Grappling

„Somit bin ich kampflos Sieger geworden“

Michael Wachter mit beiden Medaillen um seinen Hals. (Foto: Michael Wachter)

BJJ-Braungurt und Deutschlands NAGA-Repräsentant Michael Wachter gewann bei den Munich Open zweimal Gold. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, so Wachter. Trotzdem brillierte er bei drittgrößten europäischen IBJJF-Turnier in Europa.

Groundandpound.de: Herzlichen Glückwunsch zum doppelten Gewinn der Munich Open. Bei den Braungurten kam man an dir im Schwergewicht und er offenen Klasse nicht vorbei. Wie glücklich bist du?

Michael Wachter: Danke der Nachfrage, leider bin ich nicht so glücklich. Nach vielen Jahren Verletzungspause (u.a. vier Knieoperationen) hab ich mein Comeback auf der Wettkampfbühne auf dem ersten Turnier der IBJJF in Deutschland geplant. Leider hat sich neben mir kein weiterer Braungurt in meiner Gewichts- und Altersklasse angemeldet. Somit bin ich kampflos Sieger geworden und musste meine ganzen Hoffnungen auf die Open Class setzen. Dort fand sich dann wenigstens ein Gegner, der kämpfen wollte. Diesen Kampf konnte ich klar nach Punkten gewinnen. Das stimmt mich wieder etwas versöhnlich, wer will schon gerne seinen Comeback-Fight verlieren.

Hast du trotzdem etwas in deinem Kampfstil analysieren können?

Negativ war vielleicht, dass ich die gute Halfguard meines Gegners nicht passieren konnte. Ich lag aber nach Punkten vorne und wollte nicht volles Risiko gehen und dann die Führung durch einen dummen Fehler wieder hergeben.

Wie hast du dich auf das Turnier vorbereitet?

Wir haben im Verein und auch im Team Schira/Checkmat Germany viele gute Trainingspartner, die mir sehr geholfen haben. Weiterhin hab ich mein Spiel den angesprochenen Knieverletzungen angepasst und setze jetzt z.B. mehr auf mein Game aus der Halfguard.

Was ist dir beim Training besonders wichtig?

Wichtig ist es, immer dazulernen zu wollen und zu können bzw. das Erlernte stets zu wiederholen und zu verbessern. Weiterhin lege ich viel Wert auf den Teamgeist und das faire sportliche Miteinander. Wir kämpfen zwar alleine, trainieren kann man aber immer nur im Team!

Bist du lieber Coach oder doch Kämpfer?

Sagen wir so, ich bin jetzt in einem Alter, in dem man eher Coach ist als Kämpfer. Ich habe natürlich noch ein paar Fights in mir, aber es macht mir doch riesigen Spaß, junge Sportler an den Sport heran und zu Erfolgen zu führen.

Nach diesem Erfolg erwartet man jetzt natürlich deinen nächsten Streich. Welches Turnier hast du jetzt fest im Fokus?

Der Erfolg war ja nicht so riesig, wie er sich auf dem Papier liest. Ich habe deshalb sofort nach dem Turnier in München Flüge und Hotel für die IBJJF European Open in Lissabon gebucht. Vielleicht gibt’s da ja ein paar mehr alte Haudegen, die kämpfen wollen.

Hast du während eines Turniers mal den Eindruck, verlieren zu können?

Naj a, als Braungurt kämpfst Du gegen Braungurte. Da kann man immer verlieren, also sollte man die Gegner schon ernst nehmen. Bei diesem aktuellen Fight war ich aber ziemlich zuversichtlich und konnte ihm sofort meinen Stil aufzwingen. Deep Halfguard, Sweep und dann von oben nach Hause gekämpft.

Du bist der Deutschland-Repräsentant der NAGA. Wie geht es damit weiter?

Am 16. November war die NAGA wieder auf europäischem Boden in Paris. Dort fanden die finalen Gespräche statt, was in Deutschland 2014 mit der NAGA passiert. Aktueller Stand ist, dass die NAGA 2014 wieder nach Deutschland kommen will. Zur Diskussion steht, ob es ein Turnier oder sogar zwei geben wird. Wenn das entschieden ist, können wir erst Orte und Zeiten nennen. Ich denke, Limburg hat eine prima Erstveranstaltung hingelegt und ist somit eigentlich gesetzt.

Vielen Dank für das Interview, der letzte Satz ist deiner!

Ich möchte meinem Team Checkmat  sowie meinen Trainern Peter Schira und Michelle Nicolini herzlich für die Unterstützung bei der Vorbereitung danken.