Grappling

Dritter Kampftag der Deutsche Grappling Liga

Foto via DGL

Der letzte Kampftag, die letzten Duelle in der Gruppenphase. Die Teilnehmer für das Finalturnier stehen jetzt fest. Die erste Saison der Deutschen Grappling Liga bekommt demnächst ein Gesicht, die des ersten Deutschen Meisters. Der Ort und die Zeit stehen gegenwärtig noch nicht fest, doch die tangierenden Mannschaften fiebern genau diesem Termin entgegen und bereiten sich vor.

Aus der Gruppe Nord hat das Berliner Grappling Team seine Ausnahmestellung am oberen Tabellenplatz als Klassenprimus auch am letzten Kampftag untermauern können.

Die Berliner Auswahl kam von der Tabellenspitze und hatte es mit den Ruhrpott Lutadores zu tun. Sparta Essen trat gegen die Phantom Fighters aus dem hohen Norden an – und dann mussten sich Combat Club Köln/Bonn und Taifun aus Düsseldorf ja auch noch um den Platz im Mittelfeld streiten.

Eröffnet wurde der Tag von der Auseinandersetzung der Teams aus Köln/Bonn und den Taifun Kämpfern aus Düsseldorf. Es geht um nichts mehr und ruhig angehen lassen? Weit gefehlt!
Fair aber heftig gingen die Kämpfer aufeinander los und ließen gleich in der ersten Begegnung die Klasse durchblicken, die da antrat. Mike Cüppers dominierte gewohnt souverän und das Publikum wurde gleich in der zweiten Begegnung mit einem Kabinettstückchen verwöhnt: ein sehr, sehr tiefer Kata Guruma mit anschließender Cross-Position von Jan Billstein. Die Auseinandersetzung endete mit einem leistungsgerechten 4:2 für Taifun, und auch wenn beide Teams nicht in die play-offs gehen, können sie sich zufrieden zurücklehnen.

In der zweiten Begegnung stellte sich der vormalige Tabellenführer Sparta Essen dem Team aus Hamburg. Es galt, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen und die Chance auf die play-offs zu wahren – und die Spartaner warfen sich mächtig ins Zeug. Allerdings hielt das Team der Phantom Fighters kräftig dagegen und machte die Sache spannend. Sie standen in direktem Vergleich, sahen ihre Chance und machten sich daran, sie auch zu nutzen. Jedoch verlor Olaf Hommel, einer der Favoriten, auch gleich im ersten Kampf, die Luft wurde also dünner und der Einsatz erhöhte sich deutlich.
Yüksel und Cetinkaya führten ihr Team wieder an den begehrten Platz auf dem Treppchen heran, konnten jedoch den hauchdünnen Vorsprung von Sparta nur verringern. Der Abschluss der zweiten Auseinandersetzung sah die Essener mit zwei Punkten in der Unterbewertung vorn.

Alles hing nun also von der letzten Begegnung ab: Berlin – Ruhrpott.
Die Hauptstädter allerdings wurden ihrer Favoritenrolle gerecht: Die Berliner gewannen alle Kämpfe vorzeitig. Dennis Anderle lieferte den schnellsten Kampf der Veranstaltung und beendete seinen Arbeitstag nach 24 Sekunden. Den letzten Kampf der Vorrunde der Liga Nord bestritten Holger „Pinky“ Deimann und der Teamkapitän der Berliner, Frank „JKDBerlin“ Burczynski, der Berliner setzte sich wie seine Teamkameraden eben doch durch. Er sprach es vorher an, uns eine Überraschung zu präsentieren. Mit seinem eigenen Auftreten bei der DGL hat er auch Wort gehalten.

Fazit: Sparta und BGT werden die Nord-Division im Finale vertreten. Die Karten liegen offen auf dem Tisch, und man wird sehen, wie sich die Vorrunden-Sieger unter den Final-Four behaupten werden.

Frank Burczynski, der Teamkapitän der Berliner meinte nach dem Gruppensieg: „Im ganzen Team sind wir stolz. Stolz darauf, die Liga Nord gewonnen zu haben, stolz darauf dass wir ein so zusammen gewürfeltes Team (mal wieder) ohne interne Streitigkeiten, Bevorzugung oder ähnlichem, durch die Saison bekommen haben. Wir sind insbesondere auch stolz auf Frank Gläser, der einen sehr guten Event organisiert hat...“ Über die Chancen ganz vorn mit dabei zu sein mein Burczynski: „Wir werden da ganz sicher mitreden. Wir haben Spaß an diesem Sport und haben Spaß an den Events. Das steht für uns vorn.“ Für ihn zählt der Teamgedanke, die Einheit: „Das Team. Ein bekannter Grappler hat mal geschrieben, er mag den Spruch nicht, dass Grappling ein Teamsport ist, immerhin steht der Athlet alleine auf der Matte. Wir wieder sprechen da ganz klar! Ohne Team geht gar nichts, das Team trainiert mit dir, es unterstützt dich und es feiert oder tröstet dich. Das ist wichtig!“ Am Ende dankte Frank Burczynski nochmals dem Berliner Grappling Team: „Danke an die Teams von Trigoon, SV Georg Knorr, Team Fenrizz, Achilles Team, Alliance BJJ Berlin und IMAG. Ich bin stolz darauf, zu diesem Team zu gehören.“

Beim Teamkapitän Lesley Herden des zweiten Final-Four Aspiraten aus Essen überwog ebenfalls der Stolz auf das Geleistete: „Natürlich sind wir stolz es ins Finale geschafft zu haben, aber das war wirklich nur kurz Thema beim Training. Es gibt immer den nächsten Kampf und der große Wurf ist uns noch nicht gelungen. Aber als kleines und vor allem relativ junges Team haben wir uns schon sehr gefreut.“ Auf die Frage, ob man um die Deutsche Meisterschaft ein Wörtchen mitsprechen kann sagt Herden: „Nein. Ich bin kein Trainer der sagt wir machen alle fertig. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen und die Mannschaften auf die wir im Finale treffen werden sind zum Teil in mehreren Gewichtsklassen doppelt und dreifach stark besetzt. Wenn bei uns mal ein Leistungsträger ausfällt ist das fast schon nicht mehr zu kompensieren. Dennoch kann ich den Fans der Liga verbissene Kämpfe versprechen, Sparta Essen wird sein Fell teuer verkaufen!“

Auch für ihn zählt das gesamte Team, die Mannschaft: „Im Training herrscht ein rauer Ton und ziemlich viel Druck. Das schweißt zusammen. Viele aus unserem harten Kern sind echte Freunde, zieht einer um stehen mindestens zehn Spartaner auf der Matte.“ Zum Thema eines Einsatzes eines nicht Deutschen, welches nach dem ersten Kampftag ein großes Thema war, sagt Herden: „Zu Beginn der Liga ist uns aufgefallen, dass viele Mannschaften Zusammenschlüsse aus vielen Teams waren. Also haben wir uns mit zwei Niederländern zusammengetan, die es leider nicht anderweitig in die Liga geschafft hatten. Die Jungs sind ausgezeichnete Kämpfer und Super Typen. Zwar gab es Diskussionen um deren Teilnahme aber alles ist regelkonform und meiner Meinung nach bereichern solche Athleten in erster Linie diese Liga! Und in zweiter Linie natürlich auch unser Team.“

Aus taktischer Sicht gegen die starken Hamburger meinte er abschließend: „Manche Kämpfe sind eben nicht zu gewinnen. Aber man kann immer noch versuchen dem Gegner ein Teil vom Kuchen wegzunehmen. Kroetsch gegen Ismael zum Beispiel. Uns war klar, dass der starke Hamburger in fünf Minuten wahrscheinlich Chris auspunkten würde. Aber genau diese Punktniederlage hat bei drei Subs von unserer Seite den Gesamtsieg überhaupt erst möglich gemacht. Das war der Plan und es ist schön wenn ein Plan funktioniert.“

Dritter Kampftag Gruppe Nord:
Taifun Luta Livre Düsseldorf  vs. Combat Club  Cologne    18 - 10
Sparta Essen vs. Hamburg  Phantoms                             15 - 13
Berliner Grappling Team vs. Ruhrpott  Lutadores              30 - 0

Abschlusstabelle Gruppe Nord:
1. Berlin Grappling Team              20 Punkte      110 Punkte
2. Sparta Essen                           16 Punkte      70 Punkte
3. Taifun Luta Livre                      12 Punkte      68 Punkte
4. Phantom Fighters                     8 Punkte       70 Punkte
5. Combat Club Köln-Bonn            1 Punkte       43 Punkte
6. Ruhrpott Lutadores                   1 Punkte       30 Punkte


In der Gruppe Süd haben es die Stuttgarter Muchachos und die Grappling Union Dornbirn geschafft. Im letzten Aufeinandertreffen überholten die Dornbirner noch die Monkeys aus Aschaffenburg, die kurz vor dem Ziel eingeholt worden sind. Auf den Überraschungsfinalisten aus Dornbirn setzte niemand nach dem ersten Kampftag noch einen Pfifferling. Da lagen sie abgeschlagen auf Rang fünf. Doch dann der kometenhafte Durchmarsch und am Ende sogar die nötige Portion Glück.

Michael Hockenjos, der Stuttgarter Teamchef sieht sein Team in Topform:
„Wir werden in den Playoffs um den Titel kämpfen. Es wird wie gewohnt faire und sportliche Auseinandersetzungen geben mit den Eigengewächsen der Akademie Maluco und der Arte Suave in Stuttgart.“  

Auf die Frage, was das Stuttgarter Team zu Siegern machen, sagt Hockenjos: „Siege durch Aufgabe, ein paar Punktsiege und Jungs, die gerne zeigen möchten was sie bei mir, beziehungsweise Franjo und Dominik Artukovic gelernt haben.“

Das er selbst vor den Finals nicht den Humor verliert, beweist die Antwort auf die Frage, ob die Stuttgarter am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen werden: „Das ist Top Sekret“, sagt Hockenjos lachend.

Der Dornbirner Teamchef Roland Laritz sieht es ebenfalls recht sportlich auf die Frage, was sie im Finale vor haben: „Wir wollen einen guten Eindruck hinterlassen, da alle in Deutschland meinen, gutes Grappling gibt es nur bei ihnen“, und weiter: „Wir sind ein eingespieltes Team, alle sind motiviert und wollen die Liga gewinnen, koste was es wolle.“ Laritz geht aber auch mit einem Wehmutstropfen aus der Sache heraus, welches gleichzeitig eine Kampfansage ist, sagt er abschließend: „Da wir nächstes Jahr nicht mehr dabei sein dürfen/können werden wir die DGL-Meisterschaft gewinnen.

Dritter Kampftag Liga Süd:
Stuttgart Muchachos vs. Yogaka                         21 - 5
Grappling Union Dornbirn vs. GTT Metzingen        25 - 3
Mogons Mainz vs.Monkeys Aschaffenburg            21 - 5

Abschlusstabelle Gruppe Süd:
1. Stuttgart Muchachos                 16 Punkte      92 Punkte
2. Grappling Union Dornbirn          12  Punkte     78 Punkte
3. Monkeys Aschaffenburg            12 Punkte      71 Punkte
4. Mogons Mainz                          12 Punkte      54 Punkte
4. Yogaka Luzern                         8 Punkte        41 Punkte
6. GTT Metzingen                         0 Punkte        29 Punkte


Damit ergeben sich folgende Final-Four Paarungen: (von Verbandsseite noch unbestätigt)

Berliner Grappling Team vs. Grappling Union Dornbirn
Sparta Essen vs. Stuttgart Muchachos
Berliner Grappling Team vs. Stuttgart Muchachos
Sparta Essen vs. Grappling Union Dornbirn
Berliner Grappling Team vs. Sparta Essen
Stuttgart Muchachos vs. Grappling Union Dornbirn