Grappling

„Go Hard or go Home”

Rome-Open-Sieger Samuel Sanvicente

Nach Platz drei bei den No-Gi European Championships gewann Samuel Sanvicente die BJJ Rome Open 2013. Nach fast zwei Jahren Wettkampfpause ging er auf die Matte und schnappte sich den Titel bei den Braungurten. Sanvicente ist noch lange nicht am Ende: Nach seinen drei Knie-Operationen, die endlich ausgeheilt sind, geht es erst richtig los!

Groundandpound.de: Herzlichen Glückwunsch zum Titel der Rome Open. Nach zwei Jahren Wettkampfpause so ein Triumph.

Samuel Sanvicente: Vielen Dank. Ich habe leider eine lange Wettkampfpause gemacht. Das war hart, aber ich habe trotzdem jeden Tag trainiert, und meine Schüler helfen mir viel. Ohne die Vorbereitung mit meinem Trainer, Ezekiel Zayas, wäre es auch nicht möglich.

Nach deinem Showkampf gegen Mourad Ben Abdallah hast du dir gleich den Rome-Open-Titel geschnappt; war es schwierig?

Es ist immer schwierig bei den IBJJF-Wettkämpfen, denn das Level ist wirklich hoch und wird jeden Tag besser. Aber wie immer hat es mir viel Spaß gemacht.

Du hattest in der Vergangenheit Probleme mit den Knien. Ist das Thema endgültig vom Tisch?

Ich habe schon drei Operationen gehabt; mein Knie wird nie wieder 100% sein und deswegen trainiere ich nicht mehr mit Anfängern oder Leuten, die zu schwer sind. So kann man die Verletzungsgefahr minimalisieren. Aber es geht momentan ganz gut, ich habe viel aus meinen Verletzungen gelernt, ich trainiere jetzt intelligenter.

Du bist ein extrem guter Kämpfer mit und ohne Gi. Wo fühlst du dich eher zu Hause?

Zu Hause fühle ich mich mit Gi, aber ich kämpfe auch No-Gi sehr gern.

Der dritte Platz bei den No-Gi European Championships war ganz knapp am doppelten Erfolg vorbei. Bist du ein wenig enttäuscht?

Ich war wirklich enttäuscht und sauer mit mir selbst. Bei der No-Gi-Europameisterschaft war ich bis 73,5kg angemeldet und zwei Stunden vor meinem ersten Kampf war ich zwei Kilo über meinem Gewicht. Diese zwei Kilo abzunehmen, war hart. Aber mein letzter Gegner war an diesem Tag besser als ich. Nächstes Mal werde ich eine bessere Vorbereitung haben.

Dein Schüler Kai Butzkies hat ebenfalls im No-Gi Gold geholt. Was macht euch so erfolgreich?

Kai war schon letztes Jahr Vize-Europameister mit Gi und dieses Jahr hat er eine sehr gute Entwicklung gehabt. Er hat richtig Herz. Er ist sehr stark, nicht nur physisch, sondern auch mental und das ist sehr wichtig für ein Wettkämpfer.

Bei den Ground Fighters haben wir das Glück, mehrmals am Tag trainieren zu können und die Entwicklung ist sehr schnell. Wir sind schon über 110 Schüler, welche "nur" wegen Jiu-Jitsu dabei sind, denn wir machen nichts anders. Es gibt keine Geheimnisse, nur Training. Meine Schüler sind meine Familie, wir sind zusammen auf der Matte, draußen, wir machen Urlaub zusammen. Mit dieser Atmosphäre, wenn jemand kämpfen muss, sind alle 100% dabei und hilfsbereit. Ohne diese Hilfe und Unterstützung von allen wäre es nicht möglich.

Wie ist die Trainingsphilosophie von den Ground Fighters Hamburg?

Das kann man mit einem Satz resümieren: „Go Hard or go Home.“ Egal ob du Wettkämpfer oder Freizeitsportler bist, ob du fit oder nicht fit bist. Versucht jeden Tag, deine Grenzen zu erreichen. Nicht nur physisch, auch deine mentalen Grenzen.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Ich konzentriere mich auf mein Team. Wir sind noch am Anfang und wollen noch großer werden. Und natürlich in meinen nächsten Wettkampf

Du hast jetzt den Braungurt im BJJ; wann wird daraus ein Schwarzer?

Das kann nur mein Trainer beantworten, ich habe überhaupt keine Eile. Ich konzentriere mich nur auf mein Training.

Vielen Dank, der letzte Satz ist für dich!

Ich möchte mich für eure Arbeit bedanken. Auch meiner Frau und meiner wunderschöne Tochter, meiner Familie von den Ground Fighters und meinem Trainer Ezekiel Zayas. Und natürlich auch meinen Sponsoren: Butzkies Stahlbau und Gyarmati Consulting. Ground Fighters - Ases Family, Peace und Jiu-Jitsu 4 Life.