Grappling

Chael Sonnen startet mit eigener Grappling-Veranstaltungsreihe durch

Chael Sonnen will neue Marke im Grappling etablieren. (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Beinahe drei Jahre sind bereits vergangen, seit Chael Sonnen letztmals ein Octagon von innen zu sehen bekam. Nach einer klaren Niederlage gegen Rashad Evans zwangen ihn diverse positive Dopingtests dazu, seine MMA-Laufbahn zu beenden. Doch der ehemalige Herausforderer auf den Mittelgewichtstitel war noch nicht bereit, den aktiven Kampfsport links liegen zu lassen. Seine Erfahrungen bei verschiedenen Grappling-Organisationen will er nun nutzen, um seine eigene Veranstaltungsreihe zum Erfolg zu verhelfen. Am 17. Juli debütiert „Submission Underground“ in seiner Heimat Oregon.

Die Idee für eine eigene Organisation kam Sonnen während der Vorbereitung auf seinen ersten professionellen Grappling-Kampf, gegen Andre Galvao bei Metamoris 4. Die enorme Zahl an potentiellen Wettkämpfern schreit nach mehr Möglichkeiten, sich auf höchstem Niveau messen zu können, so die Auffassung des „American Gangsters“.

„Als ich mit MMA aufgehört habe, habe ich mich dem Grappling gewidmet“, so Sonnen. „Ich habe bei Metamoris gekämpft, das war eine tolle Erfahrung. Ich bin sehr schnell darauf gekommen, dass es 15-mal mehr Wettkämpfer im Grappling gibt, verglichen mit MMA. Als ich ins Training gegangen bin, waren da ein paar Hundert Leute. Im MMA-Training waren sechs, sieben, acht Typen im Raum. Da ist mir aufgefallen, dass wir mehr Wettkämpfe für diese Sportler brauchen.“

Bereits bestehende Organisationen wie Klassenprimus Metamoris versuchten schon mit verschiedensten Konzepten, an den Erfolg des MMA-Sports anzuknüpfen, bisher mit unterschiedlichem Erfolg. Während die ersten Veranstaltungen vor einem Live-Publikum stattfanden, schwenkte Metamoris zuletzt um und ließ die Athleten unter Ausschluss der Öffentlichkeit antreten. Zu sehen waren die Events stets via Pay-per-View, vergleichbar mit der UFC. Im Unterschied dazu wird „Submission Underground“ auf FloCombat.com ausgestrahlt, benötigt wird ein Abonnement. Auch in anderen Bereichen will sich Sonnen von der Konkurrenz abgrenzen.

„Wir können nicht einfach veranstalten und hoffen, dass die Leute einschalten“, führt Sonnen aus. „Sie werden kommen und einschalten, aber wir wollen das Ganze groß aufziehen. […] Wir wollen zu den Athleten nach Hause, sie begleiten und das dann veröffentlichen. Wir wollen die ganze Geschichte erzählen, warum diese Kämpfe stattfinden. Wie sie zum Sport gekommen sind. Warum sie gewinnen wollen. Warum sie kämpfen wollen. Warum sie denken, dass sie die besten Bodenkämpfer der Welt sind.“

In Sachen Regelwerk orientiert sich „Submission Underground“ stark an den Regeln des „Eddie Bravo Invitationals“ (EBI). Gekämpft werden acht Minuten. Steht nach Ablauf der Zeit kein Sieger durch Aufgabe fest, geht der Kampf in die Verlängerung. Dort hat der Gewinner eines Münzwurfs die Wahl zwischen dem Rücken seines Gegners und einer Armhebel-Position. Danach ist der Kontrahent am Zug. Wer seinen Gegner schneller zur Aufgabe zwingt, gewinnt. Entkommen beide dem Angriff ihres Kontrahenten, geht es von vorne los. Sollte nach drei solchen Zyklen kein Sieger feststehen, gewinnt der Kämpfer mit der kürzeren benötigten Zeit, um zu entkommen.

MMA-Fans wird die Einführung in den Grappling-Sport durch Elemente aus dem MMA erleichtert. Die Kämpfe finden zur Sicherheit der Athleten in einem Käfig statt und Ringansager wird Bruce Buffer sein. Zusätzlich werden sich einige dekorierte MMA-Kämpfer bei „Submission Underground“ messen.

Anbei die bisherige Fight-Card in der Übersicht:

Submission Underground
17. Juli 2016
Roseland Ballroom, Portland, Oregon

Jake Shields vs. Benson Henderson
Muhammed Lawal vs. Vinny Magalhaes
Kenny Florian vs. Filipe Costa
Ricco Rodriguez vs. Fabiano Scherner
Jens Pulver vs. Nathan Orchard