UFC News

UFC 215: Nunes vs. Shevchenko 2, plus Cejudo, dos Anjos, Stephens und Melendez

Nicht mehr aktuell: Nur zwei der sechs abgebildeten Kämpfer werden in Edmonton ins Octagon steigen (Foto: UFC).

Niederlande, Japan, Polen, Brasilien: Die internationale Tour, auf der die UFC diesen und nächsten Monat unterwegs ist, macht am Wochenende Halt in Kanada. Zum ersten Mal in Edmonton, Alberta aufgebaut, hätte das Octagon dort der Ort von Demetrious Johnsons Chance auf eine historische elfte Titelverteidigung sein sollen. Gegner Ray Borg fiel allerdings am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit krankheitsbedingt aus. Trotz weniger großer Namen bleibt UFC 215 eine Show, die das Potential für jede Menge Action hat.

Das Hauptprogramm von UFC 215 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Zusätzlich zeigen Sky Select und Sky Sport HD 3 das Hauptprogramm zum Preis von 15 Euro.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 10. September, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 10. September, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/Sky): Sonntag, 10. September, 4 Uhr

Hauptkampf: Amanda Nunes (c) vs. Valentina Shevchenko

Die Geschichte wiederholt sich, nur dieses Mal in die andere Richtung. Im Juli sollten UFC-Bantamgewichts-Championess Amanda „The Lioness“ Nunes (14-4) und Valentina „Bullet“ Shevchenko (14-2) UFC 213 mit ihrem Rückkampf anführen. Nunes fiel am Kampftag aus, der Co-Hauptkampf rückte an die Spitze des Events vor.

UFC 215, zwei Monate später, hätte eigentlich von den Fliegengewichten angeführt werden sollen. Der Titelkampf aber fiel am Vortag aus, nun stehen also Nunes und Shevchenko in Edmonton an der Spitze. Ein schlechter Main Event ist das nicht, wie nicht zuletzt ein Blick auf das erste Duell der beiden zeigt.

Selten hat ein Rückkampf in der UFC einen so klaren Narrativ besessen. Nunes und Shevchenko mögen sich nicht sonderlich – so weit, so bekannt aus vielen anderen Rivalitäten. Selten aber hat der erste Kampf so viele deutliche Fragen aufgeworfen, die die Wiederholung mit so hoher Wahrscheinlichkeit klar beantworten wird.

Im ersten Kampf startete Nunes wie gewohnt stark und schnell, brach aber nach der zweiten Runde konditionell ein. Shevchenko dagegen startet häufig langsam, bevor sie mehrere Gänge auf einmal hochschaltet und auf zerstörerische Betriebstemperatur kommt. Auch das war bei UFC 196 so zu sehen, das Duell endete in einem knappen Punktsieg für Nunes.

Unweigerlich aber stellte sich schon damals die Frage, was über fünf Runden geschehen wäre? Shevchenko hat vergangenes Jahr mit einem Punktsieg gegen Ex-Champion Holly Holm gezeigt, dass sie das Zeug für 25 Minuten hat, Nunes dagegen stand für ihre folgenden zwei Siege (gegen Miesha Tate und Ronda Rousey) insgesamt knapp vier Minuten lang im Käfig.

Sofern Nunes ihr Kardio-Problem seitdem nicht in den Griff bekommen hat, wird sie in Kanada wohl ein Finish brauchen, um ihren Gürtel zu behalten. Shevchenko dagegen ist ebenfalls auf den Beinen und der Matte gefährlich, kann aber mit der starken Ahnung ins Octagon steigen, im Zweifel länger durchzuhalten als ihre Rivalin.

Ob es nun einen schnellen Knockout gibt, eine Schlacht über fünf Runden oder etwas dazwischen: Der Hauptkampf von UFC 215 ist einer der hochkarätigsten und potentiell spannendsten Kämpfe, die die Frauen-Gewichtklassen der UFC aktuell hergeben.

Henry Cejudo vs. Wilson Reis

Anstelle des vielleicht besten MMA-Kämpfers aller Zeiten, Fliegengewichtschampion Demetrious Johnson, bekommt Edmonton auf dem Hauptprogramm von UFC 215 nun zwei seiner aktuellsten Opfer zu sehen: Henry „The Messenger“ Cejudo (10-2) und Wilson Reis (22-7) haben beide vor nicht allzu langer Zeit gegen „Mighty Mouse“ verloren und wollen nun ihren Platz im Titelrennen behaupten.

Cejudo, der mit 21 Jahren zweitjüngster US-amerikanischer olympischer Goldmedaillen-Gewinner im Freistilringen wurde, debütierte 2014 in der UFC. Obwohl er im Octagon seine Fähigkeiten im Stand beweisen wollte und damit die immensen Erwartungen an ihn prompt dämpfte, führten vier Punktsiege – u.a. gegen Jussier Formiga und Ex-Titelherausforderer Chris Cariaso – ihn auf direktem Wege zu Johnson.

Gegen den Champion ging Cejudo sang- und klanglos via technischem K.o. in Runde eins unter, Wilson Reis allerdings erging es nicht viel besser. Der BJJ-Schwarzgurt wurde zwei Runden lang nach Strich und Faden dominiert, bevor er im dritten Durchgang im Armbar abklopfte.

Genau wie Cejudo will auch Reis mit einem Sieg in Kanada seine zukünftigen Titelträume am Leben erhalten. Stilistisch dürfte es interessant zu sehen werden, ob Reis den Olympia-Ringer auf die Matte bekommt, ob der mit dem Schwarzgurt dort hin will und, falls eine der beiden Fragen mit Nein beantwortet wird, wie ein Duell im Stand zwischen den beiden gelernten Grapplern ausgehen würde.

Ein hochkarätiger Kampf ist dieses Duell im Fliegengewicht allemal. Ob allzu viele Fans den Sieger nochmals gegen Johnson sehen wollen, steht auf einem anderen Blatt.

Die restlichen Kämpfe von UFC 215

Gute PPV-Zahlen hätte UFC 215 vermutlich auch mit Demetrious Johnson im Hauptkampf nicht gemacht, dabei ist das Octagon-Debüt von Edmonton, Alberta, Kanada gar nicht mal schlecht besetzt, wenn man in die Tiefe schaut.

Auf dem Hauptprogramm dürften im Federgewicht Feuerwerke gezündet werden, wenn Giblert „El Nino“ Melendez (22-6) nach Verletzungen und Doping-Sperre in den Käfig zurückkehrt. Dort wird Jeremy „Lil Heathen“ Stephens (25-14) – der für diesen Kampf seine schon geplante Hochzeit verschoben hat – auf den ehemaligen Leichtgewichtschampion warten.

Beide sind bekannt dafür, auf der Suche nach dem Knockout gerne bis zum bitteren Ende die Fäuste fliegen zu lassen. Die Erfahrung sagt, dass dieser Kampf somit prädestiniert sein dürfte, sich in der Realität als Langweiler zu entpuppen. Das Bauchgefühl rät, sich lieber auf 15 Minuten furioses Spektakel einzustellen.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm wird ein weiterer ehemaliger Leichtgewichtschampion kämpfen, der im Sommer beinahe um den Weltergewichtsgürtel angetreten wäre. Rafael dos Anjos (26-9) wäre, hätte Demian Maia den kurzfristig zustande gekommenen Kampf gegen Tyron Woodley nicht angenommen, bei UFC 214 gegen den Champion angetreten.

So muss er hoffen, sich nach einem Erfolg gegen Tarec Saffiedine im Juni mit einem weiteren Sieg für die Spitze zu qualifizieren. Neil Magny (19-5) ist dabei eine interessante Ansetzung für den Brasilianer. Magny ist groß, zäh und kann eine 22 cm längere Reichweite als sein Gegner vorweisen, hat in der Vergangenheit aber auch gezeigt, dass man ihn mit Druck überwältigen kann.

Genau dafür ist dos Anjos bekannt. Wenn es ihm hier einmal mehr gelingt, sich auch bis 77 Kilo durchzusetzen, könnte bald die Chance auf ihn warten, einer von wenigen UFC-Kämpfern zu werden, die Titel in zwei Gewichtsklassen gehalten haben.

Auf dem Vorprogramm wird der ungeschlagene Kanadier Gavin „Guv‘Nor“ Tucker (10-0) seinen zweiten UFC-Auftritt haben. Das Federgewicht debütierte im Februar bei UFC Halifax und punktete Veteran Sam Sicilia spektakulär aus, ohne Nerven zu zeigen.

Nun folgt mit Rick „The Gladiator“ Glenn (19-4-1) ein ehemaliger WSOF-Champion, der sein eigenes UFC-Debüt vor einem Jahr kurzfristig gegen Evan Dunham verlor, anschließend jedoch Phillipe Nover auspunkten konnte.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 215: Nunes vs. Shevchenko 2
Samstag, 9. September 2017
Rogers Place in Edmonton, Alberta, Kanada

Titelkampf im Bantamgewicht der Frauen (ran Fighting/Sky)
Amanda Nunes (c) vs. Valentina Shevchenko

Hauptprogramm (ran Fighting/Sky)
Henry Cejudo vs. Wilson Reis
Neil Magny vs. Rafael dos Anjos
Ilir Latifi vs. Tyson Pedro
Jeremy Stephens vs. Gilbert Melendez

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Sara McMann vs. Ketlen Vieira
Sarah Moras vs. Ashlee Evans-Smith
Gavin Tucker vs. Rick Glenn
Mitch Clarke vs. Alex White

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Luis Henrique vs. Arjan Bhullar
Kajan Johnson vs. Adriano Martins