Grappling

„Viele spannende Kämpfe auf hohem technischem Niveau“

Foto: Christoph Schadek und Günter Beier

Es gehört zu den bestorganisiertesten Turnieren in Deutschland. Die Submissão ist eines der Turnier-Zugpferde und einer der Klassiker. Hierher kommen sie alle, den der Ruf ein Submissão-Sieger zu werden, oder auch nur daran teil zu nehmen, hat höchste Priorität in den Terminkalendern der Bodenkampfasse. Organisator und Hauptverantwortlicher ist der 38-jähriger Karlsruher BJJ-Schwarzgurt Christoph Schadek. Der unter Hugo Février trainierende Schadek geht in diesem Jahr in die zehnte Submissão Runde. Schadek kann aber auch nicht nur als Organisator brillieren, sondern auch als Athlet. Hier konnte Schadek schon viele Siege verbuchen. Im Interview erzählt Christoph Schadek, was die Teilnehmer 2013 bezüglich der Submissão alles erwarten können.


Hallo Christoph, du bist als Organisator für die Submissão jedes Jahr stark eingebunden. Wie froh bist du, das es los geht?
Christoph Schadek: Natürlich freue ich mich wie jedes Jahr auf den Pflichttermin „Submissão“ beim PSV Karlsruhe. Unser Organisationsteam ist sehr motiviert und gespannt, wie wir die vielen Neuerungen in diesem Jahr umsetzen können. Und selbstverständlich freue ich mich, alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen.

Was bedeutet dir die Submissão?
Die Submissão hat nicht nur für mich einen großen Stellenwert sondern für das ganze Organisationsteam des PSV Karlsruhe. Schließlich haben wir in den vergangenen 10 Jahren gemeinsam dieses Kind groß gezogen und freuen uns sehr, dass vielen Menschen unser Konzept gefällt.

Für die Beteiligten bedeutet es natürlich ein bisschen Arbeit in den Wochen vor dem Turnier. Da es aber viele engagierte Leute in den Reihen des PSV gibt, können die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden.

Für mich persönlich ist das Turnier immer wieder eine Herausforderung, da wir bei fast jeder Veranstaltung - auf Grundlage der Erfahrungen des Vorjahres – ein paar Änderungen vornehmen. Es ist dann natürlich schön, wenn wir es schaffen, diese Änderungen gut umzusetzen und alle Teilnehmer zufrieden nach Hause gehen.

Die Submissão hat für mich auch insofern eine große Bedeutung, da ich weiß, dass die Einnahmen aus dem Turnier nicht in die Hände einzelner Geschäftsleute fließen sondern in einen Verein, der sich unter anderem mit großem Engagement für die Jugendarbeit und für Menschen mit Handicap in der Region Karlsruhe einsetzt.

Wie kam es ursprünglich zu dieser Idee und wie kamst du auf den Namen?
Die Idee entstand zu einer Zeit, in der es nur wenige Turniere in Deutschland gab. Wir wollten ursprünglich den Sportlern im näheren Umkreis eine Möglichkeit bieten, ihre im Training erworbenen Fähigkeiten im sportlichen Wettkampf zu testen. Darüber hinaus war es schön, andere Sportler kennenzulernen und sich untereinander auszutauschen.

Die ersten Turniere organisierten wir mit Unterstützung von Michael Hockenjos und seinem Team. Im Jahr 2004 begannen wir mit 50 Teilnehmern und konnten gleich von Beginn an spüren, dass ein großes Interesse bestand. In den Jahren darauf stieg die Anzahl der Teilnehmer konstant bis zu unserer bislang größten Veranstaltung im letzten Jahr mit knapp 400 Wettkämpfern aus dem In- und Ausland.

Zu dem Namen „Submissão“ kam es folgendermaßen: Damals suchten wir einen Namen, der ein wenig exotisch klingt, den sich jeder leicht merken kann und der zudem einen Bezug zum Sport hat. Nach reiflicher Überlegung entschieden wir uns für „Submissão“, dem portugiesische Pendant zu „Submission“. Wir wollten damit die Zielsetzung des Zweikampfes, nämlich die Aufgabe (Submission) des Gegners, zum Ausdruck bringen.

Du hast jetzt schon etliche Turniere veranstaltet. Da hat man sicherlich viel erlebt. Was fällt dir da spontan ein?
Klar, bei so vielen Veranstaltungen erlebt man natürlich Einiges. Ich finde es toll, die Entwicklung des Sports über die Jahre hinweg mitzuerleben. Jedes Jahr sieht man neue Talente und bekommt mit, wie sich Altbekannte verbessern.

Wir haben viele spannende Kämpfe auf hohem technischem Niveau in den letzten Jahren erlebt und ich glaube, dass sich die Leistung der Kämpfer auf unserem Turnier auch international sehen lassen kann.

Die Submissão gehört zu den jährlichen Klassikern. Volle Pools und viele Teilnehmer hast du zu verzeichnen. Was machst du anderes als die anderen?
Ich weiß nicht, ob ich etwas anders mache als andere Veranstalter. Ich kann nur sagen, dass unser Organisationsteam in jedem Jahr hoch motiviert ist und dass wir bestrebt sind, gute Vorschläge umzusetzen. Auch wenn Kritik von außen nach einer Veranstaltung unbequem ist, versuchen wir unsere Leistung so gut wie möglich objektiv zu beurteilen, um gegebenenfalls Konsequenzen daraus zu ziehen.

Für diejenigen Teilnehmer, die in den letzten Jahren öfters auf unserm Turnier gestartet sind ist diese Entwicklung sicherlich erkennbar.

Gibt es immer noch Steigerungspotential?
Steigerungspotential gibt es sicherlich, wenn man die wachsende Popularität von Brazilian Jiu-Jitsu und Submission Wrestling betrachtet. Für Submissão sind allerdings aus organisatorischen und räumlichen Aspekten Grenzen gesetzt, so dass ich davon ausgehe, dass unser Turnier auch in Zukunft eine Teilnehmerzahl von ca. 600 nicht überschreiten wird.

Die großen Turniere mit weit über 1000 Teilnehmern, wie beispielsweise die Europameisterschaft im Brazilian Jiu-Jitsu, werden mit Sicherheit weiterhin von professionellen Verbänden wie der IBJJF durchgeführt, die die notwendigen Ressourcen dazu besitzen.

Wir werden uns darauf konzentrieren, unseren Teilnehmern eine schöne Wettkampfatmosphäre und das ein oder andere Highlight zu bieten.

Was werden die Teilnehmer und Zuschauer in diesem Jahr erwarten können?
In diesem Jahr feiern wir unser 10-jähriges Bestehen und werden einige Änderungen umsetzen. Dies sind die wesentlichen Neuerungen im Überblick:
1.) Das Turnier findet an zwei Tagen statt:
Samstag (23.02.): Brazilian Jiu-Jitsu
Sonntag (24.02.): Submission Wrestling
2.) Die Teilnehmeranzahl ist auf 300 pro Tag begrenzt.
3.) Die Anmeldung erfolgt online auf www.submissao.de mit Vorauskasse (Überweisung der Startgebühr). Verbindlicher Anmeldeschluss ist der 17. Februar.
4.) Das Wiegen findet für jeden Teilnehmer direkt vor seinem ersten Kampf statt. Das Gewicht wird dabei mit Wettkampfkleidung ermittelt (BJJ: mit Gi, Submission Wrestling: mit Shorts und Rashguard). Wird das Gewicht nicht erreicht wird der Teilnehmer disqualifiziert.
5.) In der Kategorie Submission Wrestling wird eine zusätzliche Klasse „Elite“ eingeführt.
6.) Die einzelnen Kampfflächen werden aus Sicherheitsgründen auf 8x8 Meter vergrößert.
7.) Der gesamte Mattenbereich wird nur noch für die jeweiligen Kämpfer sowie die Kampfrichter und das Organisationsteam des PSV Karlsruhe zugänglich sein. Eine entsprechende Absperrung verhindert, dass sich andere Personen auf oder neben den Mattenflächen aufhalten.

Vielen Dank für das Interview und viel Glück und Erfolg! Der letzte Satz gehört dir!
Vielen Dank für die Gelegenheit, unser Turnier etwas näher vorzustellen. Und was Submissão 2013 betrifft kann ich nur sagen: „Die Spiele mögen beginnen!“.
Infos zum Turnier unter www.submissao.de und www.facebook.com/Submissao

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