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Grappling

Taifun Luta Livre gewinnen die DGL-Mannschaftsmeisterschaften

Fotos: Valentino Kerkoff, Franz Schwerdtmann und Tim Simon

Taifun Luta Livre ist der neue deutsche Mannschaftsmeister 2012 der Deutschen Grappling Liga. Im April diesen Jahres stand dort noch der Titelverteidiger Mogons Mainz. Für Mainz war schon im Achtelfinale genau gegen die Taifune Schluss. In der Fritz Husemann Sporthalle des KSV Witten 07 versammelten sich die Finalisten zum Finale der Mannschaften. Taifun Luta Livre, Pantarei Luta Livre, Sparta Essen und die Ruhrpott Lutadores aus er Division 1. Die Grapplekinx Munich, Stuttgarter Muchachos, Southside Connection und Meister 2011 Mogons Mainz aus der Division 2.

Der tragische Zweite waren wieder die Stuttgarter Muchachos. Was für eine Tragödie. Denn beim dritten Anlauf, im dritten Jahr DGL, gab es zum dritten Mal Platz zwei! Damit sind die Stuttgarter das erfolgreichste Team, aber auch der große Verlierer. Trotzdem können die Mannen um Stuttgart Trainer Michael Hockenjos stolz auf das Geleistete sein. Sie haben sich teuer verkauft, doch am Ende sprang wieder kein Titel dabei heraus.

Doch der Reihe nach: In der ersten Begegnung kam es zur Partie zwischen den Grapplekinx Munich und den Ruhrpott Lutadores. Die Lutadores kamen mit viel Erfahrungen in das Finale. Wie im vergangenen Jahr waren sie auch diesmal wieder mit dabei und das zu Recht. Man fühlte sich vielleicht schon zu sicher, die Münchener Grapplekinx besiegen zu können. Denn das Trainer-Dreigespann Holtmann, Davis und Deimann fand gegen die Grapplekinx einfach nicht das richtige Rezept. Mit 20:13 zog der Liganeuling ins Halbfinale ein.

Zum Duell des Meisters 2011 und Taifun Luta Livre kam es dann. Doch was dann auf und neben der Matte geschah, war nicht die Form des Meisters aus der vergangenen Saison. Taifun gewann eindeutig klar mit 18:4. Lediglich der Mainzer Maurice Skrober holte einen Sieg über die Punkte. Neben einem Unentschieden holte sonst nur noch Taifun die Punkte. Selbst der Mainzer Etienne Steffens vermag es diesmal nicht der Sieger zu sein. Er verlor über die Punkte gegen Harun Kanberglu. Taifuns Top-Ass Malte Janssen besiegte dann auch noch den Mainzer Teamchef Patrick Herring. Die vielen mitgereisten Taifuner Fans drehten auf der Tribüne richtig auf und feierten ihre Mattenhelden.

Für Sparta Essen, der Meister 2010, ging es im Viertelfinale gegen die Southside Connection schon um alles. Sparta ließ sich aber den Schneid abkaufen und Unterlag mit 19:8.Nur Maurice von Weyenheye und Top-Kämpfer Michael Erdinc holten die Punkte für die Spartaner – zu wenig für weitere Ansprüche. Herb, Siefert und Co. legten die Spartaner an die Kette.

Im letzten Viertelfinale kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Pantarei Luta Livre und den Stuttgarter Muchachos. Die Stuttgarter waren vom Namen her der Favorit. Franjo und Dominik Artukovic, Nico und Felix Penzer – Brüderpower pur im Aufgebot der Muchachos.

Pantarei hat schon in der Hinrunde bewiesen, dass sie mit den großen Teams mithalten können, als sie auch Taifun schlagen konnten. Nach fünf von sieben Kämpfen sah Pantarei auch wie der sichere Sieger aus. Mit 8:5 Punkten lag man vorn, dazu im Schwergewicht den Punktegaranten Martin Otto. Doch ausgerechnet dieser patzte und wurde durch einen unerlaubten Slam disqualifiziert. Der Traum vom Halbfinale war ausgeträumt. Doch man machte Otto keinen Vorwurf, denn die Mannschaft verliert, nicht der einzelne Sportler. So werden es Pantarei in der kommenden Saison wieder versuchen. Mit 15:8 ging der Sieg nach Stuttgart.

Im ersten Halbfinale standen sich die Münchener Grapplekinx und Taifun Luta Livre gegenüber. Wer aber glaubte, dass Taifun einen Durchmarsch macht, war getäuscht. Teilweise dachte man, dass Taifun die Grapplekinx ein wenig unterschätze. Denn die Münchener legten los wie die Feuerwehr. Wiedemann holte die ersten Punkte für die Isarstädter. Doch Andre Rouzbeh glich gegen den Münchener Teamchef Dominik Henneberger wieder aus. Als dann aber auch Benedikt Schotthöfer durch eine Submission gewann, stand die Halle Kopf. Die Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Sevil, Janssen und Dallmann machten den Sack endgültig für die Münchener zu und für sich das Finale auf. Wesley Howard gelang am Ende noch eine Ergebniskorrektur zum knappen 14:13 für Taifun. Doch der Teamkapitän der Grapplekinx, Dominik Henneberger, war trotzdem sehr zufrieden. Im kommenden Jahr wird man wieder dabei sein: „Jetzt wird noch mehr trainiert. Auch in meinem gegründeten Privee Combatclub in München“, sagte Henneberger.

Im zweiten Halbfinale ging es zwischen der Southside Connection und Stuttgarter Muchachos hin und her. Die Stuttgarter Westermann und Franjo Artukovic holten gleich zwei Submissionsiege. Dann konnten die Muchachos die -75kg Klasse nicht durch einen Kämpfer besetzen. Felix Penzer legte aber gleich gegen Rainer Benjatschek für die Stuttgarter mit einem weiteren Submissionsieg nach. Southside’s Lucas Dreesen machte es dann nochmals spannend, als er einen Punktsieg gegen Wladimir Seel einfuhr. Als Herb dann zwar gegen Nico Penzer gewann, war dies für den Einzug ins Finale aber zu wenig. Nur ein Submissionsieg hätte vielleicht rein rechnerisch noch ausgereicht. Am Ende hieß es 18:11 für Stuttgart.

Das Finale stand also fest: Taifun Luta Livre gegen die Stuttgarter Muchachos.

Vor dem Finale gab es aber noch einen Frauen Superkampf. Die Bodenkampf-Experteninnen Ana Yagües aus Hamburg und Liz Olbert aus Österreich kamen um zu zeigen, was die Frauen drauf haben. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Gleich zu Beginn nutzte Yagües die Situation, um mit einer spektakulären eingesprungenen Armbar Olbert zur Aufgabe zu zwingen. Doch Olbert kam hier schnell raus, musste aber in die Guard mit auf den Boden. Hier setzte Yagües gleich eine Triangle um den Kopf von Olbert. Liz Olbert versuchte aus dieser ungünstiger Lage sich zu befreien. Doch die Triangle war perfekt. Nach 51 Sekunden musste Liz Olbert tappen. Der erste „Queen oft he Mat“- Titel im Federgewicht ging an Ana Yagües.

Im ersten Finalkampf standen sich auf Taifuns Seite Kaan Yesiller Stuttgarts Robert Scott Westermann gegenüber. Beide begannen ruhig und besonnen. Beide kontrollierte ihre Moves. Keiner ging ein Risiko ein, man wartete auf den Fehler des anderen. Doch der kam erst einmal nicht. Westermann machte nur einen Fehler, den Yesiller gleich nutzte. So blieb es auch bis zum Schluss. Taifun führte 3:0. Stuttgarts Edeltechniker Franjo Artukovic bekam es dann mit Andre Rouzbeh zu tun. Für den jungen Rouzbeh war Artukovic zu stark und gewann durch Submission. Der lädierte rechte Knöchel von Rouzbeh konnte gegen die Attacken des Stuttgarters nicht standhalten.

Da die Stuttgarter wieder nicht die -75kg Klasse besetzen konnte, ging diese Kampflos an Taifun. Taifuns Oren Sevil setzte noch eins drauf – Punktsieg durch Takedown gegen Felix Penzer. Taifuns Malte Janssen konnte jetzt durch einen Submissionsieg den Meisterschaftsack zumachen. Durch einen Takedown brachte Janssen Stuttgarts Seel zu Boden. Aus der oberen Lage in der Guard holte sich Janssen dann den Kimura und dadurch den benötigten Submissionsieg, der zur Meisterschaft reichte! Großer Jubel brach aus, doch noch gab es zwei Kämpfe.

Zwar holte Nico Penzer und Andreas Zeier noch zusammen acht Punkte, doch Taifun führt am Ende uneinholbar mit 16:13! Punkt, Satz und Sieg! Der Titel für die Mannschaften der DGL geht in diesem Jahr an Taifun Luta Livre. Überschwänglich feierten alle Akteure ihren Trainer Armin Eslami, dem Vater des Taifun-Erfolges. Der Meistertrainer genoss das Bad in der Menge. Eslami war froh und glücklich. Taifun Luta Livre hatte es endlich geschafft.

Die DGL Verantwortlichen Franco De Leonardis und Daniel Ackerman hatten wieder ganze Arbeit geleistet. Sie haben ihrem Baby DGL in der ersten Saison die Grappling-Windeln ausgezogen. Nach der zweiten Saison kam das „Grappling“ dann in den Kindergarten. Jetzt stehen sie nach dem Ende der dritten Saison mit beiden Beinen in der Schule. Die Frage ist, welche Ausmaße kann der Grapplingsport in Deutschland noch annehmen? De Leonardis und Ackermann wussten es schon vor Jahren, was passieren wird. Ihnen war klar, dass diese Sportart mal ganz groß werden wird. Aber selbst nach drei Jahren steht man noch fast am Anfang und ist doch schon so groß!





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