Grappling

„Ich trainiere viel und mit den besten Fightern der Welt“

Foto: Patrick Talmon

Am vergangenen Wochenende siegte nicht nur die NAGA in Deutschland. Sondern es gab auch viele Sieger in den Klassen. Patrick Talmon vom GFTeam gewann in seiner Gewichtsklasse den NAGA-Titel. Im Finale gab es einen Punktsieg. Der neue NAGA-Champion resümiert im Interview.

Groundandpound.de: Hi Patrick, herzlichen Glückwunsch zu deinem Titel. Wie froh bist du gerade?
Patrick Talmon: Vielen Dank, meine Freude ist eigentlich kaum in Worte zu fassen. Hinter diesem Titel steckt viel und harte Arbeit. Und da es das Ziel war, einen Gürtel zu holen und ich das
Ziel erreicht habe, bin ich überglücklich.

Was ging in dir vor, als du das Finale gewonnen hattest?
Es dauerte eine Weile, bis ich es realisiert hatte. Es waren wirklich harte Gegner mit  einem hohen technischen Stand und dann ganz oben zu stehen am Ende des Tages ist  natürlich das größte Gefühl, dass sich ein Wettkämpfer vorstellen kann, zumal es der  erste Auftritt der NAGA in Deutschland war, was es natürlich zu einem besonderen Ereignis gemacht hat.

Hattest du deine Gegner vorher schon beobachten, quasi lesen können?
Nein eigentlich nicht, ich schaue mir Gegner nie vorher an. Da mein technisches Repertoire sehr hoch ist, bin ich in der Lage während des Kampfes auf alle Situationen zu reagieren. Ich denke, sich im Vorfeld Gedanken über einen Kampf zu machen bringt nichts, da der Kampf dann meistens eh anders verläuft. Die Vorbereitung lief hervorragend, ich habe für meine Schüler und mich zwei Schwarzgurte vom GFTeam eingeladen, die die komplette Woche mit uns ein Vorbereitungscamp veranstaltet haben. Ich hatte jeden Tag zwei Einheiten und war somit körperlich bestens vorbereitet.

Wie verlief insgesamt deine Vorbereitung auf die NAGA?
Diese Frage ist schnell und einfach zu beantworten: Ich trainiere viel und mit den besten Fightern der Welt. Wir haben im letzten Jahr unzählige große Namen bei uns gehabt, die alle ihren Teil zu meinem und zu dem Erfolg des Teams beigetragen haben.

Wie wichtig ist die ein gut funktionierendes Team?
Ohne ein funktionierendes Team kannst du nichts leisten.

Was steht jetzt bei dir an?
Ich fliege am Mittwoch, dem 15.5.2013 nach London und habe da bis Samstag ein weiteres Trainingcamp für die British Open, die ich am 19.05.2013 kämpfen werde. Dann kommt Ende Juni Ricardo Evangelista aus Brasilien für unser Trainingscamp für die Rom Open und die No-Gi Europameisterschaft.

Du bist ja auch ein Quereinsteiger in Sachen BJJ, kommst ja eigentlich aus anderen Kampfkünsten. Warum hat sich gerade das BJJ so gefesselt?
Ja, du hast Recht. Ich komm eigentlich aus dem klassischen Wing Tzun und kam erst später zum BJJ. Was mich so fesselt an dieser Kunst ist die Tatsache, dass du deinen kompletten Körper benutzen musst. Machst du etwas nur mit einem Arm oder nur mit einem Bein funktioniert es nicht, tust du es aber gleichzeitig mit Beiden, dann klappt es plötzlich. Ein weiteres ist, dass detaillierte arbeiten, hast du ein Fuß, eine Hand oder den Kopf ein paar Zentimeter an der falschen Stelle, klappt es nicht. Du musst immer an dir arbeiten und lernst nie aus und natürlich der Wettkampf. Du gehst auf die Matte und misst dich mit anderen Sportlern, die genauso hart trainieren wie du, um
herauszufinden, wer jetzt der Bessere ist.

Vielen Dank, der letzte Satz gehört dir!
Ich möchte mich bei allen GFTeam Fightern bedanken, die ihren Beitrag zu den ganzen Erfolgen und jetzt zu dem NAGA Champions-Gürtel geleistet haben. Mein besonderer Dank geht an Gabriel Rainho Fontes, unseren Europa-Chef, der mich unermüdlich unterstützt und an mich glaubt.