Grappling

Offene Einzelmeisterschaften der Deutschen Grappling Liga

Fotos via DGL

Am Ende schlossen sich hinter den gehenden Gästen die Eingangstüren, gerade erst sind die ersten offenen Einzelmeisterschaften der Deutschen Grappling Liga beendet worden. Die Halle ist leer, auf den Rängen liegen noch vereinzelnd Zeitungen und Flyer. Ein paar Minuten zuvor feierte man hier noch die Sieger, die sicherlich damit in die Deutschen (Grappling-) Geschichtsbücher eingehen werden. Sie sind die ersten Gewinner der Deutschen Einzelmeisterschaften, die sich dort eingetragen haben. „Ein riesen Event für unsere Verhältnisse“, sagte ein Zuschauer während des Turniers. Franco De Leonardis war als Hauptverantwortlicher und Organisator am Ende zwar ziemlich kaputt, aber auch ziemlich glücklich.

Außerdem verrät er einen der Gründe für dieses Turnier: „Wir wollen mit der Deutschen Meisterschaften die einzelnen Athleten fördern und bewerten. Wer hat es einzeln am Besten drauf, der Kämpfer allein zählt und nicht die Mannschaft, die dahinter steckt.“ De Leonardis weiter: „Kämpfer wie Peter Sobotta sind auf solchen Turnieren groß geworden. Es kann nur gut sein, wenn es viele verschiedene Grapplingturniere in Deutschland gibt. Nur so können wir eine ausreichende Basis für den Sport schaffen.“

Volle Pools versprachen viele Kämpfe. Doch auch die Qualität der einzelnen Athleten versprach viel Klasse. Doppeltes Glück für jeden anwesenden Zuschauer, die leider nicht so zahlreich erschienen, wie man es für so eine Dimension eines Turniers eigentlich dachte. Sechs Gewichtsklassen suchten ihre Meister.

Es gab in einigen Gewichtsklassen kleine Überraschungen, insgesamt wurden aber die Favoriten ihrer Rolle gerecht und gewannen souverän.

Gesamtsieger wurde das Team Taifun Luta Livre. Die Klassen -75kg (Harun Kanberoglu), -80kg (Malte Janssen) und +90kg (Nick Salchow) hatte man für sich erschieden. Daneben sprangen noch ein zweiter und ein Platz heraus. Deshalb war die Laune von Taifun-Coach Armin Eslami ziemlich gut: „Mit meinem Team versuchen wir den Sport in Deutschland zu fördern wo es nur geht, unterstützen die Veranstaltungen mit unserer Anwesenheit und geben alles beim Kämpfen“, und weiter: „Erstmal geht der Dank an Ortega und sein Team, die sich die Arbeit und Mühe gemacht haben, ein gutes Turnier auf die Beine zu stellen.“ Er hatte aber auch kritische Worte parat: „Leider war es auf Grund der Urlaubszeit für eine deutsche Meisterschaft sehr schwach besucht und die Regel mit den ersten drei Minuten, die ohne Punkte laufen, ist auch nicht so nach meinem Geschmack. Mich würde es freuen, wenn es so ablaufen würde wie im Ligabetrieb der DGL.“

Zwei Gewichtsklassen konnte Suum Cuique Mainz für sich einnehmen. Bei -65kg (Frank Stäblein) und -70kg (Maurice Skrober) dominierte man. Frank Stäblein sah sich neben dem Gewinn der Gewichtsklasse einem Klasse-Turnier gegenüber: „Die Qualität hat auf jeden Fall gestimmt. Es waren hochklassige Kämpfe dabei“, lobt Stäblein die Meisterschaften und weiter: „Mit den Finals bis 70kg und bis 90kg waren technisch und taktisch die besten Kämpfe für mich zu sehen. Alle haben eine tolle Art zu kämpfen.“ Doch trotz des Sieges geht es für Frank Stäblein in den kommenden Wochen erst richtig los: „Die Belastung wird nicht weniger.“ Denn auf dem Plan stehen mit dem dritten Kampftag der Deutschen Grappling Liga (Anfang September), den ADCC Germany Trails (18. September) und den FILA Europameisterschaften in Polen (24. bis 26. September) ein heißer Monat an.

Offenen Einzelmeisterschaften der Deutschen Grappling Liga
7. August 2010
Großostheim


Die Ergebnisse im Einzelnen:
http://www.groundandpound.de/grappling/news/offene-einzelmeisterschaften-der-dgl/