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Die Grappling Bundesliga

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich ein Gedanke in der deutschen Grapplingszene festgesetzt, der alle Informierten sofort mit Begeisterung infiziert hat: ADCC Europa Teilnehmer Daniel Ackerman von der Suum Cuique Mainz und Gracie Barra Schwarzgurt und Ground and Pound Kolumnist Franco de Leonardis hatten die Ärmel hochgekrempelt und ein Konzept für die erste Bundesliga im Grappling geschaffen.

Natürlich nicht nur aus einer Bierlaune heraus, sondern ganz gezielt, um das Grappling in Deutschland weiter zu etablieren und bekannter zu machen. Da sich die richtigen Leute in den richtigen Teams sowieso kennen, war der Rest nur noch Formsache. Die beiden informierten einige der namhaftesten Grappler und Teams in Deutschland und baten um Mitarbeit. Mit Malte Janssen (Taifun Luta Livre), Matthias Siebert (10th Planet Jiu-Jitsu), Frank Stäblein (German Top Team Worms) und Michael Hockenjos (Team Maluco) konnten Ackerman und de Leonardis einige der ganz Großen in Deutschland mit ins Boot holen. Schnell nahm das Projekt sehr klare Gestalt und Formen an, so dass mittlerweile auch eine eigene Internetpräsenz unter www.deutsche-grappling-liga.de eingerichtet wurde.

Das ganz große Bonbon aber wurde erst letzte Woche ausgepackt. Bedingt durch den Umstand, dass die FILA als größter Verband im Ringen und Grappling weltweit nun in kürzester Zeit auch offiziell in Deutschland vertreten sein wird, schloss sich Daniel Ackerman mit dem Europa Chef für Grappling der FILA Rafael Perlhunger vom Team Yogaka in der Schweiz kurz und bat um Unterstützung. Als Mensch, der für den Grapplingsport lebt, hat Rafael sofort eine Zusammenarbeit mit der FILA für die Deutsche Grappling Liga (DGL) und eine Teilnahme von Teams aus der Schweiz und Österreich angeboten. Damit wäre die DGL nicht nur die erste Liga dieser Art im Grappling im gesamten deutschsprachigen Raum, sondern ist zudem auch gleichzeitig bei der FILA als offizielle Liga anerkannt und wird dementsprechend unterstützt und gepusht. Wenn man dann noch bedenkt, dass bereits im März die nächsten Weltmeisterschaften der FILA in Polen anstehen und Deutschland hierbei zum ersten Mal als vollwertiges Mitglied in der FILA vertreten sein wird, dann kann man sich an den Fingern einer Hand abzählen, wer wohl für die Nationalmannschaft nominiert werden wird.

Im Rahmen der Deutschen Grappling Liga werden insgesamt maximal acht Mannschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um den Mannschaftsmeister der Teams und den Einzelmeister in den jeweiligen Gewichtsklassen kämpfen. Dazu werden die Teams in der Vorrunde drei Wettkampftage mit insgesamt 7 Mannschaftsduellen pro Team bestreiten. Durch ein ausgeklügeltes Punkteverteilungssystem kann jeder Kämpfer für sich und für sein Team punkten. Die vier besten Teams nach der Vorrunde kämpfen noch einmal in den Playoffs, an einem Tag alle gegeneinander, wobei die Punkte weiterhin gezählt werden. Nach Abschluss der Kämpfe wird so unparteiisch und fair sowohl die kampfstärkste Mannschaft Deutschlands gekrönt, als auch die Sieger in den Gewichtsklassen ermittelt.

Um eine Chancengleichheit für alle Teams zu gewährleisten, muss jede Mannschaft vor Saisonbeginn maximal zwei Kämpfer pro Gewichtsklasse nominieren, die dann für diese Saison startberechtigt sind. Es wird also keinen "Kampftourismus" in der DGL geben und der brasilianische Student im Auslandssemester wird dabei auch für keine Mannschaft kurzfristig zum Zuge kommen. Mit der Schaffung der Liga und der Unterstützung durch die FILA sind die Weichen für eine erste ernst zu nehmende deutschsprachige Liga im Grappling gestellt.