Grappling

„Danke an das Team“

Foto: Carlo Szelinsky

Das niederländische "King of the Beach"-Grappling-Turnier hat schon eine lange Tradition. In dieser Tradition konnte sich am vergangenen Wochenende der Wahl-Hamburger Carlo Szelinsky eintragen. Nach Platz vier im vergangenen Jahr an selber Stelle, war es jetzt Platz eins. Der Umzug von Aachen nach Hamburg war für Szelinsky kein Nachteil, denn jetzt startet er gerade richtig durch. Szelinsky sammelte in diesem Jahr schon einige Titel und es sollen noch mehr werden.

Groundandpound.de: Herzlichen Glückwunsch zum Titel im Schwergewicht beim King of the Beach. Im vergangenen Jahr hatte es nur für den vierten Platz gereicht. Jetzt Platz eins, was hast du umgestellt?

Carlo Szelinsky: Im letzten Jahr habe ich nur in der Beginner-Klasse den 4. Platz erreicht und jetzt in der Elite den 1. Ein gewisser Fortschritt wird also stattgefunden haben. Es hat sich zwar im letzten Jahr einiges an meinem Training geändert, aber man muss auch feststellen, dass man im BJJ und Grappling einfach Zeit braucht, um den für sich passenden Style zu entdecken. Seit fast einem Jahr trainiere ich nun aus beruflichen Gründen nicht mehr in Aachen und das ist sicher der Hauptgrund für den Fortschritt. Ich hatte in Aachen einen sehr guten Trainer, aber gerade die Vielfalt an Trainingspartnern war nicht gegeben. Im direkten Vergleich gab es damals 3-5 gute Leute und in Hamburg bei Groundfighters habe ich 10-15 gut ausgebildete Wettkämpfer, die einen immer wieder erneut fordern. Außerdem unterstützt mein Trainer Samuel Sanvicente (vom Black Belt nicht mehr weit entfernt und gerade bei der Europameisterschaft in Rom abgeräumt) leidenschaftlich seine Schüler. Da Samuel hauptberuflich die Schule leitet, bietet er mir ein sehr individuelles Training. Drei Trainingseinheiten sind jeden Tag möglich. Gerne arbeitete er morgens mit mir an vielen Details und steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem ist es sicherlich auch ein Vorteil, dass er in der Welt umherreist und von zahlreichen BJJ-Experten Wissen für seine Schüler sammelt. Wenn man in Hamburg Grappling oder BJJ trainieren will, führt meiner Meinung nach nichts an den Groundfighters vorbei, besonders für Wettkämpfer.

Was ist für dich das Geheimnis für den Erfolg im Kampf?

Hmm, ich glaube das sind vermutlich die Submissions hüftabwärts. Aber das ist wohl bald kein Geheimnis mehr?

Wie ist dein Resümee über das Turnierjahr 2013 bis jetzt für dich?

Bis auf die DGL-Einzelmeisterschaft war ich nahezu mit jedem Turnier zufrieden. Da hatte ich gegen den guten Spanier Daniel Ladero Gärtner viel zu früh tappen müssen. Sonst kann ich sehr positiv auf die West- und Ostdeutsche Meisterschaft im BJJ, mehrere Chokewars-Turniere, Hamburg Open, die DGL und jetzt noch auf das King of Beach zurück blicken.

Was kann noch besser werden, wo ist im noch Potential nach oben?

Wenn man auf höherem Niveau kämpft, gerade auch im Ausland, ist der Punktesieg manchmal unausweichlich, aber das ist eher nicht so meins. Aus meiner ursprünglichen Schule habe ich verinnerlicht, dass ein wahrer Sieg die Submission bedeutet. Außerdem glaube ich, dass ich meine Gi-Chokes verbessern muss.

Wie ist dein Plan der kommenden Projekte?

Wir haben ja noch einen DGL-Kampftag, auf den wir uns mit dem ganzen Team gut vorbereiten. Da hoffen wir noch einmal alles geben zu können. Dann stehen noch die Hamburg Open Gi Meisterschaften an und danach ist mein wohl größtes Ziel die IBJJF Europameisterschaft in Lissabon.

Du hast ja auch dein eigenes Grappling-Turnier. Wann geht es damit weiter?

Ja genau, ich habe vor zwei Monaten mit Christoph Sachsenhausen und meinem Bruder Wanja die erste Edition der West Side Control Championship in Aachen mit Unterstützung des Tai Kien umgesetzt. Dieses Turnier richtete sich bisher nur an Beginner und wir haben das in erster Linie als Test für die Organisation und Durchführung gesehen. Das Event war ein voller Erfolg und jetzt muss es natürlich weitergehen! Das nächste große Turnier soll vermutlich im September stattfinden und wir haben dort einige Überraschungen in Vorbereitung. Erst einmal wird es drei Teilnehmerklassen geben, Preise dank Sponsoring (aber dazu später mehr) und wenn alles glatt läuft auch einen Superfight. Wir freuen uns natürlich, die neusten Infos dazu demnächst exklusiv an Groundandpound.de weiterzuleiten.

Vielen Dank, der letzte Satz ist wie immer deiner!

Danke für dieses Interview und das immer weiter wachsende Interesse am Grappling bzw. BJJ. Ein weiterer Dank geht an meinen Freund und Trainingspartner Christoph Sachsenhausen, der mit mir durch Deutschland reist und dessen Kämpfe von Turnier zu Turnier besser werden. Ein Gruß geht an alle Kampfsportinteressierten, insbesondere die des Bodenkampfsports: Lasst euch spontan mal bei Groundfighters Hamburg blicken! Wir nehmen alle, egal ob Anfänger oder Profi, herzlich auf! Danke an das Team.