Grappling

„Ich konnte die Gegner überraschen“

Platz eins gefällt dem Erlangener Wolfgang Heindel besonders gut. (Foto: Wolfgang Heindel)

Wolfgang Heindel konnte bei den Munich Open am vergangenen Wochenende bei den Braungurten im Mittelgewicht und in der offenen Klasse voll Punkten! Zweimal Gold hieß das Ergebnis. Der Erlangener ist zurzeit in Topform, genau das möchte er auch zeigen.

Groundandpound.de: Hallo Wolfgang, herzlichen Glückwunsch zum doppelten Gold bei den Munich Open. Wie ist dein Resümee?
Wolfgang Heindel: Ich konnte die Gegner überraschen, indem ich mit unterschiedlichen Games gearbeitet habe. Damit bei der Open Class auch Gegner doppelt dran waren, habe ich gewechselt zwischen Top-Game und Bottom-Game und hab somit die Initiative behalten und konnte diese so ständig unter Druck setzten.

Konntest du wieder mit deiner Spezialtechnik gewinnen?
Ich hab mir für die Europeans im letzten Jahr ein paar Deep Half Guard Sachen angeeignet – von Caio Terra inspiriert – da er auch meist leichter ist, haben diese Sachen super in der Open Class funktioniert – wo ich vor allem im Finale Größen- und Gewichtsnachteile hatte.

Du lieferst auch bei den Braungurten immer Topleistungen ab. Wie motivierst du dich, auf diesem Level zu kämpfen?
Seit jeher kämpfe ich gerne und das Kämpfen an sich lässt mich noch nicht los. Ich glaube, es ist einfach das Gefühl kurz vor dem Kampf, wenn der Körper das ganze Adrenalin ausschüttet. Dies ist meine Motivation für das Training und weswegen ich immer wieder auf die Matte gehe. Wenn ich dann drauf stehe, will ich gewinnen...

Du hast jetzt schon viele Erfolge als Braungurt feiern können. Zuletzt war es ja auch eine Silbermedaille bei den IBJJF London Open. Wann ist der Schwarzgurt fällig?
Diese Frage zu beantworten, steht mir nicht zu. Da mein BJJ-Werdegang allerdings etwas verschachtelt ist und ich nicht wirklich einen einzigen Lehrer habe, hoffe ich, dass irgendjemand meine Leistung anerkennt und wenn es soweit ist, sagt: Komm, wir machen das jetzt.

Du hattest nach deinem zweiten Platz ja schon angekündigt, bei den Munich Open anzugreifen. War der Erfolg trotzdem ein großer Druck für dich?
Vor heimischem Publikum mit vielen Freunden und Bekannten ist es immer ein wenig mehr Druck, allerdings hat man auch mehr Support. Ich denke, ab einem gewissen Level gehört der Druck einfach dazu und damit umzugehen ist auch Teil der Entwicklung im BJJ.

Wie geht es jetzt für dich weiter? Next Stop European Championships in Lissabon im Januar kommenden Jahres?
So wie es aktuell aussieht, klappt es wohl mit Lissabon leider nicht. Allerdings kommt die IBJJF nächstes Jahr neben den Turnieren in London und Italien auch nach Zürich und Paris. Außerdem soll es auch in Deutschland  wieder ein Event geben. Das heißt, ich möchte nächstes Jahr mindestens drei IBJJF-Events mitnehmen – ich sehe da auch ein wenig die Verantwortung zu zeigen, auf welchem Level deutsche BJJler mithalten können.

Was liegt derzeit noch in der Planungsschublade im Hause Heindel?
Neben dem Kämpfen ist Fernweh meine große Schwäche. Ich brauch auch ab und zu mal Abstand zur Matte, um dann frisch und motiviert zurückzukommen. Also geht’s über Weihnachten vier Wochen mit dem Rucksack nach Ecuador – ohne Gi...

Vielen Dank für das Interview. Der letzte Satz ist wie immer deiner!
Ich könnte hier vielen Weggefährten und meinem Sponsor danken, aber an dieser Stelle würde ich gerne einzig und alleine eine Liebeserklärung an meine Frau machen. Kerstin hält mir immer den Rücken frei, hat immer Verständnis, wenn es um Training oder Wettkämpfe geht und unterstützt mich wo es nur geht – auch wenn ich zehn Wochenenden am Stück irgendwo unterwegs bin – anders wäre es nicht machbar – love you!