Grappling

Schwarzer Gürtel für Michael Wachter

Marcelo Coppa und Michael Wachter nach der Verleihung. (Foto: Michael Wachter)

Dem Limburger Michael Wachter wurde gerade der schwarze Gürtel im BJJ von Marcelo Coppa verliehen. Wachter hat nach elf Jahren des vielen Trainings das erste Etappenziel erreicht.

Groundandpound.de: Hallo Michael, herzlichen Glückwunsch zum schwarzen Gürtel im BJJ. Nach elf Jahren BJJ hast du den schwarzen Gurt von Marcelo Coppa verliehen bekommen. Was geht in dir vor?
Michael Wachter: Das freut mich natürlich riesig. Gerade in den letzten Jahren hab ich im Training, auf Wettbewerben, als Referee und auch sonst rund um das BJJ noch einmal richtig Gas gegeben und freue mich nun, diese neue "Teiletappe" geschafft zu haben.

Was bedeutet dies alles für dich?
Natürlich bedeutet mir das sehr viel. Gleichzeitig übernimmt man aber auch eine Verantwortung, der man jedes Training versuchen muss gerecht zu werden. Es ist also Anerkennung und Ansporn zugleich, weiterzumachen.

Wie viele Mühen und Zeit musstest du auf dich nehmen?
Da es ja mein Hobby ist, waren es keine Mühen. Die Zeit zum Training, die musste ich mir als Selbstständiger schon hin und wieder stehlen. Aber gibt es einen schöneren Grund?

Rückblickend: Wenn du an deine Anfangszeit zurückdenkst, was hat dich immer motiviert, um dahin zu kommen, wo du jetzt bist?
Meine Anfangszeit im BJJ war ernüchternd. Als ich das erste Mal zum BJJ kam, war ich schon lange Dan-Träger im Ju-Jutsu und hatte etliche Wettkampferfahrung im alten JJ-Kampfsystem und viele Sparringsrunden mit unserer Judoabteilung auf dem Buckel.

Ich kam also zum BJJ und dachte, ich könnte mit den Jungs zumindest etwas mithalten und leider (oder glücklicherweise) wurde mir so richtig der Hintern versohlt. Der Rest ist einfach, ich wollte das auch lernen und begann sofort regelmäßig zu trainieren.

Wie sehr zählt der Kampf auf der Matte für dich?
Da ich ja jetzt schon bei den alten Säcken kämpfe, sehe ich Turniere nicht mehr zu verbissen. Es macht Spaß, sich zu testen und mit anderen zu raufen. Die Vorbereitungen halten fit, man hat ein Ziel und kann sich austesten. So bleibt man auch Vorbild für seine Schüler.

Da man selbst beim Training nicht jeden Kampf gewinnen kann, was für Lehren konntest du aus dem Verlieren ziehen?
Jede Menge. Wie kann man besser seine Grenzen und Schwachpunkte aufgezeigt bekommen, als im Wettkampf oder auch im Sparring zu verlieren.

Warum wollen so wenig Anfänger am Anfang ihrer Karriere im Kampf tappen?
Keiner will gerne tappen. Anfänger müssen das Lernen bzw. von ihren Trainern erklärt bekommen. Was nützt es im Wettkampf, aus zu großem Stolz oder Ehrgeiz zu spät oder nicht zu tappen, nur um dann evtl. viele Wochen verletzt zu sein und etliche Trainingseinheiten und kommende Wettkämpfe zu verpassen. So was kann negativen Einfluss auf die komplette sportliche Entwicklung haben. Wie gesagt, Anfänger sind unerfahren, also ist es der Job der Trainer, ihnen auch solche Dinge zu erklären.

Was für Projekte stehen bei dir demnächst an?
Da gibt es einige Sachen. Ich werde die NAGA bei ihrer Expansion in Europa als Referee begleiten und habe gerade heute den offiziellen Startschuss für den OKAMI CUP 2014 gegeben. Wir werden am 04.10.2014 in Limburg (gleiche Halle und gleiches Team wie bei der NAGA 2013) ein verbandsoffenes BJJ Gi und No Gi Turnier auf die Beine stellen.

Vielen Dank, der letzte Satz ist deiner.
An dieser Stelle möchte ich meinen Lehrern Keisuke Kita, Peter Schira, Michelle Nicolini und Marcelo Coppa danken! Weiterhin gebührt meinen Schülern ein großer Anteil an meinem Erfolg. Ohne sie hätte ich keine Trainingspartner und Fragensteller, die mich "zwingen", immer weiter an mir zu arbeiten.