Grappling

Bernardo Faria: Der “junge” Altmeister des BJJ

Bernardo Faria in gewohnter Siegerpose (Foto via graciemag).

Wer sich an das BJJ-World Cup-Wochenende 2010 erinnert, der sieht einen weinenden Bernardo Faria nach seiner Viertelfinal-Niederlage in der offenen Klasse gegen Romulo Barral. Einen Tag später sah man aber auch die unbändige Freude und Feier über seinen Titelgewinn in der Schwergewichtsklasse. Er ist einer der ganz Großen der neuen Generation in der BJJ-Welt.

Faria hält trotz seiner wenigen Niederlagen weiter an seiner Strategie fest. Gerade die beiden Niederlagen gegen Rudolfo Vieira schmerzen aber immer noch. Denn Vieira hat es verstanden, die Strategie von Faria zu neutralisieren: „Ich glaube, dass wirklich jeder Kampf ein wichtiger Kampf ist. Zum Beispiel verlor ich bei den Pan (-Amerikanischen Meisterschaften, Anm. d. Red.) gegen Vieira 0-8 in unserer Gewichtsklasse. Wenig später gewann ich dann in der offenen Klasse mit 3-1. Was ich meine ist, dass man alles ändern kann. Mit der richtigen Einstellung kannst du viel erreichen."

Seit seinen großen Siegen hat sich viel im Leben Farias geändert: „Heute sehe ich, dass alle meine Siege und Niederlagen mich geprägt haben. Ich bin Teil eines Prozesses, der im Laufe der Zeit mein Leben verändern hat und auch noch weiter verändern wird. Ich werde zurück schauen und stolz darauf sein, was ich getan habe.“

Bernardo Faria lässt seinen Emotionen stets freien Lauf. Man sieht ihm sofort seine Gefühlslage an. Negative Emotionen behindern die Leistungsfähigkeit im Kampf von Faria keineswegs: „Ich glaube nicht. Ich versuche immer, glücklich zu kämpfen, fröhlich. Jiu-Jitsu erwählte ich für mein Leben, weil ich es liebe. Auf der Matte zu stehen und gegen meinen Gegner zu kämpfen. Wenn ich verliere, bin ich wirklich sehr traurig. Denn Jiu-Jitsu ist mein Leben. Ich lebe das Jiu-Jitsu 24 Stunden am Tag. Derzeit bin ich noch mehr bei meinen Niederlagen entspannt.“

Sein Weg geht weiter, sein Weg verbunden mit dem BJJ. In diesem Jahr wird er wieder angreifen und sein Gameplan den anderen aufdrücken. Nur bei Vieira wird er vorsichtig sein.