Grappling

Doppelter Faixa Preta im Hause Artukovic

Dominik (l.) und Franjo Artukovic mit ihrem Meister Renato Migliaccio. (Foto: Dominik und Franjo Artukovic)

Franjo und Dominik Artukovic wurde aus den Händen ihres BJJ-Meisters Renato Migliaccio der schwarze Gürtel des Brazilian Jiu-Jitsu feierlich verliehen. Das Brüderpaar ist demensprechend stolz auf die besondere Auszeichnung. Dies ist für beide der Lohn ihrer harten Arbeit.

Groundadnpound.de: Hallo Franjo und Dominik, herzlichen Glückwunsch zu euren Schwarzgurten im Brazilian Jiu-Jitsu! Wie geehrt fühlt ihr euch?
Franjo Artukovic: Vielen Dank. Es ist ein gutes Gefühl, nach jahrelangem hartem Training den schwarzen Gürtel verliehen zu bekommen.

Dominik Artukovic: Ein Kindheitstraum ist wahr geworden!

Nach dem gebrüderlichen Penzer-Doppelschwarz, auch im Hause Artukovic Doppelschwarz. Die Schwaben haben es echt drauf, oder?

Ja, es gibt tatsächlich eine hohe Dichte an sehr erfolgreichen und starken Teams im schönen Schwabenland.

Dominik, wie sehr hast du darauf hingearbeitet?

Dominik: Ich habe eigentlich nur trainiert und unterrichtet wie immer. Alles andere kommt irgendwann von selbst.

Auch an dich die Frage, Franjo?

Franjo: Mir war natürlich klar, dass irgendwann der schwarze Gürtel als Anerkennung meiner Leistungen folgen wird. Speziell darauf hingearbeitet habe ich aber nicht. Auch ich habe einfach trainiert und unterrichtet wie immer.

Fast gleichzeitig mit den Penzer-Brüdern, habt auch ihr beide den Faixa Preta aus den Händen von Renato Migliaccio erhalten. Ist das jetzt endlich der Lohn für eure Mühen und Erfolge?

Ja, es ist sicherlich auch die Anerkennung für unsere Erfolge und die unserer Schüler.

Ihr seid beide aktive Kämpfer, aber auch Trainer. Was liegt euch besser?

Franjo: Wegen meiner chronischen Rückenprobleme war ich als Kämpfer ja leider in den letzten Jahren nicht sehr aktiv. Mein letztes Einzelturnier war die IDM 2011, seitdem habe ich nur bei den Stuttgarter Muchachos in der DGL mitgekämpft. Das Unterrichten ist mir aber auch in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, und wenn man die Erfolge der Muchachos und von Arte Suave & Stallion Cage Stuttgart betrachtet, scheint es mir auch ganz gut zu liegen. Es macht mir große Freude zu sehen, wie sich meine Jungs und Mädels entwickeln, wie aus schüchternen Anfängern erfolgreiche Wettkämpfer werden.

Dominik: Leider sind wir auch was Rückenschmerzen angeht echte Zwillinge. Auch ich habe in den letzten Jahren nur gekämpft, wenn die Mannschaft mich gebraucht hat. Daher kann ich mich der Meinung meines Bruders nur anschließen.

Bist du eigentlich immer der Meinung deines Bruders, Franjo?
Franjo: Meistens. Er ist fast so klug wie ich.

Wie sieht dies bei dir aus, Dominik. Nimmst du dir die Tipps von deinem Bruder zu Herzen?
Dominik: Ja, weil er so klug ist.

Gab es auch mal Momente, in denen ihr beiden sportlich gesehen völlig anderer Meinung wart?
Unisono: Nein!

Mit dem Faixa Preta, seid ihr da am Ende eurer BJJ-Laufbahn oder erst am Anfang?
Franjo: Da ich noch recht jung bin und hoffentlich noch viele Jahre vor mir habe, bin ich wohl näher am Anfang als am Ende.

Dominik: Der Schwarzgurt ist eine Etappe auf dem Weg des Jiu-Jitsu. Wer sie erreicht hat, hört eigentlich nie auf. Es gibt noch viel zu lernen und ihr werdet mich auf der Matte finden, solange ich einen Gürtel zubinden kann.

Wie kann man sich das vorstellen, was kommt nach dem schwarzen Gurt auf einen zu?
Franjo: Ein Interview mit Groundandpound.de? Letztendlich ist der schwarze Gürtel nur ein Zeichen der Anerkennung, dass man ein gewisses Niveau erreicht hat. Für mich ändert sich dadurch nicht viel, auch wenn ich natürlich stolz darauf bin.

Dominik: Jetzt kann ich endlich fett werden und muss nicht mehr selber trainieren! Im Ernst: Auch ich denke, dass sich jetzt nicht so viel ändern wird.

Wie sehr habt ihr beiden davon profitiert, zusammen trainieren zu können?
Franjo: Dominik war immer mein Haupttrainingspartner. Wir hatten früher Matten im Keller und haben immer auch außerhalb des regulären Trainings zusammen trainiert und uns immer gegenseitig gepusht. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

Dominik: Einen Bruder zu haben, ist ein unschätzbarer Vorteil beim Erlernen von Kampfkünsten. Erstens besteht eine gewisse wohlwollende Rivalität, die einen anspornt, und zweitens ist immer jemand da, wenn man Techniken aus dem Training wiederholen oder etwas Neues ausprobieren will. Außerdem hat man immer jemanden, der einen bedingungslos unterstützt. Wir verstehen uns wortlos.

Wem habt ihr am meisten zu danken?
Am meisten zu verdanken haben wir unserer Mutter, die uns immer unterstützt hat und uns das ganze Training erst ermöglicht hat.

Wie wichtig ist euch der Rückhalt eures Teams?
Wir sind sehr froh, Spitzen-Leute wie die Penzers, Alan Omer, Alexander Petrajtis, Sergej Lokhov und viele andere in unserem Team zu haben. Auch menschlich mögen wir die Jungs und Mädels sehr. Es macht einfach Spaß!

Welche Rolle spielt eurer Bruder Martin, wann ist er soweit?
Franjo: Martin ist gerade aus beruflichen Gründen unregelmäßig im Training, ist aber trotzdem einer der stärksten im Team.

Dominik: Er ist unser jüngster Bruder und wir stehen uns sehr nah. Als Einziger von uns ist er auch sehr MMA-orientiert. Martin ist ein geborener Kämpfer, furchtlos und eiskalt im Ring, ein Spaßvogel im Training. Im Moment zehre ich noch von einem Vorsprung an Erfahrung, aber ich denke, er wird uns bald überflügeln, wenn er wieder 100% dabei ist. Ihr werdet noch von ihm hören.

Wo siehst du dich in fünf Jahren, Dominik?
Dominik: Bis dahin habe ich den Wuxi-Fingergriff und den Dim Mak-Stoß gemeistert.

Und wie sieht die 5-Jahresplanung bei dir aus, Franjo?
Franjo: In fünf Jahren habe ich hoffentlich meine Rückenprobleme überwunden und kann wieder öfter auf Wettkämpfe gehen.

Wie sehen eure sportlichen Pläne demnächst aus?
Franjo: Wir werden demnächst in eine neue Halle umziehen, wo unsere Trainingsmöglichkeiten noch viel besser sein werden.

Dominik: Darauf freue ich mich schon riesig!

Vielen Dank für das Interview, das letzte Wort habt ihr!
Dominik: Ich möchte mich bei all denen bedanken, von denen ich im Laufe der Jahre lernen durfte: Allen voran bei meinem Bruder Franjo, meinen BJJ-Lehrern Michael Hockenjos und Renato Migliaccio und auch bei Francisco „Toco“ Albuquerque und Alexandre „Pulga“ Pimentel, bei denen ich ein Jahr lang in ihrem Team Nova Geração in Rio de Janeiro trainieren durfte und die mein BJJ stark geprägt haben. Außerdem danke ich meinem Judo-Trainer Janez Divjak, den Sambo-Trainern Boriss Malkin und Abdullah und natürlich unserem Team Arte Suave & Stallion Cage.

Franjo: Dem möchte ich mich anschließen und noch Fabio Holanda vom BTT Canada in Montreal hinzufügen, bei dem ich acht Monate trainiert habe.