Grappling

Deutsche Grappling Liga

Fotos via Mirko Kannenwischer (GroundandPound)

Am vergangenen Wochenende wurden mit Taifun Luta Livre, Titelverteidiger Sparta Essen und der Ruhrpott Lutadores die letzten drei Finalteilnehmer der Deutschen Grappling Liga-Saison ermittelt.

Die DGL-Verantwortlichen Franco De Leonardis und Daniel Ackermann verstanden es, das Grappling dem fachkundigen Publikum darzubieten. Auch Oliver Oelrich, der Ressortleiter der Division II der Deutschen Grappling Liga, war anwesend und verfolgte die Kämpfe auf der Matte. Oelrich war in einer Doppelfunktion unterwegs. Er repräsentierte die Deutsche Grappling Liga, aber auch den Gastgeber KSV Witten 07. Dort ist Oelrich der zweite Vorsitzende. Auch Oelrich beteuerte, dass Grappling und Ringen wunderbar zusammen arbeiten können.


Genauso machte man es vor! Nach dem offiziellen Kampftag folgte der Auftritt des KSV Witten 07 in der zweiten Bundesliga mit seinem Kampftag. So hatten beide Seiten die Möglichkeit sich einander näher zu kommen.

„Beide Kampfsportarten sind keine direkten Konkurrenten, sondern passen hervorragend zusammen“, lobte Oelrich die Zusammenarbeit beider Kampfsportarten und weiter: „Ich glaube Grappling hat noch viel mehr Potenzial.“

Potential hatten auf jeden Fall auch die Akteure der zweiten Division. Der Kampftag glänzte mit einigen Überraschungen. Auf der Seite des Tabellenführers Taifun Luta Livre stand ein genesener Malte Janssen wieder zur Verfügung. Es sollten seine ersten Duelle unter Wettkampfverhältnisse sein.

Auch kam es zum Showdown des Ersten (Taifun) gegen den Zweiten (Sparta Essen). Mitgereiste Fans beider Lager fieberten begeistert und emotionsgeladen auf den Zuschauerrängen mit. Jede Aktion auf der Matte wurde durch Applaus und laute Anfeuerungsrufe belohnt.  

Malte Janssen belohnte sich wiederum mit zwei Siegen. Im Kampf gegen die Ruhrpott Lutadorers siegte er durch eine Submission (Armstreckhebel). Schon da war klar: Das Comeback nach seiner langen Auszeit war geglückt! Doch Janssen sollte noch einen Draufsetzen. Im entscheidenden Kampf gegen den amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister Sparta Essen kam es zum Aufeinandertreffen mit Niko „Karl Stahl“ Lohmann. Beide Akteure sollten sich einen tollen Kampf liefern.

Hintergrund: Lohmann besiegte zuvor den Luta Livre-Braungurt Stefan Larisch vom Andyconda-Team beim letzten Turnier (Subbattle). Am ersten Kampftag gab es ein Unentschieden zwischen den Luta Livre-Kämpfern Larisch und Janssen, wobei Larisch einen sehr guten Eindruck hinter ließ.

Nach einer Abtastphase versuchte Lohmann Janssen zu attackieren. Janssen verstand es aber, alle Versuche zu neutralisieren. Überhaupt war es ein ausgeglichener Kampf, in dem sich Lohmann nur eine große Unachtsamkeit erlaubte. Aber genau diese nutzte Janssen, um auf den Rücken seines Gegners zu klettern. Er holte sich die Backmount und den abschließenden Mata Leon. Der Submissionsieg wurde frenetisch vom gesamten Team um Malte Janssen gefeiert.

Nichts mehr mit dem Finale hatten Fighters Choice, Ferrari JJ und das Team Andyconda zu tun. Alle drei Teams waren neu in der Liga und nutzten das Ligageschehen um zu lernen. Ferrari-Leader Peter Schira: „Wir wollten nur lernen, werden in der kommenden Saison wieder angreifen.“

So sah es auch Fighters Choice-Teamkapitän Jay-Cee Capanna: „Viele Kämpfer sind heute ausgefallen, wir sind mit dem letzten Team angetreten. Dabei sein ist alles. Wir freuen uns schon auf die kommende Saison.“

Staunen gab es auf den Rängen, als ein alter Bekannter die Mattenfläche betrat. Ein ehemalige Schützling von Mike Cüppers trat für das Andyconda Team an: Jonas Billstein! Der Kölner Jung wechselte nach dem Rauswurf die Seiten und trat nun für das Team vom Kölner Konkurrenz-Gym von Andreas Schmidt an. Er erledigte seine Sache auf der Matte mit Bravour! Beide Kämpfe gingen an den jungen Billstein, der gerade kürzlich einen Bellator-Vertrag in Amerika unterschrieben hatte.

Ali Selcuk Ayin hatte ebenfalls einen guten Start. Er besiegte seinen Kontrahenten im ersten Kampf in nur 30 Sekunden. Zu einem zweiten Kampf kam es aber gar nicht. Man hatte im Vorfeld den falschen Namen unter seiner Gewichtsklasse notiert, das war das Aus für den Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeister der DGL, der auch den internationalen Titel der DGL inne hat.

An Ende freuten sich aber alle für die Finalisten. Ein sichtlich gelöster Armin Eslami (Taifun Luta Livre) frohlockte bei seinem Finaleinzug und dem möglichen Gewinn der Deutsche Meisterschaft. Eslami peitschte wie immer sein Team lautstark nach vorn. Die Methode funktionierte. Taifun ließ nichts mehr anbrennen, überzeugte und bestätigten die Leistungen des ersten Kampftages. Als unbesiegtes Team kann für Taifun das Finale kommen. Aber auch der Deutsche Meister hatte eine tolle Leistung geboten.

Die Lutadores aus dem Ruhrpott sind ebenfalls „angekommen.“ Ein sichtlich zufriedenes Trainerteam gab zu Protokoll, dass man jetzt erst recht alles geben wird.

Mit Taifun Luta Livre, Titelverteidiger Sparta Essen und den Ruhrpott Lutadores stehen jetzt acht Teams im Finale. Aus der Division I kommen das Berliner Grappling Team und die Nordmänner hinzu. Die Division III stellt die Mogons aus Mainz, Southside Connection und die Stuttgarter Muchachos. Das Finale wird aller Voraussicht nach Ende Januar oder anfang Februar kommenden Jahres ausgetragen.

Ergebnisse:
Andconda Team – Fighters Choice 25:3
Ferrari JJ – Ruhrpott Lutadores 10:20
Taifun Luta Livre – Sparta Essen 18:10

Fighters Choice – Ferrari JJ 10:23
Andyconda Team – Sparta Essen 5:23
Taifun Luta Livre – Ruhrpott Lutadores 18:11

Tabelle Division II:
1. Taifun Luta Livre
2. Sparta Essen
3. Ruhrpott Lutadores
4. Ferrari JJ
5. Team Andyconda
6. Fighters Choice