Grappling

„Ich geh jetzt Heim und bereite mich aufs nächste Mal vor“

Foto: Johannes Wieth

Der Deutsche „Mister Mundial“ Johannes Wieth wurde diesmal in seinem Wohnzimmer zum Ausziehen gezwungen! In diesem Jahr langte es nicht, um bei den Mundials in Long Beach/USA ins Finale einzuziehen. Wieth haben jetzt alle auf dem Zettel. Da der Ribeirio-Schüler stets zu den Favoriten zählt, hat man seine Art zu kämpfen analysiert. Doch Wieth geht weiter seinen Weg weiter und analysiert und reflektiert selber. Er möchte eines Tages als Deutscher Schwarzgurt der erste sein, der bei den Mundials gewinnt. Aber nicht nur für Deutschland, auch für sich und seinen Trainern Saulo und Xande Riberio.

Wieth gab Auskunft darüber, warum es diesmal nicht gelangt hat: „Zunächst einmal hat es sich wieder richtig gut angefühlt bei den Worlds teilzunehmen. Meine ersten beiden Kämpfe habe ich mit Submission gewonnen. Im Viertelfinale habe ich dann mit einem Vorteilspunkt verloren. Mein Gegner hat mich aus seiner Guard für einen Moment auf meinen Hintern gesetzt ohne dabei selbst nach oben zu kommen. Nach den neuen Regeln gibt das keinen Vorteilspunkt mehr, leider gab der Schiedsrichter aber meinem Gegner einen. Als er dann noch einen harmlosen Submissionversuch mit einem Vorteilspunkt belohnt bekam stand es dann 2-0 nach Vorteil.“

Wieth führt fort: „Ich habe ständig versucht seine Guard zu passieren, er hat aber gut verteidigt und durch seine Führung auch sehr passive Griffe gespielt. Als ich dann gegen Ende die Griffe lösen konnte und mit einem "rolling kimura" angegriffen habe bekam ich dafür einen Vorteilspunkt. Die Kampfzeit lief ab und es stand 2-1 Vorteilspunkte für ihn.“

Wieth weiß, woran er arbeiten muss: „Was ich daraus gelernt habe ist das ich in meinem Training noch mehr Situationsspiele üben muss in denen es ausschließlich darum geht nach Vorteil zu gewinnen. Dies widerstrebt mit zwar extrem aber ist leider nötig. Mein Ziel ist immer den Gegner klar zu dominieren und meine Position kontinuierlich zu verbessern und/oder den Kampf mit einer Submission zu beenden.“

Doch viele Kämpfer versuchen ihr Game durchzuziehen: „Leider spezialisieren sich zu viele Wettkämpfer auf Positionen wie die 50/50 Guard oder gewisse Arten der Openguard, um mit Vorteilspunkten zu gewinnen. Aber das ist wohl Teil des Spiels und auch damit muss man umgehen können. Mir persönlich wäre es am liebsten Vorteilspunkte abzuschaffen. Das würde alles wieder etwas mehr öffnen und vor allem dafür sorgen das es wieder mehr gekämpft wird. Wer am Sonntag die Finalkämpfe gesehen hat wird mir sicher recht geben das viele Kämpfe sehr langweilig waren und mit einem richtigen Kampf überhaupt nichts mehr zu tun hatten.“

Abschließend sagt Johannes Wieth: „Ich geh jetzt Heim und bereite mich aufs nächste Mal vor (lacht).“