MMA

Alexis Davis vor UFC 186: „Ich bin eine komplett neue Kämpferin"

Alexis Davis will am Samstag in Montreal beweisen, dass sie immer noch an die Spitze gehört (Foto: Florian Sädler).

Der 5. Juli 2014 hätte Alexis Davis’ großer Tag werden sollen. Draußen auf dem Las Vegas Strip feierten tausende Amerikaner ausgelassen den ‚Independence Day’, im Inneren des Mandalay Bay Events Center wollte die Kanadierin mit einem Sieg gegen Ronda Rousey ihren ganz persönlichen Feiertag ausrufen. Sechzehn Sekunden lang hatte sie die Chance dazu, bevor Rousey sie mit einem Judowurf ausknockte und den großen Traum vom Titel platzen ließ.

„Es ist nicht einfach, aber eine Niederlage ist so oder so eine Niederlage“, gibt sich Davis zwei Tage vor ihrem Comeback-Kampf diplomatisch im Rückblick auf das Debakel bei UFC 175. „Es ist egal, ob der Kampf nach sechzehn Sekunden vorbei ist oder über die volle Distanz geht. Eine Niederlage tut so oder so weh.“

Bestätigen kann das Cat Zingano, deren 14-Sekunden-Niederlage gegen Ronda Rousey Davis im Februar vom Fernseher aus mitverfolgte. „Ich habe auf jeden Fall mit ihr gefühlt. Ich habe das ja selbst erlebt. Das war so ziemlich meine erste Reaktion – ‚Das ist mir auch passiert, ich bin nicht die einzige.’ Cat Zingano ist eine meiner Lieblings-Kämpferinnen. Wie lange hat sie auf diesen Moment warten müssen? Was musste sie in den letzten Jahren alles durchmachen? Das zu sehen, war definitiv hart.“

„Man muss es schlicht und einfach akzeptieren und versuchen, zusätzliche Motivation daraus zu ziehen. Ich bin niemand, der sich in solche Dinge zu sehr reinsteigert und daran verzweifelt.“

Es ist gut zu hören, dass Davis den Rückschlag scheinbar gut verarbeitet hat. Als Zuschauer bekommt man die meisten Kämpfer außerhalb der Event-Wochen so gut wie nie zu Gesicht und in der Vergangenheit gab es bereits den einen oder anderen, der nach einer derart niederschmetternden Niederlage eine lange Pause einlegte und anschließend zugab, währenddessen im Schatten der Öffentlichkeit eine ausgewachsene Depression durchlebt zu haben.

Davis dagegen ist in der Lage, sich auf ihre nächste Aufgabe zu konzentrieren: Am 25. April wird sie bei UFC 186 auf Sarah Kaufman treffen, für sie ein überaus bekanntes Gesicht. Im April 2007 verlor Davis ihr MMA-Debüt durch technischen Knockout gegen Kaufman, im März 2012 wurde sie im Rückkampf bei Strikeforce knapp ausgepunktet. In diesem Geschäft bekommen nicht viele Menschen eine dritte Chance, und deshalb ist Davis trotz anfänglicher Verwunderung über die Ansetzung hoch motiviert für ihre vermutlich letzte Chance auf Revanche:

„Am Anfang war ich tatsächlich etwas verwirrt (, dass ich schon wieder gegen sie kämpfen sollte), letztlich will ich aber einfach wieder kämpfen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, vor Ende des letzten Jahres wieder zu kämpfen und daraus ist dann ja offensichtlich nichts geworden. Dann wurde der Event in Montreal angekündigt und mir wurde Sarah angeboten. Am Ende des Tages ist sie eine großartige Gegnerin und ich kriege meine Chance auf Revanche. Wenn ich sie besiege, bringt mich das wieder an die Spitze und hoffentlich in die Nähe eines Titelkampfes.“

Neun Monate lang in der Versenkung zu verschwinden, hilft bei diesem Vorhaben natürlich nicht wirklich. Das weiß auch Davis, die eigentlich schon viel eher schon wieder ins Octagon zurückkehren wollte: „Es war wirklich nicht mein Plan, so lange aussetzen. Das ist einfach so passiert. Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht, ich war aber auch direkt nach diesem Kampf wieder im Gym, habe Kampfvideos analysiert und versucht, mich zu verbessern.“

Dieses Vorhaben hat sie nach eigenen Angaben höchst erfolgreich in die Tat umgesetzt: „Jeder sagt es, aber ich bin einfach eine komplett andere Kämpferin geworden. Mein letzter Kampf gegen sie war mein letzter Kampf, bevor ich nach Kalifornien gezogen bin. Seitdem bin ich überall besser geworden – im Stand, im Ringen, auf dem Boden. Außerdem fühle ich mich mittlerweile einfach wohler im Käfig und das ist meiner Meinung nach extrem wichtig. Ich habe eine Menge mehr Werkzeuge als früher, ihr könnt also mehr von mir erwarten als bisher.“