MMA

Aller guten Dinge sind drei - TUF 19 Finale

Wer konnte am Sonntag in Vegas am meisten überzeugen( Foto: Zuffa LLC).

Zum ersten Mal in der Geschichte der Organisation hat die UFC am vergangenen Wochenende zwei aufeinanderfolgende Veranstaltungen in derselben Arena abgehalten – nachdem bei UFC 175 am Samstag einige der größten Stars des Sports im Mandalay Bay Events Center ins Octagon gestiegen sind, wurde vom Finale der 19. „The Ultimate Fighter“-Staffel (TUF) nicht mehr allzu viel erwartet.

Und doch haben die größtenteils unbekannteren Kämpfer am Sonntag eine actionreiche Show mit einer Menge Knockouts hingelegt. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Frankie Edgar
Eine große Überraschung war dieser Sieg nicht, und dennoch konnte Frankie Edgar mit seinem dominanten T.K.o.-Sieg gegen BJ Penn einen Schlussstrich unter eine Trilogie setzen, die noch vor wenigen Jahren wohl kaum jemand so vorhergesagt hätte. Der dritte Kampf gegen Penn, den Edgar bereits 2010 zwei Mal besiegt hatte, bot Edgar nicht viel und hielt stattdessen einige Risiken bereit, aber „The Answer“ machte das Beste aus dieser recht undankbaren Situation und demonstrierte in zweieinhalb dominanten Runden, wie groß die Lücke zwischen ihm und Penn über die Jahre geworden ist.

Ob es daran liegt, dass Edgar so viel besser geworden ist oder Penn so stark nachgelassen hat? Vermutlich ist es eine Mischung aus beidem gewesen, und trotzdem hat Edgar nun nach dem „Fight of the Night“-Erfolg gegen Charles Oliveira einen prestigeträchtigen zweiten Sieg im UFC-Federgewicht in der Tasche. Nach der äußerst knappen Niederlage gegen José Aldo Anfang 2013 steht Edgar damit kurz vor einer zweiten Chance gegen den Brasilianer, wird sich angesichts der Warteschlange auf den Herausforderer-Status allerdings wohl noch einmal beweisen müssen. Nachdem Cub Swanson nach Chad Mendes aller Voraussicht nach die nächste Chance auf den Titel bekommen wird, könnte für Edgar ein Kampf gegen den „Korean Zombie“ Chan Sung Jung Sinn machen, oder auch gegen Clay Guida, falls dieser am 26. Juli bei UFC on Fox 12 Dennis Bermudez besiegen kann.

Derrick Lewis
Das „Black Beast“ hat wieder zugeschlagen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Derrick Lewis ist ein furchteinflößender Mann, der nun schon zwei andere harte Kerle in der UFC-Schwergewichtsklasse spektakulär auf die Bretter geschickt hat. Nach dem Erstrundensieg gegen Jack May im April folgte nun gegen Guto Inocente der zweite Streich – ebenfalls noch im ersten Durchgang und erneut in einer Art und Weise, die einem einen leichten Schauer über den Rücken laufen lässt.

Lewis hat damit jeden seiner elf Siege vorzeitig eingefahren und davon zehn durch (T.)K.o. Außerdem hält er einen Sieg gegen Jared Rosholt, der durch die Tatsache umso beeindruckender wird, dass Rosholt mittlerweile ebenfalls soliden Erfolg in der UFC hat und dort schon drei Kämpfe gewinnen konnte. Jetzt kommt es darauf an, was die UFC mit Lewis vorhat. Wenn man versuchen will, ihn aufzubauen, könnte Joe Silva ihm einen schon recht etablierten Kämpfer aus dem Mittelfeld der Ranglisten a la Ben Rothwell vorsetzen. Die spaßigere Variante wäre, ihn hauptsächlich gegen stilistisch ansprechende Gegner zu buchen, die nichts dagegen hätten, mit ihm im Stand die Fäuste fliegen zu lassen – der kürzlich in Berlin erfolgreich gewesene Ruslan Magomedov könnte für einen solchen Kampf eine interessante Alternative sein.

Dustin Ortiz
In der UFC-Fliegengewichtsklasse sind momentan einige extrem talentierte Jungspunde unterwegs, die vor Kurzem in die UFC gekommen sind und sich so schnell wie möglich einen Namen machen wollen. Dustin Ortiz ist einer dieser jungen Wilden und hat sich mit seinem geteilten Punktsieg gegen Justin Scoggins soeben seinen dritten UFC-Sieg im vierten Kampf gesichert. Ein geteilter Punktsieg mag sich erst einmal nicht nach viel anhören, aber Scoggins hatte seine ersten beiden UFC-Kämpfe nach sieben Erfolgen in der regionalen Szene überzeugend gewonnen und galt bzw. gilt als eines der vielversprechendsten Talente im Fliegengewicht; einer Gewichtsklasse, die sich immer noch in einer Entwicklungsphase befindet.

Eben aus diesem Grund ist dieser Sieg äußerst wichtig für Ortiz, der nach einer kontroversen Punktniederlage gegen John Moraga zum ersten Mal auf einem UFC-Hauptprogramm erfolgreich war und nach seinem Sieg gegen Ray Borg im April nun schon das zweite hoch gehandelte Talent bezwingen konnte. Als nächstes könnte man ihn gegen Zach Makovsky stellen, falls der bei UFC 176 Anfang August gegen Jussier Formiga gewinnen kann, um dem Sieger dieses Kampfes einen Top Ten-Platz in Aussicht zu stellen. Alternativ wäre auch der Verlierer des Duells Brad Pickett vs. Ian McCall eine Möglichkeit, um Ortiz die Gelegenheit zu geben, sich mit einem Sieg über ein bekanntes Gesicht, das aber vermutlich nicht mehr in Titelnähe kommen wird, selbst einen Namen zu machen.