknocken oder zum Abklopfen bringen und auch die Fans wurden während der an wirklichen Höhepunkten armen 25 Minuten nicht von ihren Sitzen gerissen; am Ende des Tages wurde Kennedy am Mittwoch aber Teil eines ziemlich elitären Kämpferzirkels, der Bisping im Octagon schlagen konnte – außer ihm haben das bisher nur Rashad Evans, Dan Henderson, Wanderlei Silva, Chael Sonnen und Vitor Belfort geschafft. Wohin ihn das in den kommenden Monaten führen wird, ist schwer zu sagen, aber es wird definitiv ein gutes Stück nach oben gehen für Tim Kennedy.

Der 34-Jährige hat nach dem Kampf Interesse an einem Kampf gegen Mark Munoz bekundet, der durchaus Sinn machen könnte, falls dieser im Mai in Berlin Gegard Mousasi überzeugend schlagen kann. Alternativ könnten ein Rückkampf gegen Luke Rockhold oder ein Duell mit Tim Boetsch Sinn machen; je nachdem, wer von den beiden ihren Kampf bei UFC 172 am 26. April gewinnt.

Elias Theodorou
Was vor einigen Jahren noch ein vielversprechender Startschuss in eine möglicherweise große Octagon-Karriere war, hat mittlerweile extrem an Wert verloren: wer heute eine „The Ultimate Fighter“-Staffel gewinnt, fällt als ein Sieger unter vielen kaum auf und wird stattdessen eher als kurzlebige Eintagsfliege einer Show gesehen, die mittlerweile am Fließband produziert wird.

Ob Elias Theodorou das Potential hat, aus dieser Masse herauszustechen, werden erst die nächsten Jahre zeigen, beeindruckender als seine TUF-Trophäe war im Falle des Kanadiers eher die schlichte Tatsache, dass er in seinem UFC-Debüt eine überaus überzeugende Leistung hingelegt hat. Ob auf den Beinen, am Käfig oder auf der Matte – Theodorou übernahm nach einer frühen Schrecksekunde, in der Sheldon Westcott beinahe einen Rear-Naked Choke durchziehen konnte, auf beeindruckende Weise das Kommando und dominierte seinen Landsmann bis früh in die zweite Runde hinein, bevor er den Ringrichter mit harten Schlägen am Boden zum Abbruch zwang. Für seinen ersten ‚richtigen’ UFC-Kampf könnte jemand vom Kaliber eines Rafael Natal interessant sein, der seit längerem im Mittelfeld der Gewichtsklasse kämpft und dank seiner Erfahrung einen guten Test abgeben würde. Daneben dürfte Clint Hester einen guten Kampf liefern, der ebenfalls Erfahrung im TUF-Haus vorweisen kann, sich seitdem aber bereits mit drei Siegen in der UFC etablieren konnte.

KJ Noons
Noch vor einem halben Jahr stand KJ Noons kurz vor dem Abgrund – hätte er bei UFC 166 gegen George Sotiropoulos verloren, wäre seine MMA-Karriere nach eigener Aussage an jenem Abend an ihrem Ende angelangt. Noons dominierte den Australier jedoch und fuhr seinen zweiten Sieg in sieben Kämpfen ein. Am Mittwoch folgte für den 31-jährigen „King“ dann der zweite Streich, und das auf äußerst imposante Weise: Sam Stout ist seit 2003 31 Mal in den Käfig gestiegen und hat mehr als eine Handvoll Kämpfe verloren, wurde jedoch trotz massenhaft schwerer Treffer kein einziges Mal ausgeknockt. Noons jedoch schaltete dem Kanadier nach nur 30 Sekunden mit dem ersten ernsthaften Schlag des Kampfes die Lichter aus, der daraufhin instinktiv den herbeigeeilten Ringrichter in einen Guillotine Choke nahm, der dann auch tatsächlich abklopfte, bevor ein benommener Stout rücklings weiter in den Käfig stolperte. Diese unfreiwillig komische Szene zeigt, was KJ Noons anrichten kann, wenn man ihn lässt. Die Frage für die Zukunft ist nun, ob Noons seinen Gegnern auch noch gefährlich werden kann, wenn sie ihre Deckung nicht fahrlässig weit unten behalten. Beantworten könnte diese Frage z.B. der Sieger des Kampfes zwischen Pat Healy und Jorge Masvidal, die am Samstag bei UFC on Fox 11 aufeinandertreffen werden. Eine interessante Alternative wäre außerdem der ehemalige Pride-Superstar Takanori Gomi, falls er am 26. April bei UFC 172 Isaac Vallie-Flagg besiegen kann.