MMA

Aller guten Dinge sind drei - The Ultimate Fighter China Finale

Dong Hyun Kim hat am Samstag den spektakulärsten Sieg seiner Karriere eingefahren.

Die UFC Fight Night in Macao nahe Hongkong am Samstag hat wenig geboten, was in den Geschichtsbüchern festgehalten werden sollte - lange ist es beispielsweise her, dass jemand seinen zweiten Profi-Kampf im Octagon bestreitet.

UFC-Neuling Wang Anying jedoch konnte seine Bilanz in der Cotai Arena sogar auf 2-0 verbessern, bevor im ersten chinesischen TUF-Finale zwei Kämpfer mit einer kombinierten 13-11-Statistik aufeinandertrafen. Trotz des im Hinblick auf Star-Power recht schwach besetzten Programms konnten einige der Akteure jedoch überzeugen und wichtige Weichen für die kommenden Monate stellen. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen aus dem fernen Osten:

Dong Hyun Kim
Beherztes Buhen und bissige Kommentare in den Online-Foren - diese bisher typischen Reaktionen auf Dong Hyun Kims Kämpfe sollen der Vergangenheit angehören, wenn es nach „Stun Gun“ geht, der seinem Spitznamen in den letzten zwei Kämpfen alle Ehre gemacht hat. Nachdem der Südkoreaner im Oktober bereits den favorisierten Erick Silva in dessen Heimatland mit einem einzigen Schlag auf die Bretter geschickt hatte, ließ Kim am Wochenende einen weiteren K.o. folgen. Mit dem eingedrehten Ellbogenstoß gegen John Hatahway brachte Kim es dabei sogar fertig, den Silva-Knockout zu übertreffen und hat sich damit den vierten Sieg in Folge gesichert. Neben Hathaway und Silva besteht Kims Siegesserie außerdem aus Erfolgen gegen Paulo Thiago und Siyar Bahadurzada.

Die kommenden Monate könnten also vielversprechend für den 32-Jährigen werden. Am 15. März werden sich in Dallas einige der Top-Weltergewichte bei UFC 171 gegenüberstehen und viele offene Fragen beantworten. Vor allem angesichts des passenden Timings könnten Tyron Woodley, Hector Lombard oder Jake Shields für Kim in Frage kommen, die in zwei Wochen ins Octagon steigen werden. Alternativ wäre der Sieger des Duells zwischen Jake Ellenberger und Tarec Saffiedine eine Möglichkeit oder auch Rory MacDonald, der kürzlich gegen Demian Maia gewonnen hat. Was auch immer passiert, Dong Hyun Kim hat keine allzu schlechten Karten in der neu ausgewürfelten Weltergewichts-Landschaft.

Matt Mitrione
Matt Mitrione hat am Samstag mit dem Erstrunden-K.o. gegen Shawn Jordan wohl seine UFC-Karriere gerettet und kann damit seinen Fokus wieder auf angenehmere Aufgaben lenken. Nun muss es für den ehemaligen Football-Spieler nämlich darum gehen, höhere Ziele zu erreichen. Mit dem K.o. am Samstag hat Mitrione gezeigt, dass er Gegnern eines gewissen Levels überlegen ist. Gegen jeden Kontrahenten von Rang und Namen dagegen hat er bisher verloren, ein Durchbruch-Sieg fehlt ihm bis heute. Aus diesem Grund ist es genau jetzt für ihn an der Zeit, einen höher angesiedelten Gegner zu besiegen; diese Chance könnte sehr gut die letzte sein, bevor er sich im Status des "Gatekeepers" festfährt. Verliert Mitrione in naher Zukunft ein prestigeträchtiges Duell, war es das für ihn wohl mit Titelambitionen und großen Kämpfen. Für "Meathead" gibt es nur einen Weg, um herauszufinden, aus welchem Holz er wirklich geschnitzt ist. Kämpfer vom Kaliber eines Stefan Struve oder Mark Hunt wären ein guter Test für Mitrione, alternativ auch der Sieger des Duells zwischen Rodrigo Nogueira und Roy Nelson, die im April aufeinandertreffen werden.

Vaughan Lee
Besonders zu beneiden war Vaughan Lee in den letzten Tagen nicht. Inaktiv seit dem Frühjahr 2013 und mit einer durchwachsenen UFC-Bilanz von 2-3 im Gepäck stand der 31-jährige Brite unter einer Menge Druck, seinen Kampf gegen Nam Phan zu gewinnen, um seinen Job in der UFC zu behalten. Die Wettquoten haben angedeutet, dass er als Arbeitsloser zurück nach England fliegen würde. Stattdessen hat Lee in Macao einen der beeindruckendsten Siege seiner Laufbahn eingefahren. Gegen Phan hat er gezeigt, wozu er fähig ist, wenn am Kampfabend ein fokussierter Lee auftaucht – präzise Arbeit im Stand, ein guter Rhythmus und variable Angriffe. Wenn er eine gewisse Konstanz finden kann und ab sofort nur noch Leistungen wie die vom Samstag oder aus seinem Aufgabe-Sieg gegen „Kid“ Yamamoto abrufen kann, hat Lee im Octagon eine nicht allzu schlechte Zukunft. Für einen weiteren Gegner vom Kaliber eines TJ Dillashaw oder Raphael Assuncao ist es allerdings noch zu früh, jemand aus dem Mittelfeld der Bantamgewichtsklasse würde sich momentan anbieten, beispielsweise der Sieger des Duells zwischen George Roop und Dustin Kimura, die im April gegeneinander kämpfen werden. Das gilt allerdings nur, falls der Brite seine kürzlich geäußerten Pläne über Bord wirft, ins Fliegengewicht zu wechseln.