MMA

Aller guten Dinge sind drei - TUF Brazil 3 Finale

Stipe Miocic sicherte sich gegen Fabio Maldonado einen weiteren beeindruckenden Sieg (Foto: Zuffa LLC).

Das erste von vier Wochenenden in diesem Jahr, an denen zwei UFC-Events an einem Tag stattfinden, ist vorüber. Nur wenige Stunden, nachdem Peter Sobotta und Nick Hein die Berliner o2 World zum Kochen brachten, stiegen im brasilianischen Sao Paulo 24 weitere Kämpfer ins Octagon, und auch auf der anderen Seite des Atlantiks wurde einiges an Action geboten. Wir werfen einen kurzen Blick auf die besten Leistungen des Abends.

Stipe Miocic
Die Wettquoten haben dieses Ergebnis vorhergesagt und nach 35 Sekunden kann man die Leistung eines Kämpfers kaum wirklich beurteilen, aber Stipe Miocics krachender Erstrunden-Knockout gegen Fabio Maldonado war dennoch nicht zu verachten. Eigentlich hätte Miocic an diesem Abend gegen Junior dos Santos ins Octagon steigen sollen, bevor der Ex-Weltmeister sich die Hand brach und absagen musste.

Zwar könnte gerade die Kürze des Kampfes den Sieg etwas schmälern, da Miocic es auf diese Weise fast schon zu einfach hat aussehen lassen, aber der 31-Jährige kann nun ein weiteres Highlight sein Eigen nennen – ein derart dynamisches Kampfende hat Miocic gebraucht, nachdem er seine letzten Kämpfe größtenteils nach Punkten gewonnen hat. Ohne großartigen Schaden zu nehmen, hat Miocic einen weiteren Kampf mit allem, was dazu gehört hinter sich gebracht – der Sieg gegen Maldonado könnte als willkommener Zwischenschritt hin zu einem tatsächlichen Duell mit dos Santos fungieren, in das Miocic nun mit mehr Momentum und Selbstvertrauen hineingehen könnte.

Warlley Alves
Schon im Verlauf der dritten brasilianischen „The Ultimate Fighter“-Staffel ist ein Kämpfer besonders herausgestochen – mit einem K.o.- und einem Aufgabe-Sieg, jeweils in der ersten Runde, konnte Warlley Alves vor dem Kampf am Samstag den wohl beeindruckendsten Weg ins Finale vorweisen. Auch bei der Fight Night in Sao Paulo enttäuschte der erst 23-jährige Brasilianer nicht und sackte mit einem Guillotine Choke zu Beginn der dritten Runde den TUF-Titel im Mittelgewicht ein.

Die daraus hervorgehende Ausgangsposition von Alves lässt kaum Wünsche offen. Nach dem Kampf kündigte er an, als nächstes ins Weltergewicht wechseln zu wollen – dort könnten sich in Zukunft einige interessante Möglichkeiten für den frischgebackenen TUF-Sieger bieten, falls er sein Potential in den kommenden Jahren ausschöpfen kann. Dank der momentan inflationären Nachwuchsrate an TUF-Siegern wird Alves sich zuvor jedoch wahrscheinlich mit Gegnern aus dem Mittelfeld messen dürfen, beispielsweise dem Sieger der vor wenigen Monaten ausgestrahlten chinesischen TUF-Staffel, Lipeng Zhang, oder auch dem kanadischen Pendant, Chad Laprise.

Pedro Munhoz
Als Pedro Munhoz im Februar in Las Vegas als kurzfristiger Ersatz gegen Raphael Assuncao ins Octagon stieg, galt er allgemein als talentierter Kämpfer, der von seinem hoch gehandelten Gegner, der gerade erst TJ Dillashaw geschlagen hatte, jedoch vermutlich ordentlich vermöbelt werden würde. Munhoz verlor bei UFC 170 dann  auch tatsächich gegen Assuncao, lieferte dem potentiellen Titelherausforderer aber einen harten Kampf und verlor nach fünfzehn Minuten lediglich nach Punkten. Hätte Munhoz ihm nicht an jenem Abend eine Rippe gebrochen, wäre Assuncao übrigens Ende des letzten Monats gegen Renan Barao um den Bantamgewichtstitel angetreten.

Am Samstag hat der 27-Jährige dann gezeigt, wozu er mit einem vollen Trainingscamp in der Lage ist und dass er das Potential hat, eines Tages tatsächlich mit Leuten vom Kaliber eines Assuncao in den Käfig zu steigen und sie auch zu schlagen. Wie bei Miocic, wird der spektakuläre T.K.o.-Sieg in der ersten Runde durch die Kürze des Kampfes beinahe schon entwertet, trotzdem hat „The Young Punisher“ gegen Matt Hobar eine unmissverständliche Nachricht an das Bantamgewicht gesendet. Ein Kampf gegen den Thaibox-Spezialisten Johny Eduardo könnte Spaß versprechen, falls dieser nicht nach seinem Überraschungssieg gegen Eddie Wineland einen Hochkaräter als nächsten Gegner bekommt. Andernfalls könnten Duelle mit Kämpfern wie Mitch Gagnon oder Chico Camus zeigen, auf welchem Niveau Munhoz sich tatsächlich befindet.