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UFC on FOX 27: "Jacaré" Souza und Derek Brunson mit der Neuauflage

Runde zwei: "Jacaré" und Brunson gehen es erneut an (Foto: ran Fighting).

Der TV-Deal der UFC mit FOX läuft bald aus, und das macht sich an der Qualität der gleichnamigen Shows bemerkbar. Stand 2011 bei der ersten „UFC on FOX“-Ausgabe noch zwischen Cain Velasquez und Junior dos Santos der Schwergewichtsgürtel auf dem Spiel, führt sieben Jahre später ein Rückkampf ohne direkte Titelambitionen das Programm an. „Jacaré“ Souza und Derek Brunson sind bekannte Gesichter, aber zusammen eben kein Vergleich zu früheren Hauptkämpfen. Zumal auch der Rest der Show kaum Starpower bietet. Lohnen könnte sich das Einschalten aber trotzdem.

Das Hauptprogramm von UFC Charlotte wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag. 27. Januar, 22 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 27. Januar, 23 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 28. Januar, 2 Uhr

Hauptkampf: Ronaldo Souza vs. Derek Brunson

Im Hauptkampf von UFC Charlotte kommt es zum Rückkampf zweier Top-Mittelgewichte. Im August 2012 standen sich Ronaldo „Jacaré“ Souza (24-5-0(1)) und Derek Brunson (18-5) unter dem Strikeforce-Banner gegenüber, damals brauchte Souza nur 41 Sekunden, um Brunson die Lichter auszuschalten.

Seitdem ist viel passiert. Beide Kämpfer haben mittlerweile lange UFC-Karrieren hinter sich und dabei Höhen und Tiefen mitgemacht. Für Souza gab es im Octagon tatsächlich lange Zeit ausschließlich Höhen, bevor seine Laufbahn zuletzt dafür umso ärger ins Straucheln kam. Brunson hat entweder gefährlich gut ausgesehen oder eine desolate Leistung abgeliefert. Im Hauptkampf auf FOX bekommen beide die Chance, sich an der chaotischen Mittelgewichtsspitze für noch größere Aufgaben zu empfehlen.

Souza, einer der besten puren Grappler der UFC und definitiv der des Mittelgewichts, kämpfte sich mit fünf Siegen in unmittelbare Titelnähe, ohne aber je seine Chance auf Gold zu bekommen. Sein Momentum wurde denn auch im vergangenen April jäh von Robert Whittaker gestoppt, der ihn auf seiner Verwüstungstour in Richtung Titel in der ersten Runde per Headkick auf die Bretter schickte. Anschließend musste Souza sich wegen einer kaputten Schulter unters Messer legen – O-Ton: „Es war die Mutter aller Verletzungen.“ –  und monatelange Reha über sich ergehen lassen.

Nach Operation, Umzug und Teamwechsel kehrt das nun in Florida beheimatete Krokodil jetzt in seinen natürlichen Lebensraum zurück. Dort wird Derek Brunson auf Souza warten. Der gelernte Ringer debütierte Ende 2012 nach seinem K.o.-Debakel gegen Souza gegen Chris Leben in der UFC und gewann einen einschläfernden Kampf nach Punkten. Anschließend legte Brunson los und gewann sechs von sieben hintereinander, fünf davon vorzeitig.

Was ihn im November 2016 dazu geritten hat, ohne jede Deckung und geradezu lächerlich aggressiv hinter Robert Whittaker herzujagen, bleibt sein Geheimnis – es endete jedenfalls in einer spektakulären K.o.-Niederlage. Nach einem weiteren Rückschlag – einer ultraknappen bis kontroversen Punktniederlage gegen Anderson Silva – fing Brunson jedoch wieder Feuer und knockte Dan Kelly und Lyoto Machida aus.

Jetzt muss er „Jacaré“ dieser Liste hinzufügen, und vielleicht ist dann bald tatsächlich ein Titelkampf drin für Derek Brunson. So unwahrscheinlich das vor einem Jahr noch aussah, aber Souza hätte dazu wohl einen längeren Weg vor sich.

Co-Hauptkampf: Dennis Bermudez vs. Andre Fili

Im zweiten Hauptkampf dagegen stehen sich zwei talentierte Federgewichte gegenüber, die ihrem zeitweisen Hype nicht immer gerecht werden konnten. Während Dennis „The Menace“ Bermudez (16-7) immer wieder mal in die heißen Regionen der Rangliste vorstieß, ist Andre „Touchy“ Fili (17-5) bisher stets an dieser subjektiven Schallmauer gescheitert.

Bermudez kämpft seit 2011 in der UFC, als der gelernte Ringer es bis ins Finale der 14. „The Ultimate Fighter“-Staffel schaffte. Zwar verlor er dabei einen wilden Kampf gegen Diego Brandao, reihte anschließend aber sieben Siege aneinander, die ihn sogar ins Gespräch um einen Titelkampf brachten. Aufeinanderfolgende Niederlagen gegen Ricardo Lamas und Jeremy Stephens zerstörten diese Träume. Seitdem sackte „The Menace“ je zwei weitere Siege und Niederlagen ein.

Jetzt muss Bermudez, der 2013 den aktuellen Champion Max Holloway besiegte, diesen Wackelkontakt abstellen. Andre Fili ist dafür genau die richtige Sorte Gegner: schlagbar, aber bekannt und talentiert genug, damit ein Sieg etwas gilt. Für „Touchy“ Fili dagegen bietet sich hier die Chance auf den wohl wichtigsten Sieg seiner Karriere.

Der Kalifornier debütierte 2013 als kurzfristiger Ersatz in der UFC, verpasste das Gewichtslimit, setzte aber mit einem technischen K.o. gegen Jeremy Larsen ein imposantes Statement. In seinem nächsten Kampf allerdings wurde er gleich gegen den zu dieser Zeit richtig in Fahrt kommenden Max Holloway angesetzt und klopfte im Guillotine Choke ab. In diesem Stil ging es seither weiter: Auf einen Sieg folgte eine Niederlage.

Zuletzt konnte Fili im Vorprogramm von UFC Danzig Artem Lobov auspunkten, jetzt steht ihm mit dem Co-Hauptkampf auf FOX gegen einen Top-Kontrahenten eine vergleichsweise riesige Chance bevor.

Die restlichen Kämpfe von UFC Charlotte

Im Vergleich zu früheren FOX-Ausgaben hinkt Nummer 27 arg hinterher. Große Namen sucht man vergebens auf dem Programm für UFC Charlotte, was aber bekanntermaßen nicht heißen muss, dass der Kampfabend schlecht wird. Gerade auf halber Höhe zwischen erstem und letztem Kampf dürfte es heiß hergehen in North Carolina.

So wird auf dem Hauptprogramm Jordan „All Day“ Rinaldi (13-5) einen Auftritt vor heimischem Publikum bekommen, dabei jedoch auf eine harte Nuss treffen. Gregor „The Gift“ Gillespie (10-0) ist nicht nur in zehn Profi-Kämpfen ungeschlagen – darunter drei in der UFC –, sondern auch ein Division I All-American-Ringer und obendrein der selbsterklärte „beste Fischer im MMA“. Mit einem Sieg und einer Niederlage auf der UFC-Bilanz schrumpft Rinaldis Heimvorteil demgegenüber zumindest auf dem Papier zu einer Formalität.

Action verspricht vor allem das Ende des Vorprogramms. Im Leichtgewicht wird Bobby „King“ Green (23-8-1) versuchen, nach vier Siegen und vier anschließenden sieglosen Kämpfen den Lauf seiner Karriere wieder geradezurücken. Der Kalifornier ist bekannt für extravaganten Stil, große Worte und harte Fäuste, was ihm in der UFC nicht immer zu Erfolg verholfen hat.

Streicht man die ersten beiden Attribute, hat man im Groben auch Erik „New Breed“ Koch (15-5) charakterisiert, dem Duke Roufus-Schüler aus Wisconsin aber haben die harten Hände ebenfalls nicht immer geholfen.

Der gelernte Thaiboxer debütierte 2011 mit einem One Punch-Knockout gegen Raphael Assuncao in der UFC, konnte den daraus entstandenen Hype aber nicht weiter füttern. Vier Siegen stehen mittlerweile ebenso viele Niederlagen und einige lange Verletzungspausen gegenüber. Actionreich geht es trotzdem meist zu, wenn „New Breed“ ins Octagon steigt, ebenso wie beim „King“.

Zuvor wird im Federgewicht eines der besten Talente der letzten Jahre versuchen, wieder auf den grünen Zweig zu finden: Mirsad Bektic (11-1). Nach langer Verletzungspause machte Bektic im Oktober 2016 bei UFC 204 dort weiter, wo er aufgehört hatte und entledigte sich Russell Doanes in der ersten Runde.

Fünf Monate später folgte jedoch der Knall. Nachdem er Darren Elkins bei UFC 209 zweieinhalb Runden lang durch den Käfig geprügelt hatte, landete dieser einen Headkick und knockte das Top-Talent glatt aus. Seit diesem Schocker ward Bektic nicht mehr gesehen und strukturierte stattdessen sein Training im Tristar Gym unter Firas Zahabi um.

Die neue Version des 26-Jährigen soll nun an Godofredo „Pepey“ Castro (13-5) zeigen, wozu sie in der Lage ist. Pepey verlor 2012 den Finalkampf der ersten „TUF: Brazil“-Staffel und gewann und verlor seitdem jeweils eine ganze Handvoll Kämpfe in der UFC. Von eingesprungenen Knie-Knockouts bis zu fliegenden Triangle Chokes war in den letzten sechs Jahren alles dabei, gegen einen Hochkaräter wie Bektic dürfte es also auch in Charlotte in irgendeiner Form ordentlich knallen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC on FOX 27: Jacaré vs. Brunson 2
Sonntag, 27. Januar 2018
Spectrum Center in Charlotte, North Carolina, USA

Hauptprogramm (ran Fighting)
Ronaldo Souza vs. Derek Brunson
Dennis Bermudez vs. Andre Fili
Jordan Rinaldi vs. Gregor Gillespie
Drew Dober vs. Frank Camacho

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Bobby Green vs. Erik Koch
Mirsad Bektic vs. Godofredo Pepey
Katlyn Chookagian vs. Mara Romero Borella
Randa Markos vs. Ji Yeon Kim
Vinc Pichel vs. Joaquim Silva

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Niko Price vs. George Sullivan
Austin Arnett vs. Cory Sandhagen