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UFC Winnipeg: Action garantiert mit Robbie Lawler vs. Rafael dos Anjos u.v.m.

Knaller-Kampf: Robbie Lawler vs. Rafael dos Anjos verspricht Action (Foto: UFC).

Die vorletzte UFC-Show des Jahres bringt das Octagon nach Kanada. In Winnipeg, Manitoba stehen elf Kämpfe auf dem Programm, die vor allem Action versprechen. Von Robbie Lawler und Rafael dos Anjos im Hauptkampf über Namen wie Santiago Ponzinibbio und Mike Perry bis hin zu Glover Teixeira und Ricardo Lamas.

Das Hauptprogramm von UFC Winnipeg wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting übertragen, die Vorkämpfe wie immer über den UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag. 16. Dezember, 22:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 16. Dezember, 23 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 17. Dezember, 2 Uhr

Hauptkampf: Robbie Lawler vs. Rafael dos Anjos

Ein Ex-Mittelgewicht und ein Ex-Leichtgewicht kämpfen um die Chance, den Titel im Weltergewicht zu holen: Das ist der Hauptkampf von UFC Winnipeg in der Kurzfassung. Robbie „Ruthless“ Lawler (28-11-0(1)) und Rafael „RDA“ dos Anjos (27-9) gehören seit Jahren zur Elite in der UFC, jetzt wollen die beiden Ex-Champions mit einem Schlüssel-Sieg eine neue Chance auf UFC-Gold verdienen.

Lawler wird hier zum zweiten Mal seit seinem Titelverlust im Juli 2016 zu sehen sein. Bei UFC 201 wurde „Ruthless“ von Tyron Woodley ausgeknockt, danach nahm er ein Jahr Pause und kehrte im Juli dieses Jahres mit einem actionreichen Punktsieg gegen Donald Cerrone zurück. Nach eigener Aussage ist Lawler so motiviert wie lange nicht mehr – von Abnutzungserscheinungen könne trotz Titelverlust und 35 Jahren keine Rede sein.

Zwar ist fraglich, wie lange Lawler seinen sehr offensiven Kampfstil auf diesem Level noch aufrechterhalten kann, trotzdem hat sich das Ex-Mittelgewicht seit dem Wechsel ins Weltergewicht und der Rückkehr in die UFC durchweg in einer Form gezeigt, die schwer zu schlagen ist.

Rafael dos Anjos dagegen ist einer der Kämpfer, die eine Gewichtsklasse nach oben gewechselt sind und dort besser aussehen als in ihrer alten Heimat. UFC-Mittelgewichtschampion und Ex-Weltergewicht Robert Whittaker ging es so, auch Donald Cerrone holte nach Jahren im Leichtgewicht einige spektakuläre Siege im Weltergewicht – dos Anjos hat in diesem Jahr mit Erfolgen gegen Tarec Saffiedine und Neil Magny bewiesen, dass er auch bis 77 Kilo eine Wucht ist. Bis 70 Kilo hielt er ein knappes Jahr lang den Titel, jetzt steht er auch im Weltergewicht kurz vor einer Chance auf Gold.

UFC-Präsident Dana White zumindest hat angekündigt, dass der Sieger dieses Kampfes als nächstes auf Champion Tyron Woodley treffen wird. Auch abgesehen von allen Titelimplikationen aber ist das Duell der Ex-Weltmeister ein Sahnestück, denn Lawler und dos Anjos sind beide für den unerbittlichen Druck bekannt, unter dem sie ihre Gegner einbrechen lassen.

Zwar nutzt Lawler dafür meist den Standkampf aus der Distanz, während dos Anjos eben jene gerne verkürzt und seine Kontrahenten niederringt, trotzdem dürfte das Aufeinandertreffen beider Stile zumindest in der Theorie für Feuerwerke sorgen.  

Co-Hauptkampf: Ricardo Lamas vs. Josh Emmett

Eigentlich hätte Ricardo „The Bully“ Lamas (18-5) hier seinen Rückkampf gegen José Aldo bekommen sollen. Im Februar 2014 musste Lamas sich dem damaligen Champion nach Punkten geschlagen geben, der bei UFC 218 Anfang des Monats kurzfristig gegen seinen Nachfolger Max Holloway einsprang, um seinen Gürtel zurückzuholen. An seine Stelle tritt Josh Emmett (12-1), der nun seine eigene große Chance auf den Durchbruch erhält.

Emmett debütierte vergangenes Jahr bei UFC Rotterdam im Octagon und bezwang Jon Tuck in einem spannenden Kampf geteilt nach Punkten. Zwei seiner folgenden drei Kämpfe gewann der Amerikaner ebenfalls nach Punkten, darin versteckt sich eine knappe Punktniederlage gegen Desmond Green.

Der Kämpfer aus Urijah Fabers Team Alpha Male ist gelernter Ringer, hat sich im Laufe der Jahre aber in allen Bereichen des Sports solide Kompetenzen angeeignet. Das hat auf dem höchsten Level bisher nicht für vorzeitige Siege gereicht, temporeich und dynamisch geht es trotzdem meist zu, wenn Emmett in den Käfig steigt. Erst im Oktober stellte der 32-jährige Kalifornier einen Rekord auf, als er Felipe Arantes bei UFC Danzig in einer Runde vier Mal niederschlug.

Wenn diese Version von Josh Emmett in Winnipeg im Octagon auftaucht, dann dürfte es knallen. Denn wenn Ricardo Lamas ins Octagon steigt, ist Action für gewöhnlich ohnehin schon garantiert. Der 35-Jährige kann auf eine illustre Karriere zurückblicken, die ihn bisher zwar nie zu einem Titel geführt hat, aber während der er ein Who’s Who der Federgewichtsklasse vor den Fäusten hatte.

Dort hatte er beachtlichen Erfolg, wenn es auch gegen die Elite immer wieder Niederlagen gesetzt hat: Mit Aldo, Chad Mendes und Max Holloway hat Lamas in der UFC nur gegen Weltklasse-Gegner verloren, mit Namen wie Charles Oliveira, Diego Sanchez, Dennis Bermudez oder Cub Swanson aber auch jede Menge Hochkaräter bezwungen.

Mit zuletzt zwei Siegen in Folge hätte ein Sieg gegen Aldo ihn nun einen großen Schritt in Richtung Titel nehmen lassen können, gegen Emmett hat der „Bully“ dagegen kaum etwas zu gewinnen, dafür viel zu verlieren.

Die restlichen Kämpfe von UFC Winnipeg

Von oben bis unten verstecken sich vielversprechende Kämpfe auf dem Programm von UFC Winnipeg.
Auf dem Hauptprogramm versprechen die beiden verbliebenen Kämpfe reichlich Action: Im Weltergewicht kommt es zwischen Santiago „Gente Boa“ Ponzinibbio (25-3) und Mike „Platinum“ Perry (11-1) zum Duell zweier Power-Puncher, die sich mit einem weiteren Knockout für große Aufgaben in der Top Ten empfehlen wollen.

Zuvor wird Ex-Titelherausforderer Glover Teixeira (26-6) versuchen, zurück in die Spur zu finden, nachdem er in den vergangenen eineinhalb Jahren zwei von drei Kämpfen verlor und dabei von Anthony Johnson und Alexander Gustafsson erstmals in seiner Karriere ausgeknockt wurde.

Ihm gegenüber steht Misha Cirkunov (13-3), der vier UFC-Kämpfe in Folge vorzeitig gewann, bevor er im Mai Volkan Oezdemir gegenüberstand. Der Schweizer schickte den gebürtigen Letten nach 28 Sekunden Schlafen und überholte ihn damit auf dem Weg zum Titelkampf. Gegen einen Top-Gegner wie Teixeira wird es ein hartes Stück Arbeit, diese Niederlage auszubügeln – gewinnt er aber gegen den Ex-Titelherausforderer, wäre er wieder vorne mit dabei im Halbschwergewicht.

Auch das Vorprogramm verspricht kurzweilige Unterhaltung. So wird es im Leichtgewicht zu einem Duell kommen, das bereits 2015 hätte stattfinden sollen, damals aber verletzungsbedingt ausfiel: John „The Bull“ Makdessi (14-6) ist ein filigraner Techniker im Stand, der gut und gerne kickt, das auch häufig spektakulär, allerdings nicht besonders massig für die 70-Kilo-Klasse ist.

Für Abel „Killa“ Trujillo (15-7) dagegen wäre Makdessis Spitzname passender: Der 34-Jährige gewinnt seine Kämpfe nicht zuletzt durch Aggressivität und physische Kraft, die ihn u.a. zu Siegen gegen Jamie Varner, Roger Bowling und Tony Sims geführt haben.

Auch die beiden ersten Vorkämpfe des Abends, in Deutschland bereits ab 22 Uhr zu sehen, sollten spannend werden. Jeweils im Weltergewicht werden sich mit Jordan „Young Gun“ Mein (29-12) und Erick „The Tiger“ Silva (19-8-0(1)) sowie mit Nordine Taleb (13-4) und Danny „Hot Chocolate“ Roberts (14-2) fähige Kämpfer gegenüberstehen, die immer für einen Knockout zu haben sind.

Ein weiterer Weltergewichts-Kampf, der sich lohnen sollte, ist der zwischen Chad „The Disciple“ Laprise (12-2) und Galore Bofando (5-2). Der Kanadier Laprise ist ein erfahrener Kickboxer, der bereits fünf UFC-Siege geholt hat, zuletzt aber Schwierigkeiten mit dem Erreichen des Leichtgewichtslimits hatte.

Daher ist „The Disciple“ nun im Weltergewicht unterwegs, wo er im Juli bereits Brian Camozzi ausknocken konnte. Eine Woche später gab Galore Bofando sein UFC-Debüt, in dem er Charlie Ward per Slam ins Reich der Träume schickte.

Der physisch starke, unorthodoxe Kicker wird nun in seinem zweiten UFC-Auftritt gleich einen etablierten und technisch versierten Veteranen vor die Fäuste bekommen – gewinnt der Brite hier, hätte er sich damit jedoch auf einen Schlag in der UFC etabliert.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC on FOX 26: Lawler vs. dos Anjos
Samstag, 16. Dezember 2017
Bell MTS Centre in Winnipeg, Manitoba, Kanada

Hauptprogramm (ran Fighting)
Robbie Lawler vs. Rafael dos Anjos
Ricardo Lamas vs. Josh Emmett
Santiago Ponzinibbio vs. Mike Perry
Glover Teixeira vs. Misha Cirkunov

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Jan Blachowicz vs. Jared Cannonier
Julian Marquez vs. Darren Stewart
Chad Laprise vs. Galore Bofando
John Makdessi vs. Abel Trujillo
Alessio Di Chirico vs. Oluwale Bamgbose

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Jordan Mein vs. Erick Silva
Nordine Taleb vs. Danny Roberts