Grappling

„Ich habe gepunktet und dann konsequent mein Game verfolgt“

Foto: Wolfgang Heindel

Eine weitere Platzierung für Deutschland erreichte bei den IBJJF Open Wolfgang Heindel bei den Braungurten Master Middle. Er kämpfte sich durch die Vorrunde bis ins Finale und musste sich dort knapp geschlagen geben, wodurch er Silber verbuchen konnte. Nach dem dritten Platz bei den Europeans in Lissabon eine Verbesserung und eine weitere Medaille auf einem großen IBJJF-Event.

Dabei ist es meist sehr still um den ruhigen Erlanger, der einen sehr weiten Fokus hat. Neben Judo und JJIF Sport Ju-Jutsu befasst er sich jetzt auch seit 2006 mit Grappling und BJJ. Sein Ziel ist ganz klar auch im BJJ weiterzukommen. Dafür hat er sich jetzt gut präsentiert auf beiden Wettkämpfen hat er gute Braungurte aus ganz Europa geschlagen. Über sein gutes Verhältnis zu Franco DeLeonardis & die Münchner BJJ Szene bekommt er häufig guten Input und entwickelt sich ständig weiter. Nächstes Ziel ist die IBJJF Munich Open.

GroundandPound: Du hast die Silbermedaille bei den London Open gewonnen. Was hat dir zum Gold gefehlt?
Wolfgang Heindel: Zwei Punkte – ein Sweep hätte geholfen – Spaß beiseite. Generell muss ich sagen, dass im höheren Gürtelniveau auch das technische Niveau der Kämpfer stark ansteigt. Ich war technisch, psychisch und taktisch topfit. Allerdings konnte ich mich aufgrund einiger beruflichen Projekte physisch nicht optimal vorbereiten. Das soll jetzt keine Ausrede sein die anderen haben das Problem auch, aber alle Kämpfe über die volle Zeit und wenig Pause. Wenn man da nur kleine Unregelmäßigkeiten in der Vorbereitung hat, rächt sich das.

Wie hoch ist dieser Erfolg für dich einzuschätzen?
Es ist eine IBJJF Medaille in der zweithöchsten Gurtklasse und ich habe gute Brownbelts mit vielen Streifen am Gürtel geschlagen, das ist schon wichtig. Allerdings war das Feld in Lissabon härter und ich würde die Bronzeplatzierung in Lissabon bei den Europeans höher werten. In beiden Turnieren habe ich nur gegen den späteren Sieger verloren.

Was lief am besten?
In den Kämpfen, welche ich für mich entscheiden konnte, habe ich keine Fehler gemacht. Ich habe gepunktet und dann konsequent mein Game verfolgt meine Führung ausgebaut und jeweils auf die Submissons gewartet, welche an diesem Tag halt nicht kamen.

Woran arbeitest du gerade?
Ich versuche mein Game auf die neuen Sachen einzustellen. Es gibt viele Variantenreiche Angriffe, die man kennen muss, um nicht überrascht zu werden. Daher arbeite ich gerade an vielen Exits aus den neuen Angriffen, um von der Attacke des Gegners zurück in meine Game zu kommen.

Was hast du jetzt nach den Munich Open geplant?
Ich nehme eine kurze Auszeit und geh nach Ecuador um einen 6000er zu besteigen. Zu den Europeans wäre ich wieder da, aber ich weiß noch nicht, ob ich auf so einem großen Event einfach mal „just for fun“ antreten soll. Auf alle Fälle würden mich die Master Worlds reizen, aber wenn dann nur mit richtig fokussierter Vorbereitung. Aber dafür wäre ja dann Zeit im ersten Halbjahr.