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UFC St. Louis: Jeremy Stephens und der "Korean Superboy" im Kracher-Kampf

Schlagstarkes Duo: Jeremy Stephens trifft auf Doo Ho Choi (Foto: UFC).

Zwei Wochen ist das Jahr alt, jetzt nimmt auch der UFC-Zirkus wieder an Fahrt auf. Erstmalig in St. Louis im amerikanischen Mittleren Westen unterwegs, hat die Liga zu diesem Anlass eine ganze Reihe bekannter Gesichter für die Show am Wochenende mitgebracht. Neben den Action-Garanten Jeremy Stephens und „Korean Superboy“ Doo Ho Choi im Hauptkampf bietet der Event u.a. Michael Johnsons Federgewichts-Debüt, Paige VanZants Rückkehr und das Duell zweier vielversprechender Weltergewichts-Talente.

Das Hauptprogramm von UFC St. Louis wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Montag, 15. Januar, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Montag, 15. Januar, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Montag, 15. Januar, 4 Uhr

Hauptkampf: Jeremy Stephens vs. Doo Ho Choi

Duelle zwischen alten Hasen und jungen Wilden gibt es häufiger in der UFC, selten aber versprechen diese Ansetzungen so knallharte Action wie der Hauptkampf von UFC St. Louis. Dort werden sich an der Spitze des Programms Jeremy „Lil Heathen“ Stephens (26-14) und Doo Ho „Korean Superboy“ Choi (14-2) im Federgewicht gegenüberstehen.

Stephens ist UFC-Fans seit 2007 bekannt. So spektakulär „Lil Heathen“ sich mit einem Uppercut-K.o. gegen den späteren Champion Rafael dos Anjos auf der großen Bühne ankündigte, so achterbahnförmig verlief seine Karriere seitdem. Seit Ende 2015 verlor Stephens gegen Max Holloway, Frankie Edgar und Renato Moicano, zuletzt holte der schlagstarke Veteran im September aber einen dominanten Punktsieg gegen Gilbert Melendez – und setzte dem Monat mit seiner anschließenden Hochzeit die Krone auf.

In St. Louis wird er nun auf den fünf Jahre jüngeren „Korean Superboy“ treffen. Viele Kämpfer in der UFC sehen nicht so aus, als wären sie welche, Doo Ho Choi ist der unscheinbarste von ihnen. Der 26-Jährige Südkoreaner lächelt sich seinen Weg in den Käfig und zündet dort Bomben, sobald der Ringrichter das Duell freigibt. Unter diesen sind in der UFC bereits Juan Puig, Sam Sicilia und Thiago Tavares eingebrochen.

Was dieser Kampf neben zu erwartender Feuerwerke für das UFC-Federgewicht bedeutet, ist dabei nicht klar. Denn Stephens bräuchte angesichts seiner aktuellen Niederlagen noch eine Handvoll weiterer Siege, um sich wieder oben in der Rangliste zu etablieren, Choi dagegen wird zunächst in die Fußstapfen des „Korean Zombie“ treten und in absehbarer Zeit zum koreanischen Militärdienst eingezogen werden. Was uns das sagen soll? Vielleicht, jegliche Ranglisten und Titel-Implikationen einmal zu vergessen und einfach nur die Action zu genießen.

Co-Hauptkampf: Paige VanZant vs. Jessica-Rose Clark

Das neue Jahr fängt gleich gelungen an für die UFC. Eigentlich hätte im zweiten Hauptkampf Vitor Belfort seinen Abschied gegen Uriah Hall bestreiten sollen, letzterer schaffte es jedoch nicht einmal zur Waage – ein Zusammenbruch hinter den Kulissen nahm „Primetime“ aus dem Kampf. Nun also bekommt das Comeback von Paige „12 Gauge“ VanZant (7-3) das zusätzliche Scheinwerferlicht ab. Die 23-Jährige wird in St. Louis auf Jessica-Rose Clark treffen.

Für VanZant ist dieser Kampf immens wichtig, mit zuletzt zwei Niederlagen in drei Kämpfen in einem Jahr und anschließend einem weiteren Jahr Pause steckt der einstige Shooting-Star fest.

Nach ihrem Debüt Ende 2014, einem furiosen technischen K.o. gegen Kailin Curran, sowie zwei weiteren Siegen sah es so aus, als stürmte die ehemalige Tänzerin mit Vollgas an die Spitze. Mit ihrem aggressiven, dafür technisch nicht rundum ausgefeilten Kampfstil ist VanZant anschließend jedoch an Rose Namajunas und Michelle Waterson gescheitert. Nach 13 Monaten außerhalb des Käfigs muss „12 Gauge“ - nun im Fliegengewicht unterwegs - jetzt zeigen, dass sie auf höherem Level kämpft als bisher.

Die erste Gelegenheit dazu bekommt sie gegen Jessica-Rose „Jessi Jess“ Clark (8-4-0(1)). Die 30-jährige Australierin hat im November ihr UFC-Debüt geteilt nach Punkten gegen Bec Rawlings gewonnen, nachdem sie zuvor u.a. bei Invicta FC und Titan FC zu sehen war. Schlägt sie auch VanZant im Co-Hauptkampf von St. Louis, könnte „Jessi Jess“ nach nur zwei Kämpfen in der UFC direkt in die Rangliste einsteigen.

Die restlichen Kämpfe von UFC St. Louis:

Die erste UFC-Show des Jahres überzeugte in der Rohfassung zumindest auf dem Papier mit einer Reihe interessanter Ansetzungen, quer über das Programm verteilt. Nach der Absage des Co-Hauptkampfes zwischen Belfort und Hall sowie einem Weltergewichtskampf zwischen Zak Cummings, der beim Gewichtmachen im Bad ausrutschte, und Thiago Alves fehlen der Show nun wichtige Eckpfeiler. Eine Handvoll interessanter Duelle sind aber übriggeblieben.

So wird im Weltergewicht Kamaru „The Nigerian Nightmare“ Usman (11-1) auf Emil Weber „Valhalla“ Meek (9-2-0(1)) treffen. Während das hochdekorierte Ringer-Ass Usman sich seine Sporen im Laufe von sechs UFC-Siegen seit 2015 verdient hat und zuletzt mit einem Knockout gegen Sergio Moraes einen dringend benötigten Akzent setzte, ist Meek deutlich effizienter in die Schlagzeilen gelangt.

Im Mai 2016 knockte der Norweger den polarisierenden Submission-zu-lange-Halter Rousimar Palhares in Italien nach 45 Sekunden Kampfzeit aus, sein UFC-Debüt im darauffolgenden Dezember gewann er nach Punkten gegen Jordan Mein. Ein lebhafter Social Media-Auftritt tat sein Übriges, um Meek eine Menge neuer Fans zu bescheren. Seit seinem Debüt stand „Valhalla“ jedoch nicht mehr im Käfig, die verlorene Zeit will Meek nun mit einem möglichst imposanten Statement aufholen – und mit seinem zweiten UFC-Sieg gleich in die Top 15 einziehen.

Im ersten Kampf des Hauptprogramms soll es im Federgewicht zur Sache gehen. Darren „The Damage“ Elkins (23-5) legte 2017 das vielleicht beste Comeback des Jahres hin, als er nach zwei desaströsen Runden Top-Talent Mirsad Bektic ausknockte. Der ehemals eindimensionale, zähe Ringer überzeugt nicht zuletzt seit seinem Wechsel zu Urijah Fabers Team Alpha Male: „The Damage“ ist seit 2015 in fünf Kämpfen ungeschlagen. 

Michael "The Menace" Johnson (17-12) dagegen steht vor heimischem Publikum unter immensem Erfolgsdruck. Das ehemalige Leichtgewicht wird hier erstmalig im Federgewicht zu sehen sein, nachdem es bis 70 Kilo zuletzt eine Menge Niederlagen setzte. Johnson, ein schlagstarker Allrounder, hält nicht viel von sicheren Punktsiegen – seine Kämpfe enden meist als Triumph oder Katastrophe.

In erstere Kategorie fällt beispielsweise sein K.o. gegen Dustin Poirier aus dem September 2016, in Letztere die Niederlage gegen Khabib Nurmagomedov zwei Monate später. Eine Mischung aus beidem ist die „Kampf des Jahres“-Niederlage gegen Justin Gaethje aus dem Juli. Zurück in die Spur muss „The Menace“ nun trotzdem finden, wenn er auch im Federgewicht seinen Platz finden will.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 124: Stephens vs. Choi
Sonntag, 14. Januar 2018
Scottrade Center in St. Louis, Missouri, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Jeremy Stephens vs. Doo Ho Choi
Paige VanZant vs. Jessica-Rose Clark
Kamaru Usman vs. Emil Weber Meek
Darren Elkins vs. Michael Johnson

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
James Krause vs. Alex White
Matt Frevola vs. Marco Polo Reyes
Talita Bernardo vs. Irene Aldana
Danielle Taylor vs. JJ Aldrich

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Kalindra Faria vs. Jessica Eye
Mike Santiago vs. Mads Burnell
Kyung Ho Kang vs. Guido Cannetti