Boxen

Wilder besteht Feuerprobe gegen Ortiz, siegt durch Knock-out

Deontay Wilder (l.) gegen Luis Ortiz (Foto: Showtime Sports)

Am 3. März stieg WBC-Weltmeister Deontay Wilder zu seiner bisher schwersten Prüfung ins umseilte Viereck. Das unbesiegte amerikanische Schwergewicht traf auf den ebenfalls ungeschlagenen Luis Ortiz aus Kuba. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, beendete Wilder den Kampf nach einem fulminanten Comeback vorzeitig und sicherte so seinen 40. Karriereerfolg in Serie vor heimischem Publikum im Barclays Center in Brooklyn.

In den ersten Runden war es „King Kong“ Luis Ortiz (28-1, 24 K.o.), der Deontay Wilder (40-0, 39 K.o.) große Probleme bereitete. Dem Kubaner gelang es immer wieder den WBC-Weltmeister mit schnellen Kontern und langen Händen zuzusetzen. Es wurde schnell deutlich, wieso so viele Boxer Ortiz aus dem Weg gegangen waren – er  war sehr unangenehm zu kämpfen. Wilder fand nicht in den Kampf, konnte seine gefürchtete Schlaghand nie wirklich sauber ins Ziel bringen und boxte eifrig mit, allerdings war es Ortiz, der die ersten vier Durchgänge für sich entschied.

Im zweiten Durchgang fiel Ortiz zwar auf ein Knie, hatte dabei allerdings bei einem eigenen Angriff die Balance verloren und war nicht getroffen worden.  Erst in Runde fünf konnte Wilder harte Hände ins Ziel bringen. Zwei Schlaghände trafen den Kubaner, brachten diese ins Schwanken und schickten ihn knapp 10 Sekunden vor dem Rundenende rückwärts auf den Mattenboden. Auch eine Runde darauf machte Wilder Druck, konnte jedoch keine Wirkungstreffer mehr herbeiführen.

Im siebten Durchgang dann der Schockmoment für das Team „Bombzquad“: Wilder wurde von einem rechten Haken getroffen und sichtlich durchgerüttelt, hatte Probleme sein Gleichgewicht zu halten und wurde von Ortiz durch den Ring gescheucht. Zwar schaffte es der Kubaner nicht, Wilder auf die Bretter zu schicken, allerdings musste der US-Amerikaner zahlreiche Hände schlucken und schien stark angeschlagen.

In Durchgang acht gleiches Spiel: Wilder kassierte, wurde an den Rand einer Niederlage gebracht, überlebte die Runde jedoch. Im 9. Durchlauf fand Wilder wieder in den Kampf, lieferte sich ein hart umkämpftes Duell mit Ortiz – auch eine Runde darauf schlugen beide Athleten wild um sich, Ortiz musste dann plötzlich zu Boden, wurde allerdings geworfen, so dass es sich nicht um einen Knock-down handelte.

Nur wenige Sekunden darauf dann doch der Niederschlag: Wilder traf mit schnellen Händen und schickte den Kubaner auf die Bretter. Doch wieder stand dieser auf, kassiere daraufhin wilde Windmühlenschläge von Wilder und ging schließlich durch einen Aufwärtshaken hart zu Boden. Der Ringrichter beendete das Duell.  

„Ein wahrer Champion findet immer einen Weg, trotz gefährlicher Situationen den Sieg einzufahren“, so Wilder im Abschlussinterview. „Er hat heute seine Feuertaufe bestanden“, so Wilders Promoter Lou DiBella. „Er hat riesige Cojones. Er ging durchs Feuer und hat den Typen ausgeknockt. Er hat unmenschliche Schlagkraft. Diese erlaubt es ihm sich auch Fehler im Kampf zu erlauben, für die andere Kämpfer bestraft werden würden.“

Außerdem hatte Wilder eine Nachricht für Klitschko-Bezwinger Anthony Joshua übrig: „Ich bin bereit, die Titel zu vereinigen. Ich bin der böseste Mann auf diesem Planeten! Ich stehe an der Spitze der Nahrungskette!“  

Joshua verteidigt seine Titel der IBF, WBA und IBO gegen WBO-Champion Joseph Parke am 31. März. Sollte er gewinnen, wäre eine Begegnung gegen Wilder sicherlich interessant.