Grappling

Weltenbummler Christian De La Roca in den USA

Josh Griffiths mit GnP-Redakteur Christian De La Roca (Fotos: Christian De La Roca)

Seit Juni 2012 ist der deutsch-guatemaltekische PanAms Schwergewicht-Champ Christian De La Roca für Groundandpound.de in New York und Umgebung unterwegs. Von Berufswegen wanderte der Wahl-Hamburger nach New Jersey/New York aus. Der BJJ-Lilagurt besucht dort regelmäßig die besten und renommiertesten Grappling- und BJJ-Schulen. Er gibt uns einen Einblick in die Abläufe auf dem neuen Kontinent. Er checkt für uns die Lage vor Ort! Wie ist dort das Training aufgebaut? Christian De La Roca erzählt. Diesmal: Das Clockwork Jiujitsu Gym (Noho).

Im Herzen Manhattans, direkt am Broadway, Höhe Bleeker Street, eingeschlossen von der Greenwich Village, Noho, Soho und der East Village ist das Clockwork JiuJitsu.

Alle Gyms in der Umgebung habe ich erkundet, alle getestet. Von den Ego gefüllten Matten der Renzo Gracie Academy, den eher kleineren aber teuren Kampfpartnern bei Marcello Garcia, den rummeligen Trainingshallen von Alliance NY mit Fabio Clemente bis zu den kleineren Gyms in der Umgebung wie Edge Hoboken mit David Branch (Renzo Gracie Schwarzgurt) oder Greg Soto (Kurt Pellegrino Schwarzgurt) bei LA Boxing.

Für mich persönlich hat „Clockwork Jiujitsu“ einfach gepasst... und nicht nur weil ich das Gym nur kennen gelernt habe und weil ich ein Date hatte mit einem Mädchen welches dort trainierte.. (ging übrigens komplett in die Hose)

Als erstes fiel mir auf, dass es nicht viele große Jungs gab, aber nach ein paar Wörtern mit Josh Griffiths, Schwarzgurt unter Kenny Florian, habe ich gemerkt wie relaxed alle hier waren und wie Egofrei das Training hier stattfand. Auch die dicken Jungs krochen langsam aus Ihren Löchern, als sie hörten, dass ein Deutscher Godzilla sich in Manhattan breit machte.

Seitdem habe ich hervorragende Trainingspartner gefunden und das meiste Training für die PanAms im letzten Jahr fand hier statt.

Josh Griffiths ist einer der coolsten und relaxsten BJJ Lehrer die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Er ist ein mehrmaliger Abu Dhabi Trials und NAGA Champion. Er ist sehr bescheiden, immer ansprechbar für alle und seine Techniken sind fantastisch. Vor allem seine Guard.. ich muss immer wieder zu Triangles tappen, die ich nicht kommen sah.. und glaubt mir, es ist nicht so einfach den Triangel über meinen dicken Kopf zu zu machen...

Die Preise sind natürlich typisch für Manhattan. 200$ kostet der Monat aber man kann natürlich so viel verhandeln wie man will. Wenn die Jungs dich mögen ist alles möglich. Für weitere 75$ kannste dein Gi und Equipment da lassen und sie waschen es für Dich. Ich habe noch nie einen besser riechenden Gym gefunden und noch nie besser riechende Trainingspartner... Da vergisst man manchmal die Gefahr ausgechocked zu werden, da man manchmal glaubt, man befindet sich in einem grünen, frischen Tal in der Provence...

Das Training ist aber leider nicht das typische BJJ Training, wo man am Ende sich kaum noch bewegen kann... Hier ist alles ein wenig pragmatischer. Eine halbe Stunde werden zwei Techniken gelehrt. Eine Anwendung zu einer Position und dann der Escape und eine Reaktion darauf. Diese werden über eine ganze Woche wiederholt, was ich didaktisch hervorragend finde, weil man sonst die Technik schnell wieder vergisst. Dann wird direkt gerollt für rund eine Stunde und es gibt immer Möglichkeiten zum Open Mat oder länger zu bleiben.. Die Jungs haben auch kein Problem wenn man dort manchmal alleine bleibt.. Josh gibt das Training abends und sein einziger Schwarzgurt Francisco Pacheco, ein Puerto Ricaner dessen Guillotine ich schon spüre sobald ich ihn sehe, gibt das Training früh morgens

Nur leider gibt es kein Aufwärmen, kein Cardio und keine Drills. Die muss jeder für sich machen und sich selber drum kümmern. Das ist aber in Manhattan kaum ein Problem, da hier sowieso keiner Zeit für irgendwas hat.

Hier habe ich fantastische Freunde gefunden und vielleicht den egofreisten und das ausgeglichenste Gym New Yorks.