Grappling

Michael Haselein und Heiko Schönborn

Foto: Michael Haselein und Heiko Schönborn

Jetzt ist es ein paar Tage her, doch das Glück überwiegt immer noch und hat Bestand. Für Michael Haselein liefen die European Open IBJJF Championships 2013 wie am Schnürchen. Er kam, kämpfte und siegte! Er gewann in seiner Konkurrenz den Titel des Europameisters im Mittelgewicht bei den Schwarzgurten (Senior 2). Dabei war es gar nicht so geplant. Eigentlich wollte Haselein nur Kontakte pflegen, doch  dann kam es anders, er kämpfte mit. Alles Weitere im Kurzinterview.

Wie war die Vorbereitung für die EM?
Michael Haselein: Leider hatte ich keine Vorbereitung. Schon die letzten 2-3 Jahre habe ich verletzungsbedingt keine Möglichkeit gehabt, richtig zu trainieren. Es kam eins nach dem anderen. Dann noch Kind und Haus Mitte letzten Jahres und das letzte bisschen Freizeit war hinüber.

Ich hatte ja das erste Mal wieder richtig gekämpft bei unserer IDM 2012, als Mario Stapel keinen Gegner in seiner Klasse hatte und ich mich dazu kurzfristig entschlossen hatte. Zur EM bin ich hauptsächlich wegen der Verbandsgeschichte, verbunden mit diversen Gesprächen.

Ich dachte dann, wenn ich schon mal dort bin, mache ich just for Fun einfach mit. Vielleicht war es auch gerade diese ungezwungene Einstellung, was mich stressfrei kämpfen ließ. Das Einzige, was mich störte, war, dass ich fast nix essen konnte ein paar Tage vorher wegen Gewicht und ich dann sogar noch 2,5kg weniger hatte, vor dem ersten Kampf.

Im Halbfinale ging es gegen Thomas Holtmann. Ein vorweg genommenes Finale?
Ich hatte keine Ahnung, wie gut Thomas Holtmann ist, da ich ihn zuvor nie kämpfen gesehen hatte. War aber doch sehr überrascht, wie gut er ist. Aber was soll ich sagen, er ist eben auch ein Schwarzgurt und das zu Recht!

Was waren für die die Höhepunkte?
Wenn ich mich recht erinnere, waren es laut Veranstalter 2.263 Teilnehmer. Die Organisation verblüfft mich immer wieder aufs Neue, aber das sollte für uns als Veranstalter als Richtlinie dienen.

Das war dein zehnter EM-Titel. Wie viele kommen noch dazu?
Ja, ich glaube das war mein zehnter EM-Titel. Meine Freundin meinte, das wäre doch ein guter Anlass, um aufzuhören, aber sag das mal einem, der seit 34 Jahren auf der Matte spielt.

Was steht jetzt als nächstes bei dir auf dem Plan?
Momentan konzentriere ich mich mehr auf den Verband. Wir haben einige neue Leute mit guten und neuen Ideen im Vorstand. Auch das Prüfungswesen wird sich ab sofort ändern, zum Positiven für Quereinsteiger und die Zusammenarbeit mit der IBJJF wird intensiviert. Wir werden aber alles Weitere bald auf unserer HP veröffentlichen.

Auch für den Berliner Jung Heiko Schönborn hätte es nicht besser laufen können. Der BJJ-Spezialist dominierte in in seiner Klasse bis 100,5kg seine Gegner nach Belieben.

Dazu Schönborn: "Was soll ich sagen. Die EM in Portugal war wieder ganz großes Kino. Wir haben viele Topathleten gesehen und alles war mega organisiert für solch ein Riesen-Event. Für uns lief es auch ganz gut. Christian Kühn und ich haben in unserer Alters- und Gürtelkategorie die Goldmedaille geholt. Ich hatte ein Freilos und habe meine zwei Kämpfe mit Submission gewonnen. Das Schöne war, dass ich dieses Jahr in der Gewichtsklasse bis 100,5 kg (Senior 1) kämpfen konnte, wo einfach mehr Gegner sind."

Und weiter abschließend: "Insgesamt hat das Berliner Team fünfmal Gold, einmal Silber und Bronze gewonnen. Generell waren viele Deutsche am Start die sich alle wacker geschlagen haben. BJJ wächst und wächst in Deutschland, was ich super finde und auf mehr BJJ-Turniere auch hierzulande hoffe."

Die Berliner waren wirklich sehr erfolgreich! Neben Schönborn und Charlotte von Baumgarten, die zwei EM-Titel holte (GnP berichtete), war auch Christian Kühn mit Gold wieder nach Deutschland gekommen (in der Brown Belts Senior 1 Mittelgewicht). Auch Markus Schmidt kam aufs Treppchen (Bronze bei den Purple Belts Master Mittelgewicht). Sebastian Oberreit rundete mit Silber bei den White Belts Master im Federgewicht den Berliner Erfolg ab.