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Die Deutsche Grappling Liga startet!

In den vergangenen Tagen und Wochen hat das Projekt "Deutsche Grappling Liga" für enormes Aufsehen nicht nur in Deutschland gesorgt. Teams aus der ganzen Bundesrepublik, der Schweiz und aus Österreich haben sich um eine Teilnahme in der ersten Liga dieser Art für das Grappling beworben und auch aus Holland kamen bereits Anfragen von mehreren Teams. Durch die Anerkennung von Seiten der FILA, dem weltgrößten Verband für Grappling und assoziierte Sportarten, haben die Macher des Projektes eine enorme internationale Unterstützung erfahren. Mittlerweile wurde Frank Stäblein vom German Top Team als offizieller Repräsentant der FILA für Deutschland durch den Präsidenten der FILA Raphael Martinietti schriftlich bestätigt und die Managerin der Nicht-Olympischen Sportarten der FILA, Frau Anne Pellaud beglückwünschte Frank Stäblein zur Schaffung der Liga.

Zwischenzeitlich wurde der Deutsche Grappling Verband e.V. als nationales Organ der FILA in Deutschland gegründet und am vergangenen Sonntag fand eine Sitzung mit einem Großteil der Präsidiumsmitglieder bezüglich der Deutschen Grappling Liga in Stuttgart statt. Anwesend waren Frank Stäblein (Präsident), Gero Mayer (Schatzmeister), Daniel Ackerman (Obmann der Deutschen Grappling Liga), Franco de Leonardis (Marketing und Sponsoring) und Peter Angerer (Bundestrainer Combat Grappling). Angeregt durch das enorme Feedback der verschiedenen Teams und Sportler aus ganz Deutschland galt es, einige wichtige Fragen zum Ablauf, Konzept und Regelwerk der Deutschen Grappling Liga zu erörtern und über diese zu entscheiden. Vor allem aber galt es zu bestimmen, wer in der ersten Saison der Deutschen Grappling Liga in den Landesgruppen Nord und Süd vertreten sein wird.

Anhand der hohen Zahl an Bewerbungen von Mannschaften kam man von dem bisherigen Plan ab, nur insgesamt acht Mannschaften für die Liga zuzulassen. Das Konzept wurde dahin gehend geändert, dass man nun jeweils sechs Mannschaften in zwei Landesgruppen aufeinander treffen lässt. Im Verlauf von drei Wettkampftagen sollen diese Mannschaften nun im direkten Vergleich gegeneinander antreten. Die beiden besten Mannschaften in jeder Landesgruppe rücken dann nach den Kampftagen in die Playoffs vor, wo sie auf die beiden anderen Mannschaften aus der anderen Landesgruppe treffen. Nach diesem Kampftag wird der Champion in der Mannschaftswertung als auch in der Einzelwertung ermittelt.

Folgende Mannschaften wurden von den Präsidiumsmitgliedern für die Teilnahme an der ersten Saison ausgewählt:

Landesgruppe Süd

- Arte Suave/Stallion Cage Stuttgart (Franjo und Dominik Artukovic)
- German Top Team Metzingen (Peter Angerer)
- Team Yogaka Root (Schweiz) (Raphael Perlhunger)
- Grappling Union Dornbirn (Österreich) (Roland Laritz)
- Suum Cuique Mainz (Frank Stäblein, Daniel Ackerman und Matthias Werner)
- Monkeys Aschaffenburg (Franco de Leonardis)

Landesgruppe Nord

- Grappling Team Berlin (Frank Burczynski)
- Taifun Luta Livre Düsseldorf (Armin Eslami)
- Ruhrpott Lutadores (Jean-Claude Capanna und Thomas Holtmann)
- Cologne Freefighters/Grappling Team Bonn (Mike Cüppers und Marcel Pino)
- Sparta Essen (Les Herden)
- Grappling Teams Hamburg (Matthias Sieber und Göksel Böttcher)

(Anmerkung: es stehen noch keine endgültigen Teamnamen für die Mannschaften fest)

Alle genannten Mannschaften werden in den kommenden Tagen alle notwendigen Unterlagen für die Anmeldung der Kämpfer an die Liga und die Statuten bezüglich Regeln und Ligavorschriften erhalten. Am 20. März fällt dann der offizielle Startschuss in die erste Saison. In Aschaffenburg (Süd) und Dortmund (Nord) findet an diesem Tag das erste Aufeinandertreffen der Teams statt. Bis dahin müssen die Teams aber noch einiges an Vorarbeit leisten. Neben der Wahl eines einheitlichen und Ligakonformen Teamnamens, der die Stadt enthalten muss, die in der Liga vertreten wird, müssen auch die Mannschaftsaufstellungen bekannt gegeben werden. Hierzu hat das Präsidium in der Sitzung folgende Streitpunkte geklärt:

1. Die Deutsche Grappling Liga befolgt das internationale Regelwerk der FILA. Allerdings wurden bei den Gewichtsklassen die niedrigste (-60 kg) und die schwerste (90-110 kg) herausgestrichen, um allen Teams gleiche Chancen bei der Mannschaftsstellung einzuräumen. Es wird also in den folgenden Gewichtsklassen gekämpft:

-65 kg
-70 kg
-75 kg
-80 kg
-90 kg
+90 kg

2. Ebenfalls abweichend vom FILA Reglement wurde in einer offenen Abstimmung mit 3:2 Stimmen für den Einsatz von Heelhooks (Fersendrehhebeln) in der DGL gestimmt. Allerdings einigte man sich darauf, dass die Kampfleiter bei einem Heelhook das Recht haben, den Kampf auch ohne Tapout eines Sportlers abzubrechen. Dies dient einzig und alleine der Sicherheit der Sportler.

3. Das Präsidium sprach sich gegen eine Beteiligung von Frauen in den Teams in den niedrigen Gewichtsklassen aus. Es wird jedoch angedacht, Superfights bei den Ligakampftagen abzuhalten, in welchen auch Frauen teilnehmen können.

4. Da die DGL auch als Sichtungswettbewerb für das Nationalteam Deutschland benutzt wird, hat das Präsidium beschlossen, die Anzahl von Sportlern, die keine Deutsche Staatsbürgerschaft innehaben, auf maximal drei pro Mannschaft in der Saison zu begrenzen. Gemäß FILA Statuten muss ein Mitglied der Nationalmannschaft die Staatsbürgerschaft des Landes innehaben, für welches es im Nationalteam antritt. Es können also maximal drei Nicht-Deutsche für ein Team an jedem Wettkampftag am Start sein.

Derzeit steht Franco de Leonardis als Marketingbeauftragter der Liga mit mehreren namhaften Sponsoren für die DGL in Verhandlungen und es zeichnen sich bereits jetzt einige Kooperationen ab, die es in dieser Form und Größe noch nicht im Grapplingsport in Deutschland gegeben hat. Zusammen mit Daniel Ackerman, der als verantwortlicher Obmann für die DGL fungiert, ist er wohl der derzeit vielbeschäftigste Mann in der DGL. Das Arbeitspensum, das die beiden absolvieren ist fast nicht zu bewältigen, doch beide sehen ihre Aufgaben im Projekt als große persönliche Herausforderung. Und der Erfolg gibt dem "Dynamischen Duo" des Grappling in Deutschland auch Recht. Was de Leonardis und Ackerman in den letzten Wochen geschafft haben, ist bis dato einzigartig und es zeichnet sich eine große Wende für unseren Sport ab. Zur Unterstützung der beiden hat man Ground and Pound Gründer Tim Leidecker als offiziellen Berater der Liga mit an Bord geholt und sich damit ein großes Stück Erfahrung und Medienpräsenz gesichert. Leidecker soll die DGL in allen Fragen der Öffentlichkeits- und Medienarbeit unterstützen und man kann sicher sein, dass der Mann aus Potsdam auch hier ganze Arbeit leisten wird; womit man einen weiteren starken Partner an der Seite der Liga in Deutschland hat.

Es wird sich zeigen, was in den kommenden Wochen noch so alles passiert, aber wenn man das Tempo der Entwicklung die die Ereignisse der vergangenen Wochen betrachtet, dann weiß man eines sicher: hier wird Gas gegeben!