Grappling

Hannah Rauch gewann die Dallas Open

Platz eins für Hannah Rauch. (Foto: Jan Zander)

Hannah Rauch war am vergangenen Wochenende aus deutscher Sicht die große Siegerin bei den Dallas Open. Sie marschierte durch ihre Gewichtsklasse und gewann diese eindrucksvoll. Das i-Tüpfelchen setzte sie dann auch noch mit dem dritten Platz in der Open Class. Jetzt nimmt Rauch ihr nächstes Ziel in Augenschein: Mundial!

Groundandpound.de: War für dich alles optimal?
Hannah Rauch: Die Veranstaltung Dallas Open war für mich das erste BJJ-Turnier außerhalb von Europa und ich konnte vor lauter Spannung die Kämpfe kaum abwarten.

Am Wettkampftag lief für mich in meiner Division alles nach Plan! Ich wusste genau welchen Takedown ich machen wollte und was darauf folgen sollte. In meinen Kämpfen habe ich meine Gegnerinnen, die sehr technisch waren, von oben kontrollieren können und gewann dann entweder nach Punkten oder Submission. Der Finalkampf in meiner Division war allerdings richtig Klasse. Nachdem ich meine Gegnerin werfen konnte, ging ich ihr direkt auf den Rücken und beendete den Kampf mit einem Würger. In der Open Class der Frauen konnte ich mir den 3. Platz sichern.

Was lief nicht so gut?
Der Tag auf der Dallas Open war für mich im Großen und Ganzen ein voller Erfolg. Für mich selbst konnte ich feststellen, dass mein BJJ auch außerhalb Europas bestehen kann. In der Absolut Class bin ich leider nur auf Platz 3 gekommen. Ich konnte ebenso wie in meiner Division meine Gegnerinnen kontrollieren. Beim Kampf um den Einzug ins Finale hatte ich meine Gegnerin in einem Würger aus dem Rücken, allerdings hatte ich nur ein Bein für die Backcontrol eingehakt und bekam so keine vier Punkte. Nachdem meine Gegnerin durch den Choke nicht aufgegeben hat sind wir in andere Positionen ohne Punktvergabe gewechselt. In den letzten zehn Sekunden verlor ich in der Openguard meine Base und meine Gegnerin konnte einen Sweep durchsetzen. So musste ich mich leider mit zwei Advantage-Punkten gegen zwei Sweep-Punkte geschlagen geben. Für meine Gegnerin allerdings freue ich mich, da sie die Open Class letzten Endes für sich entscheiden konnte.

Wie war das Turnier organisiert?
Was ich an internationalen Turnieren sehr schätze, ist die Zeittafel, die für jede Division aufgestellt wird. So weiß ich ganz genau wann meine Kämpfe beginnen und wann ich ungefähr fertig sein werde. Auf dem Turnier der Dallas Open wurden die geplanten Zeiten beachtet und somit konnte ich mich als Kämpferin mental gut auf die Kämpfe einstellen.

Wie geht es jetzt für dich weiter?
Als nächstes stehen für mich die Mundials in Long Beach, Kalifornien an. Um mich optimal auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, besuche ich ein Trainingscamp. Ab jetzt werde ich jeden Tag mehrmals auf der Matte stehen und versuchen, das Beste aus mir rauszuholen, um die Mundials zu gewinnen.

Auf das Niveau und meine Gegnerinnen bei der Weltmeisterschaft bin ich schon sehr gespannt. Ich freue mich, dort antreten zu können.

Hast Du irgendwelche Schlussworte für uns?
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass BJJ mittlerweile einen Großteil meines Lebens ausmacht und für mich ein Tag ohne BJJ schwer vorstellbar ist. Ich war schon immer sehr an Sport interessiert und Bewegung ist mit das Wichtigste für mich. Aber BJJ ist bis jetzt der einzige Sport, von dem ich sagen kann: "Ich bin süchtig danach!"

Des Weiteren möchte ich mich bei all meinen Trainingspartnern aus Regensburg und vor allem bei Jan Zander und Johannes Wieth für die Unterstützung, die mich immer wieder ein Stückchen weiter bringt, bedanken!

Hannah Rauch und ihr Freund Jan Zander traten als erfolgreichstes Paar auf. Dass Liebe Berge versetzen kann und stark motivierend wirkt, zeigten die beiden Sportler wieder einmal eindrucksvoll.  Während Hannah Rauch ihre zwei Medaillen holte, war Zander an der Matte. Als Jan Zander dann kämpfte, war Hannah Rauch vor Ort. Trotz technischer Überlegenheit verpasste Zander er knapp das Treppchen. War aber dennoch zufrieden. Jetzt sind beide dabei, sich für die Mundials vorzubereiten.