Grappling

Den Titel verteidigt

Julia Kunter (2.v.l.) nach ihrem Finalsieg. (Foto: Derya Cilingir)

Julia Kunter holte sich wie im vergangenen Jahr die Queen-of-the-Mat-Titel bei der DGL auf der FIBO in Köln. Sie triumphierte im Finale gegen die junge Lisa Begenz.

Groundandpound.de: Hallo Julia, herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung! Wie glücklich bist du?
Julia Kunter: Hallo, vielen lieben Dank für die Glückwünsche! Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich es dieses Jahr wieder geschafft habe, mir den Titel der DGL zu sichern!

Was war im Gegensatz für dich bei diesem Mal rein kämpferisch anders als im vergangenen Jahr?
Im Großen und Ganzen war eigentlich nichts anders als im vergangenen Jahr. Ich bereite mich nicht gezielt auf eine Gegnerin vor und bastel an einem bestimmten Gameplan. Ich mache einfach das, was ich im Training auch immer mache; nehme, was ich kriegen kann und halte es so lange fest, bis ich was Besseres kriege.

Wie lief das Finale gegen Lisa Bengez für dich? Du konntest durch einen Reverse Triangle Choke nach einer Kampfzeit von 3:40 Minuten das Match für dich gestalten.
Zuerst muss ich einmal sagen, dass Lisa mit ihren 14 Jahren eine unglaublich gute Kämpferin ist, die mit ihrem technischen Können schon auf dem letzten Tap or Snap in Dortmund auf sich aufmerksam gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch das ein oder andere GroundandPound-Interview von ihr lesen dürfen!

Im Großen und Ganzen lief das Finale gegen Lisa ganz gut für mich, würde ich sagen. Anfangs haben wir uns ein wenig abgetastet und versucht, eine gute Kontrolle im Stand zu kriegen. Ich hab versucht, mir eine Guillotine oder wenigstens einen Overhook zu holen, um dann einen Triptakedown zu machen, was leider nicht so ganz funktioniert hat und ich bin dann in Lisas Guard gelandet. Da ich weiß, dass Lisa eine gute Guardkämpferin ist, war ich vor ihrem Armbar- und Triangle-Einstieg auf der Hut und hab letzteren genutzt, um in die Sidemount zu passieren. Nachdem ich die Position stabilisiert hatte, hatte Lisa ihren rechten Arm zwischen meinen Beinen und ich wusste, dass hier meine Chance gekommen war und ich konnte die Reverse Triangle zu machen.

Neben der Matte seid ihr ziemlich freundschaftlich, doch auf der Matte ist dann der Spaß vorbei. Wie ernst ist dir das Kämpfen und natürlich das Gewinnen?
Wenn ich an einem Turnier teilnehme, dann will ich natürlich auch gewinnen und nehme das Kämpfen sehr ernst. Wer verliert schon gerne? Nichtsdestotrotz achte ich immer darauf, dass ich meine Gegnerin nicht verletze und ihr genügend Zeit zum Tappen lasse, was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist bzw. sein sollte. Das Kämpfen gehört für mich zum Sport dazu und bietet mir zum einen die Möglichkeit, mich mit anderen zu messen und so meinen derzeitigen Leistungsstand abzurufen und zum anderen hilft es, Schwächen aufzuzeigen, an denen ich dann im nächsten Training wieder weiterarbeiten kann.

Wirst du auch im kommenden Jahr deinen Titel wieder verteidigen?
Das habe ich auf jeden Fall vor, ja! Ich wünsche mir jedoch fürs nächste Jahr, dass noch ein paar mehr Frauen an der DGL teilnehmen. Die weibliche Grappling-Gemeinschaft wächst langsam aber stetig und es wäre schön zu sehen, wenn die Plattform, welche die DGL uns nun endlich bietet, auch ausreichend genutzt werden würde.

Was liegt jetzt bei dir rein sportlich gesehen an?
Das nächste Turnier was ich jetzt anstrebe ist die NAGA Germany am 24.05.2014 in den Westfalenhallen Dortmund. Was danach (an Turnieren) noch so kommt, weiß ich im Moment noch gar nicht so genau. Ich würde aber gerne mal ein paar Turniere außerhalb Deutschlands anstreben. Mal sehen, was sich zeitlich und finanziell da so machen lässt. Ansonsten werde ich wie jedes Jahr noch die eine oder andere Open Mat (z.B. Anfang Mai in Lindlar) oder ein paar Seminare besuchen.

Welche Technik liegt dir eigentlich am besten?
Hmm, also auf Anhieb kann ich gar nicht sagen, welche Technik mir „am besten“ liegt. Ich fühle mich mit vielen Techniken wohl, wodurch es schwer wird, genau eine bestimmte herauszupicken. Grundsätzlich versuche ich auf ein gutes Positioning zu achten und die Basics zu beherrschen. Wenn mir dann eine Submission über den Weg läuft, nehme ich die!

Vielen Dank, der letzte Satz ist deiner!
Ich habe GroundandPound zu danken für dieses Interview! Des Weiteren möchte ich mich bei meinen Trainern Les Herden, Stefan Diete, Chris Gryzka und somit auch bei meinen beiden Teams SPARTA Essen und der Mad Monkey Academy und allen anderen Trainingspartnern für die Vorbereitung und Unterstützung bedanken. Ein besonderer Dank geht natürlich noch an unsere Sponsoren BMS und Longestline Tattoo sowie an Marco von Natural Body Power, der mir immer so wundervolle T-Shirts zukommen lässt!