Grappling

Der Blackbelt-Hunter

Foto: Daniel Ladero

Am vergangenen Wochenende wurde in Dortmund zum dritten Mal das NAGA-Germany-Event  ausgetragen. Mit und ohne Gi lieferten sich die Teilnehmer auf den Matten ihre Gefechte. Einer fiel dabei besonders auf: Daniel Ladero, der spanische Torero, der eigentlich "El Conquistador" genannt wird, hatte wieder zugeschlagen.

Nach jedem seiner Rundensiege tönte es "Ole" durch die Halle. Einer nach dem Nächsten fiel dem Torero zum Mattenopfer. Selbst MMA-Veteran Alexander Neufang konnte den Spanier nicht stoppen. Manuel Masuch sagte nach der beeindruckenden Vorstellung Laderos:

„Mein Freund und Trainingspartner Daniel gewinnt die minus 90-Kilo-Klasse der NAGA. Eine dominantere Vorstellung habe ich selten gesehen. Alle drei Kämpfe zusammen haben zwei Minuten gedauert. Im Finale der Expert-Klasse konnte er mit Victor Neves einen BJJ-Blackbelt aus Brasilien ruck-zuck mit einem Heelhook submitten. Sauber!“

Wir haben mit dem Grappling-Ass gesprochen.

GNP1.de: Glückwunsch zu deinen Siegen! Dabei scheint es dir egal zu sein, wer dir gegenüber steht. Du ziehst dein Ding durch, oder?
Daniel Ladero: Mir ist egal, wer vor mir steht. Am besten große Namen. Umso bekannter, umso besser. Ich habe Hunger, ich will gegen die Besten kämpfen.

Mit Victor Neves hast du bei der NAGA gleich einen BJJ-Blackbelt im Finale nach 90 Sekunden  besiegen können. Vor einer Woche bei den Limburg Open hast du mit Wim De Putter einen weiteren Spitzengrappler ebenfalls in kurzer Zeit besiegt. Woher kommt diese Leistungsexplosion?
Ganz ehrlich: Ich hatte mir mehr Sorgen um Alexander Neufang gemacht, als um Victor Neves, dem Blackbelt aus Brasilien. Beim No-Gi, ab einem höheren Level, ist es egal, welchen Gürtel man trägt. Aber ja, Neves und De Putter sind Top-Kämpfer, es ist sehr gut für mich und meinem Namen, beide besiegt zu haben.

Mir ist aufgefallen, dass du deine Gegner gleich zu Beginn hoch angesprungen bist, einen Guillotine Choke um den Hals gelegt und dann deinen Gegner umsprungen hast. War das deine Siegtaktik?
Ich habe ein sehr gutes Game entwickelt. No-Gi mit Guillotine und Footlocks. Ich habe sehr viel Zeit investiert, die Leute wissen zwar was kommt, aber trotzdem klappt es. (lacht)

Du versuchst, deine Gegner außerdem schnell zu submitten und gehst nicht über die Punkte. Ist dies auch ein Teil deines Gameplans?
Wenn ich kämpfe, will ich immer meine Gegner submitten. Die Zuschauer wollen Submissions sehen. Submissions beim BJJ sind wie ein K.o. im Boxen. Ich hasse Kämpfer, die nur über die Punkte gewinnen wollen. Die halten und gucken wie lange noch die Kampfzeit geht. Mein Gameplan ist die Submission. Mache Kämpfer fangen langsam an, ich versuche, mir in den ersten Sekunden die Submission zu holen.

Da alle Kämpfer an ihrer Flexibilität arbeiten, um sich ständig zu verbessern, an was arbeitest du gerade?
Ich versuche, mein Game immer zu verbessern. Beim No-Gi habe ich gute Trainingspartner, wie Manuel Masuch, Stefan Heber oder auch Krystof Meier. Wir trainieren vor den Turnieren immer zusammen, auch wenn wir aus verschiedenen Gyms kommen, wir sind eine Familie.

Wo wird man dich als nächstes auf der Matte antreffen?
Als nächstes werde ich beim holländischen „King of the Beach“ am 4. Juli kämpfen. Da gibt es neben der Krone auch Preisgeld zu gewinnen. (lacht)

Der Finalkampf zwischen Daniel Ladero und Victor Neves.

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