Grappling

„Ich kämpfe, um zu kämpfen“

Jörg "Marshmallow" Lothmann und Nick Hein

Am 18. Januar kommenden Jahres wird Jörg „Marshmallow“ Lothmann einen BJJ-Superkampf gegen Nick Hein bestreiten (GnP berichtete). Im Rahmen von „The Bridge: We Fight For Kids“ werden beide Kämpfer zu Gunsten wohltätiger Zwecke auf der Kampffläche zu finden sein. Marshmallow freut sich auf das Aufeinandertreffen gegen Nick Hein. Hein ist spontan da rein gerutscht. Lothmanns erster Gegner, Andreas Begenz, musste verletzungsbedingt absagen.

Grondandpound.de: Hallo Jörg, du wirst demnächst einen BJJ-Superkampf gegen Nick Hein bestreiten. Wie kam es dazu?
Jörg „Marshmallow“ Lothmann: Da sich Andreas Begenz verletzt hat, mussten Alessandro Sorce und ich einen neuen Gegner suchen. Da habe ich Nick angerufen und gefragt, ob er da mitmacht.

Wie schnell konnte man ihn überzeugen mitzumachen?
Nick hat sehr lange gebraucht, ja zu sagen, so ca. ein bis zwei Sekunden (lacht). Er war sofort dabei, ohne zu zögern, und genau das macht echte Kämpfer aus. Nick ist ein sehr freundlicher und netter Mensch und genauso gerne dabei, wenn es um wohltätige Zwecke geht.

Du engagierst dich sehr für wohltätige Zwecke und karitative Einrichtungen. Wie kam dieses Projekt zustand?
Ich bin seit 30 Jahren dabei, wenn es um wohltätige Zwecke geht, das war mir schon immer sehr wichtig. Als ich bei Facebook gelesen habe, dass Alessandro Sorce das Event in Saarbrücken macht und sich einige darüber aufregten, dass es kein Geld gibt, habe ich den Kontakt zu ihm gesucht und ihm meine Hilfe angeboten, um allen zu zeigen, wie wichtig so was ist und Geld nicht alles. So sind Anke (Müller, Deutschlands erfolgreichste Bodenkämpferin 2013, Anm. d. Red.) und ich dabei.

Nick Hein ist auch ein ausgezeichneter Bodenkämpfer, hat viele Jahre als Judoka international für Furore gesorgt. Einer seiner Trainingspartner war der Olympiasieger Ole Bischof. Ist BJJ trotzdem ein anderer Tanz?
Deshalb bin ich auch Nick sehr dankbar, dass er auch so denkt und mitmacht. Das ist so meine Macke, dass ich immer die Herausforderung suche und immer den harten Weg gehe, ich kämpfe um zu kämpfen. Ich hasse es, wenn man ein Kampfsport macht, aber nicht kämpft. Ich trainiere ja auch nicht Fußball und gehe dann nicht zum Spiel.

Für mich gehört es zusammen und im BJJ gibt es ja auch Alters- und Leistungsklassen, da kann man auch im Alter noch kämpfen. Dass ich da etwas anders bin, haben ja schon alle gesehen. Es gibt nicht viele in meinem Alter, die noch so viel MMA, BJJ und Grappling kämpfen, und das alles mit 47 Jahren.

Mir ist es sehr wichtig, dass ich mit den Besten mithalten kann, und dafür trainiere ich fünf bis sechs Mal in der Woche und verstecke mich nicht hinter dem Alter. Dass Nick ein sehr harter Gegner ist, das ist mir klar, auch wenn wir nach BJJ-Regeln kämpfen. Nick ist technisch sehr gut und von der Kraft wohl das Härteste, was ich je kämpfen werde.

Du gehst in deine Kämpfe immer ziemlich gelassen. Als Außenstehender sieht es aus, als ob du den Gegner erst einmal machen lässt. Doch plötzlich bist du dann da. Ist das ein Teil deines Gameplans?
Dass ich gelassen bin, sieht nur so aus, alles Tarnung. Ich kämpfe immer etwas abwartend, ob das bei Nick auch so geht, werden wir sehen. Ich bin halt gut darin zu sehen, wo etwas geht oder nicht und wann es Zeit ist, anzugreifen.

Wie ist deine Marschroute in dem Kampf gegen Nick Hein?
Nicht werfen lassen. Wenn ich das schaffe, habe ich schon viel erreicht. Dann versuchen, dass Nick nicht seine Kraft einsetzen kann und zum guten Schluss ganz ganz tief in die Trickkiste greifen. Wenn ich das alles schaffe, dann ist das das Wunder von Saarbrücken. Wichtig sind nur die Kinder!

Was steht als nächstes nach dem Kampf bei dir an?
Die Vorbereitungen von Kiru 8, wo sich schon Teams angemeldet haben. Da werde ich auch einen Superfight gegen Frank Burczynski haben. Ansonsten geht es erst mal mit meinem Beruf weiter und wenn da alles klar ist, dann schaue ich nach meinem nächsten MMA-Kampf.

Vielen Dank, der letzte Satz ist deiner!
Ich bedanke mich bei meiner Frau und Familie, die mir das alles ermöglichen. Danke an Sascha Papaluka Ernst, Maurice Van W. für die gute Vorbereitung. Meine Schüler, die viel leiden müssen. An Sparta Essen und vor allem Les! Ohne euch wäre ich nicht da, wo ich bin. An die Fitzone, danke für die Zeit zum Training. Und einen großen Dank an meine Sponsoren Phantom, super Gi. BMS, ihr seid die Besten und Thorsten Sportsdentist Rick, der beste Zahnschutz der Welt.