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Technikstunde mit Gregor Herb

Eine der Top-Submissions aus der Guard, insbesondere ohne Gi, ist der Triangle Choke. Die Möglichkeiten, wie ich den Gegner in die Triangel bringen kann, sind unterschiedlich und vielseitig. Die Details, die eine erfolgreiche Triangel ausmachen, ebenso. Heute soll allerdings das Augenmerk auf den oft vernachlässigten Arm, welcher in der Triangel mit eingeschlossen ist, gerichtet werden. Bei gut verteidigter, aber noch nicht ganz verlorener Triangel, bietet dieser sich als ein hervorragendes Opfer diverser Hebelangriffe an.

Hier ein kleiner Auszug meines zuletzt gehaltenen Seminars in Diespeck.

Natürlich muss zunächst die Triangel angesetzt werden. Nur kurz die Eckpunkte die bei der Durchführung stimmen sollten:

Knie des „Würgebeins“ sollte neben, besser sogar über Kopf hoch sein. Um mit diesem Bein hoch genug zu kommen, hilft es, sich mit dem anderen Bein (Verse in Hüfte) hoch zu drücken. Winkel des Oberkörpers sollte aus Sicht des Gegners bei etwa 14.30 Uhr zum Würgebein hin liegen (45 Grad). Der Arm des Gegners wird in diese Richtung also vor seinen Hals gezogen. Ob der Gegner tappen muss oder nicht, hängt meist davon ab, ob der Arm auf diese Seite gezogen werden kann.

Bis diese Kriterien erreicht sind, ist es sinnvoll, den um den Kopf gelegten Unterschenkel mit der eigenen Hand festzuhalten. Das andere Bein kann so helfen, den Körper in die gewünschte Position zu manövrieren. Das Bein wird dann mit dem anderen verschränkt. Die Fessel (nicht der Fuß) des Würgebeins sollte dabei in der Kniekehle des „Zuschließbeins“ liegen. Dieses wird nun nach unten und außen gedrückt um den Sack, äh, den Hals zuzumachen.

Zur Verteidigung ist es am Besten, gar nicht erst in diese Lage zu geraten, z. B. indem ich den Gegner bereits im Stand ausknocke. Falls du dich aus unerklärlichen Gründen dann doch in dieser Lage wieder findest:

Unbedingt Kopf hoch und Ellbogen raus Richtung Zuschließbein, wie hier präsentiert vom fröhlichen Pascal. Ellbogen liegt dabei eng am Bein des Gegners an. Außerdem bewegt sich der Verteidiger mit dem Hinterteil so im Kreis, dass der Kopf gegen das Würgebein gepresst wird und somit das Würgedreieck vergrößert wird.

Ausgangssituation für die folgenden Hebel ist die angesetzte Triangel, die nicht funktioniert. Die Beine sind noch geschlossen, mal enger mal offener.
Lösen des eng anliegenden Ellbogens des nach außen drückenden Arms. Dazu wird ein ähnlicher Schlüsselgriff wie bei der Kimura angesetzt.

Der Unterarm wird nun nach außen gedrückt.
Zum ersten Lösen des Arms ist meist eine ruckartige Bewegung notwendig. Die Bewegung geht dabei von Richtung zu mir und dann nach außen.
Indem ich den Unterarm nach außen drücke, kann der erste tapverursachende Schmerz in der Schulter erzeugt werden.
Außerdem kann ich unter Beibehaltung des Griffs recht unkompliziert das Handgelenk hebeln.
Insbesondere, wenn der Gegner die Lunte riecht, sind diese Hebel leicht zu verteidigen. Sie dienen in diesem Fall aber dennoch als Setup für weitere Hebel.

Eine Möglichkeit, den Armbeuger zu verteidigen, ist es, den Arm zu strecken.
Dies kann ich ausnutzen, indem ich den Arm neben meinem Hals einfange. Dies gelingt allerdings nur, wenn ich aktiv mit Oberkörper bzw. Kopf so nah wie möglich dem Arm des Gegners entgegen gehe. Ich schiebe meinen Kopf vor den zu hebelnden Arm, klemme ihn zwischen Hals und Schulter ein und erzeuge die Streckung, indem ich mich wieder ablege.
Der Tap kommt dann, indem ich auf die Hinterseite des gestreckten Ellbogens drücke, während ich meine Beine etwas strecke (dadurch wird der Leidende von mir weggedrückt und die Streckung im Arm erhöht).

Sollte es dem Gegner gelingen, mit dem Arm von meinem Hals wegzuflutschen, dann
nehme ich die Bewegungsrichtung des Armes auf,
lege meinen Oberkörper in dieselbe Richtung,
löse das rechte Bein und lege dieses über den Kopf (Knie eng, Unterschenkel drücken nach unten).
Dann strecke ich die Hüfte (nach oben drücken), um den Arm zu hebeln.

Ebenso kann ich den Hebel ansetzen, ohne das rechte Bein zu lösen. Wichtig:
Arm bzw. Hand leicht drehen, sodass die Handinnenfläche nach oben zeigt.
Zum Durchziehen des Hebels Hüfte nach oben, also gegen das Gelenk strecken.

Das sind natürlich längst nicht alle Hebel oder Möglichkeiten, aus dieser Situation eine Submission zu erbeuten. Erfolg ist dann am wahrscheinlichsten, wenn ich all diese Möglichkeiten so miteinander kombinieren kann, dass ich meinen Gegner irgendwann in eine Sackgasse geführt habe.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Gregor


P.S.: Anbei ein Kurzvideo des Seminars:

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