Grappling

WM-Debakel für deutsche Ringer

Synonym für die gesamte deutsche Ringerstaffel: ein enttäuschter Tim Schleicher. (Fotos via Jörg Richter)

Kein Finalplatz, dadurch nicht eine einzige WM-Medaille! Ein halbes Jahr vor der Heim-Europameisterschaft in Dortmund sind die deutschen Ringer bei der Weltmeisterschaft in Moskau in allen drei Stilarten aufs Kreuz gelegt worden. Der Generalsekrekär des Deutschen Ringer- Bundes Karl Martin Dittmann hätte sich zu seinem 50. Geburtstag sicherlich ein anderes Ergebnis gewünscht, doch die deutschen Athleten erfüllten ihm diesen Wunsch nicht.

Nach zwei Runden waren auch Maria Müller (72 kg/SV Lok Altenburg), Maria Selmaier (67 kg/KSC Motor Jena) und auch der Freistilringer aus dem Männerbereich, Tim Schleicher (55 kg/SV Johannis Nürnberg) jeweils nach Niederlagen ausgeschieden. Schleicher unterlag Aslan Zhanakhanov (Kasachstan) nach 1:2 Runden, wobei der Nürnberger die erste Runde gewann, dann jedoch die beiden folgenden Durchgänge knapp an Zhanakhanov abgeben musste. Nach einer Niederlage des Kasachen, nur eine Runde später kann Schleicher nun ebenfalls nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen.

Zwar präsentierten sich die Freistil-Experten Andriy Shyyka (74 kg/Köllerbach) und Martin Daum (66 kg/Seeheim) zunächst kampfstark und scheiterten erst im Viertelfinale oder in der Hoffnungsrunde, dennoch erreichten auch sie den Kampf um die Medaillen nicht.

Manfred Werner, Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), hat als Konsequenz aus dem schwachen Abschneiden eine Krisensitzung einberufen. Werner möchte von den Bundestrainern klare Antworten erhalten. Auch die Tatsache, dass die deutschen Männer im griechisch-römischen Stil wie auch im Freistil wie 2006, 2007 und 2009 ohne WM-Medaille blieben, ist nicht gerade positiv zu bewerten. Greco-Bundestrainer Maik Bullmann sieht eine Lösung nur im Umfeld der Athleten:

„Vor allem in den osteuropäischen Ländern werden die Erfolge der Ringer anders gewürdigt, die Athleten erhalten oftmals lebenslange Rentenzahlungen und können nach ihrer sportlichen Laufbahn bei staatlichen Institutionen arbeiten, während unsere Athleten neben der sportlichen Ausbildung mit Schule und Beruf einiges um die Ohren haben.“

Jetzt bleibt nur noch ein gutes halbes Jahr, um verlorenen Boden wieder gut zu machen und aufzuarbeiten. Damit nicht auch die Europameisterschaften im eigenen Land zu einem sportlichen Debakel werden.


6. Kampftag Männer Freistil: 60 kg, 84 kg, 96 kg
Statistik:

Männer/Freistil:
-60 kg
1. Besik Kudukhow (Russland),
2. Wasyl Fedoryschin (Ukraine),
3. Seyed Morad Mohammadi (Iran),
3. Zelimkhan Huseynow (Aserbaidschan),
5. Uulu Nadyrbek (Kirgisien),
5. Ersin Cetin (Türkei).
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23. Marcel Ewald (Deutschland/SV Weingarten).


-84 kg
1. Mihail Ganew (Bulgarien),
2. Zaurbek Sokhiew (Usbekistan),
3. Soslan Ktsoew (Russland),
3. Reineris Salas Perez (Kuba),
5. Piotr Ianulow (Moldawien),
5. Ibragim Aldatow (Ukraine).
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16. Davyd Bichinashvili (Deutschland/VfK Schifferstadt).


-96 kg
1. Khetag Gazyumow (Aserbaidschan),
2. Khadzhimurat Gatsalow (Russland),
3. Alexey Krupnyakow (Kirgisien),
3. George Gogschelidze (Georgien),
5. Ruslan Scheikau (Weißrussland),
5. Arfan Moredali Amri (Iran),
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21. Johannes Kessel (Deutschland/SV Weingarten).


Ringen / WM 2010 in Moskau
5. Kampftag (Frauen 67 kg, 72 kg / Männer Freistil 55 kg)
Statistik:

Frauen
-67 kg
1. Martine Dugrenier (Kanada),
2. Elena Schalygina (Kasachstan),
3. Ifeoma Iheanacho (Nigeria),
3. Alla Cherkasowa (Ukraine),
5. Mami Shinkai (Japan),
5. Nadya Sementsowa (Aserbaidschan),
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8. Maria Selmaier (Deutschland/KSC Motor Jena).

Die Frauenmannschaft zeigte gute Ansätze
-72 kg
1. Stanka Zlatewa-Hristowa (Bulgarien),
2. Ohenewa Akuffo (Kanada),
3. Ekaterina Bukina (Russland),
3. Kyoko Hamaguchi (Japan),
5. Anna Fransson (Schweden),
5. Maider Unda Gonzalez (Spanien),
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10. Maria Müller (Deutschland/SV Lok Altenburg).


Männer (Freistil)
-55 kg
1. Wiktor Lebedew (Russland),
2. Toghrul Asgarow (Aserbaidschan),
3. Frank Chamizo Marquez (Kuba),
3. Yasuhiro Inaba (Japan),
5. Hyo-Sub Kim (Südkorea),
5. Naranbaatar Bayaraa (Mongolei).
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19. Tim Schleicher (Deutschland/SV Johannis Nürnberg).