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UFC schließt Streaming-Vertrag mit ESPN ab

Der erste Dominostein in den Vertragsverhandlungen der UFC mit ihren zukünftigen Übertragungspartnern ist gefallen. Wie man am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt geben konnte, ist man mit ESPN eine fünfjährige Partnerschaft eingegangen, wonach der Disney-Sender ab Januar 2019 exklusive Inhalte, unter anderem 15 Fight Nights, auf seiner neu gegründeten Digitalplattform ESPN+ übertragen wird. Die UFC soll dafür 150 Millionen US-Dollar pro Jahr erhalten.

ESPN steigt ins MMA-Geschäft ein. Der Sport-Entertainment-Sender des Disney-Konzerns füllt seine Streaming-Plattform ESPN+ mit weiteren Kampfsport-Inhalten, nachdem man vor einem Monat bereits eine Partnerschaft mit Top Rank Boxing verkündet hatte. ESPN erhält für den kolportierten Preis von 150 Millionen Dollar im Jahr folgende Exklusiv-Inhalte:

  • 15 exklusive ESPN+ Fight Nights mit je zwölf Kämpfen und Pre- und Post-Fight Shows
  • Ab 2019 alle Staffeln von Dana Whites Tuesday Night Contender Series
  • Zusätzliche „All Access“-Formate

Dazu sollen US-Kunden über ESPN+ auch die Möglichkeit haben, auf das UFC-Archiv auf dem Fight Pass zuzugreifen und damit nicht nur alte Events anzuschauen, sondern auch Zusatz-Inhalte wie etwa Pressekonferenzen, das Wiegen oder den UFC Countdown. US-Fans erhalten diese Inhalte für 4,99 Dollar pro Monat oder 49,99 Dollar im Jahr. Dazu sollen auch der Fight Pass, der weiterhin existieren wird, und auch Pay-Per-Views über die Plattform gebucht und angesehen werden können. 

Die Frage ist nun, wie sich diese Einigung auf Fans in Europa und der Welt auswirkt. ESPN+ ist derzeit nur in den USA buchbar. Für internationale Fans soll sich an den derzeitigen Inhalten des Fight Pass wenig ändern, problematisch könnten die ESPN-exklusiven Veranstaltungen werden. Möglich ist daher, dass die 15 ESPN+ Fight Nights für den Rest der Welt auf dem Fight Pass gestreamt werden, falls sie für internationale Zuschauer überhaupt zugänglich gemacht werden.

Für die UFC ist diese Einigung nicht nur finanziell ein großer Gewinn. In ESPN hat nun eine immens große Werbeplattform ein eigenes Interesse, UFC-Kämpfe und -Kämpfer zu bewerben und zu berichten. ESPN erreicht über den Kabelanschluss in den USA 90 Millionen Haushalte. Zudem ist das Paket, dass die UFC an ESPN verkauft hat, nur ein Teil der Rechte. Denn das große Paket, dass Übertragungen im amerikanischen Fernsehen beinhaltet, wurde noch nicht verkauft. Gerüchteweise sollen für den kommenden TV-Partner bis zu 24 Veranstaltungen möglich sein. Inwieweit das die derzeitige Fix-Zahl von 12 PPVs pro Jahr beeinträchtigen könnte, ist unklar.

Seit 2011 wird die UFC auf dem Sender Fox übertragen. Der Vertrag, der der UFC 120 Millionen pro Jahr einbrachte, endet mit Ablauf dieses Jahrs. Fox soll großes Interesse an einer Fortführung der Partnerschaft haben, könnte sich das TV-Paket allerdings auch mit anderen Sendern, etwa ESPN teilen. Die UFC will mit dem Verkauf ihrer Übertragungsrechte einen jährlichen Betrag von etwa 400 Millionen Dollar erzielen. PPV-Verkäufe sind hierbei nicht mit eingerechnet.