Grappling

„In meinem Leben wird sich bald viel ändern"

Foto: Sascha „Papaluka“ Ernst

Sascha „Papaluka“ Ernst konnte seinen Titel bei den German No-Gi Championships am vergangenen Wochenende in Hamburg erfolgreich verteidigen. Das alles kommt nicht von ungefähr. Papaluka bereitet sich auf seine Art akribisch vor.

Groundandpound.de: Hallo Papaluka, herzlichen Glückwunsch zum erneuten Gewinn der German No-Gi Championships. Hattest du diesmal mehr Mühe?
Sascha Ernst: Erst mal vielen Dank für das Interview. Es gibt keine leichten Kämpfe, wenn man in der Elite-Klasse antritt. Zum Glück ist es mir bis jetzt noch nicht passiert, dass ich jemand, der Lilagurt und höher ist, treffe, der sein Handwerk nicht versteht. Wir sind ja zum Glück noch nicht da, wo TKD und WT mittlerweile geendet sind.

Ich tue mich immer etwas schwer, in Kampfmodus zu schalten, weil ich sehr entspannt durchs Leben gehe. Dieses Turnier stellte keine Ausnahme da. Ich habe meinen ersten Kampf im Schwergewicht verpennt und verdient gegen einen guten Gegner verloren. Danach war ich so von mir selber angepisst, dass ich in Form gekommen bin, und es gibt ja zum Glück die Absolute Klasse.

Ist es für dich etwas Besonderes, zum zweiten Mal das Edelmetall in den Händen zu halten?
Ich liebe den Wettkampf. Jedes Turnier und jeder Gegner sind ein Geschenk des Schicksals. Das Edelmetall ist schön, aber eigentlich nur eine Dekoration und Erinnerung.

Wie beurteilst du deine Kämpfe bei den Championships?
Bis auf den ersten Kampf war ich sehr zufrieden, da ich mein Spiel dominant spielen konnte und im Finale einen bekannten Braungurt besiegen konnte, der mir mein Leben nicht leicht gemacht hat.

Du bist ein starker Grappler; was ist dir bei deinem Training am wichtigsten?
Wer kämpfen lernen will, muss kämpfen. Es geht sehr viel um Situationssparring, Fitness und Intensität (lacht).

Ich trainiere eigentlich gar kein Grappling oder BJJ mehr. Ich unterrichte es nur, weil ich mit meinem eigenen Trainingspartner den Trainingsplan der MMA-Athleten von AKA verfolge. Mein Trainingspartner Piotr hat es mitgebracht, als sich Cain auf den JDS-Kampf vorbereitet hat. Es ist eine sehr sinnvolle Struktur, die aber nur eine Grappling-Einheit pro Woche beinhält, und diese ist auch MMA spezifisch.

Hat dir dein Trainingslager in den USA vor einiger Zeit genau die Lücken in deinem Game geschlossen, die dich so erfolgreich machen?
Wer weiß, dass er nix weiß, weiß mehr als der, der nicht weiß, dass er nix weiß. Ich würde eher sagen, dass sie mir gezeigt haben, wie groß meine Lücken wirklich sind. Es war auch interessant zu sehen, dass viele Techniken und Taktiken, die hier zu Lande immer klappen, dort gar nicht funktionierten und anders herum. Ich habe noch ein bis zwei Jahre aktives MMA vor mir, danach werde ich mich mal wieder ernsthaft ums reine Grappeln konzentrieren, weil ich mir meinen Schwarzgurt irgendwann auch noch verdienen muss.

Was steht bei dir als nächstes auf dem Turnierplan?
In der DGL steht uns mit Sparta ein sehr wichtiger Kampftag bevor, da es bis jetzt nicht optimal gelaufen ist. Bis zu vier meiner Schüler werden mit antreten und müssen optimal vorbereitet sein. Gleich danach geht es zu Marshmallow auf sein BJJ-Eliteturnier. Mir graust schon davor, wenn ich mich mal wieder auf eine Waage traue.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg! Der letzte Satz ist wie immer deiner!
In meinem Leben wird sich bald viel ändern, aber das erfahrt ihr, wenn soweit ist. Meine Schüler und Trainingspartner machen mich zum dem, der ich heute bin. Noch einen herzlichen Dank an Phantom, denn ohne Unterstützung kommt man in diesem Sport nicht voran.