Grappling

Finale der Deutschen Grappling Liga

Das Siegerteam. Der Deutsche Grappling Mannschaftsmeister Sparta Essen. (Fotos von GroundandPound)

Die letzten Zuschauer verließen gerade die Räumlichkeiten des Ringer Leistungszentrums in Aschaffenburg, da gönnten sich die Organisatoren ihre erste wirkliche Pause. Rund fünf Stunden lief das Finale um die Mannschaftsmeisterschaften der Deutschen Grappling Liga, deren Gewinner, die Spartaner aus Essen sich feiernd aus der Halle verabschiedeten.

Aber nicht nur sie waren an diesem Tag der große Gewinner, alle teilnehmenden Mannschaften machten aus der ersten Saison etwas ganz besonderes. Es war nicht nur der Kampf auf den Matten, oder die unzähligen Schweißtropfen, die man auf diesen vergossen hatte, nein, es war das Gesamtbild!

Siegerteam Essen war am Ende ein verdienter und vor allen Dingen starker Sieger, dass räumte sogar der Teamkapitän der Berliner ein: „Nochmals auch hier: Meine Gratulation und meinen aufrichtigen Respekt für diese Leistung! Das Team Sparta Essen war an dem Tag nicht zu schlagen!“ Denn hätte das Berliner Grappling Team im Schlusskampf gegen die Spartaner gewonnen, hätten sie ganz oben auf dem Treppchen gestanden, so blieb ihnen aber ein ebenfalls starker dritter Platz.

Endlich hatte man seinen ersten Deutschen Meister küren, endlich den begehrten Pokal übergeben können. Franco De Leonardis, einer der hauptverantwortlichen Organisatoren und gleichzeitig DGL-Gründer meinte nach dem Finale: „Hammer! Mein Glückwunsch an alle Teilnehmer und besonders an die Champions! Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht und ihr seit alle wieder dabei! Die Bewerbungen laufen derzeit wieder. Jedes kampfstarke Team kann sich bewerben.

Denn vor dem Finale, ist jetzt auch nach dem Finale: Es geht jetzt wieder los, einen genauen Termin gibt es aber noch nicht. Man peilt aber den April an, um wieder präsent zu sein. Genaue Details werden erst mit den Teamchefs besprochen.

Doch zurück zum Finale. Auch Peter Angerer, an diesem Abend als Hauptschiedsrichter tätig, meinte zum Finale: „Meine Glückwünsche gehen an alle Teams, die in dieser Saison mitgekämpft und die DGL zu dem gemacht haben, was wir gestern dann als Abschluss im Finale sahen.

Franco und Daniel haben einen tollen Job gemacht und ein mehr als würdiges und professionell gestaltetes Finale auf die Beine gestellt“, und abschließend: „Ich freue mich schon riesig auf die nächste Saison!“

Les Herden urteilte nach dem Finale:
Besten Dank für die Glückwünsche! Das war für uns gestern einfach ein runder Tag.
Respekt an die Gegner, (Monkeys, Berlin, Muchachos) die uns alles abverlangt haben.

Und vielen Dank an die DGL und besonders an Ortega, die ein perfekten Kampftag auf die Beine gestellt haben! Alles lief reibungslos und sportlich ab. So kann es weitergehen mit der Liga und es ist eine Ehre mit seinem Team dabei sein zu dürfen! Danke für die Glückwünsche!

Auf die Frage, wie er sich fühlt, antwortet Herden: „Diesmal kann ich für alle sprechen. Wir freuen uns riesig! Ich denke es braucht einige Zeit um das voll zu realisieren, aber das war wirklich ein unglaublich schöner Moment.“

Durch eine enorme Leistungssteigerung ist scheinbar ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Beweis war die 1:5-Niederlage im Ligabetrieb gegen die Berliner. Jetzt im Finale fertigte man die Berliner 5:1 ab. Nahm Revange für die Liga-Niederlage.

Was machte die Spataner aber so stark, dazu Herden: „Ich denke in allererster Linie unser Teamspirit. Wir haben das Finale komplett als Team gekämpft, keine anderweitige Unterstützung. Da standen sechs Freunde auf der Matte und noch viele am Mattenrand die angefeuert haben. Wir waren eine Einheit.

Die Taktik macht ebenfalls den Unterschied. Wir haben uns genau zurechtgelegt wie der jeweilige Gegner bekämpft werden muss. Das haben die Jungs super umgesetzt!

Und: Die Power! Viele Gegner haben uns im Nachhinein angesprochen, wie körperlich stark wir wären. Das liegt am harten, wettkampforientierten Training. Wir kämpfen zum Beispiel regelmäßig intern Turniere aus, bei denen wirklich die Fetzen fliegen. Darüber hinaus haben wir in der letzten Zeit extrem an der Schnellkraft gearbeitet.“

Auf die Frage, wie es jetzt weiter geht sagte Les Herden: „Wie ich bereits sagte. Wir treten mit drei Spartanern am World of Fight Tournament an. Wir treten da an um zu gewinnen. Darüber hinaus laufen die Planungen für Respect.5. Chris Kroetsch vs Sebastian Risch wird sicher der Hammer!
Grappling technisch werden wir alles mitnehmen was kommt. So will es unser Gesetz...“

Aber jetzt wird bei den Spartanern erst einmal der Titel gefeiert: „Ich bringe am Montag zum Training drei Kisten Bier mit. Und dann wird besoffen trainiert.“

Abschließend sagt Les Herden: „Die DGL hat mit dem Finale einen wirklich erstklassigen Job gemacht! Der Kontakt mit Franco Leonardis war außerordentlich freundschaftlich. Es spricht nichts dagegen, bei einer so guten Liga wieder mitzumischen.“ Ein starkes Statement.

Sehr stark und unbezwingbar war an diesem Abend auch Nico Penzer von den Stuttgarter Muchachos, der in der Klasse unter 90kg antrat. Weder der Berliner Ulf Fritzmann noch der Aschaffenburger Veretenikov oder gar der Essener Christian Kroetsch konnten Penzer Paroli bieten.

Sein Teamkapitän und gleichzeitig Kämpfer Michael Hockenjos sagte: „Wir fühlen uns klasse. Wir konnten die Playoffs fast verletzungsfrei auskämpfen und wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Unter den besten vier Mannschaften der DGL zu sein wäre allein schon Auszeichnung gewesen.

Wir trainieren um unser Potential zu entwickeln, im Wettkampf geben wir unser bestes für das Team. Wir ergänzen uns sehr gut. Ich bin froh, dass Franjo und Dominik den Weg zu mir gefunden und wir zusammen persönliche und ideologlische Ziele erreichen. Ich sehe die Energie von Franjo und Dominik zusammen mit meiner Erfahrung als perfekte Voraussetzungen für den Erfolg. Jeder aus unserem Team hört auf den Rat der Trainer und bringt sich ein.“

Aber auch für die Stuttgarter gab es einige Probleme, dazu Hockenjos: „Auch für uns war es nicht immer leicht, unsere Mannschaft zusammenzustellen. Aus einem Pool von 27 Männern hatten auch wir an drei Kampftagen das Problem, dass wir nicht alle Klassen besetzen konnten, wie ich es vorhatte. An zwei Tagen habe ich selbst gekämpft, obwohl ich es aus gesundheitlicher und geschäftlicher Sicht nicht hätte tun sollen. Wir werden versuchen, ein Team mit den Jungs zusammenzustellen, die die erforderliche Motivation und Ausdauer mitbringen. Dann werden wir in der neuen Saison wieder dabei sein.“

Abschließend sagt Hockenjos: „Ich bedanke mich bei allen, die mir helfen, meine Vision zu verwirklichen. Speziell bei meinem Team und bei unseren Sponsoren Gotballz sowie Badassfighter, die uns nach ihren Kräften mit Teamkleidung ausgestattet haben.

Natürlich bedanke ich mich bei den DGL-Leuten, die diese große Aufgabe viel besser gemeistert haben, als ich es im ersten Durchlauf erwartet hätte. Danke an Franco, Daniel und Frank.“

Der Essener Ali Aydin gab in der Klasse bis 65kg eine gute Leistung ab. Er setzte sich in der ersten Runde gegen Michael Hockenjos nach fünf Minuten harten Kampf durch. Auch gegen den Aschaffenburger Christian Kosasih und dem Berliner Eike Bornemann setzte er sich jeweils durch. Also auch ein perfekter Abend für ihn.

Bei den Berliner zeigte Roland Bell eine Klasseleistung. Bell kämpfte drei Kämpfe und unterlag lediglich im Kampf gegen den Spartaner Essen Nico Lohmann nach Punkten. Er bezwang den Aschaffenburger Andreas Sevedin und den Stuttgarter Martin Artukovic in seinen Kämpfen. Pech hatten die Berliner bei ihrer Anreise, nur ein Teil des Teams kam überhaupt in Aschaffenburg an.

Dazu Teamkapitän Frank Burczynski: „Wir waren Müde von insgesamt elf Stunden An- und Abfahrt, aber glücklich. Ich bin stolz auf unser Team. Es wäre mehr drin gewesen, aber es sollte nicht sein. Trotzdem freuen wir uns über den erreichten dritten Platz sowie den Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft.“

Aber wie geht es bei den Berliner jetzt weiter: „Wir werden in den kommenden Tagen/Wochen darüber beraten, ob und in welcher Form es in der kommenden Saison ein Berliner Grappling Team im Namen des Bären gibt. Auf die Frage, was sie so stark macht, entgegnete Burczynski: „Unsere Einstellung zum Sport. Wir sind dabei, um Spaß zu haben und weil wir alle gerne Grappling betreiben. Wir werden jetzt noch mehr trainieren und noch mehr Wettkampf machen und kommen letztendlich im Namen des Bären nächste Saison wieder.“

Der Kämpfer Timo Grassel von den Aschaffenburg Monkeys, der im übrigen Trainingspartner von UFC-Kämpfer Dennis Siver in Mannheim und Purple Belt im Brazilian Jiu Jitsu unter Fabio Gurgel von Alliance Jiu Jitsu ist, hatte ebenfalls einen sehr guten Tag. Er bot eine außerordentlich gute technische Leistung. Bestach durch seine Bilderbuch-Takedowns an diesem Tage.

Die Gründer Franco De Leonardis und Daniel Ackerman bedanken sich bei allen Teilnehmern. Dazu Daniel Ackerman: "Wir hoffen nächste Saison die Unterstützung aller Teams, damit wir in der Zukunft den Traum verwirklichen können Grappling auf ein profesionelles Level zu bringen."

 

Zum Verlauf:
1. Runde
Stuttgart vs. Essen               10:11
Aschaffenburg vs. Berlin         11:12

2. Runde
Berlin vs. Stuttgart                11:9
Essen vs. Aschaffenburg        24:0

3. Runde

Stuttgart vs. Aschaffenburg    20:5
Berlin vs. Essen                     3:17

Das Endergebnis:
1. Platz Sparta Essen
2. Platz Stuttgart Muchachos
3. Platz Berlin Bears
4. Platz Aschaffenburg/FFM Monkeys

Statistik:
36 Kämpfe, 23 davon über die volle Kampfzeit von 5 Minuten
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