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Startzeiten, Kanäle, Kämpfe: So könnt ihr UFC Chile am Wochenende mitverfolgen

Generationenduell: Demian Maia (l.) will den aufstrebenden Kamaru Usman in seine Schranken weisen (Foto: UFC).

Schlägt die UFC irgendwo zum ersten Mal ihre Zelte auf, wird das meist zum Erfolg. Das dürfte auch an diesem Wochenende in Santiago der Fall sein, der Hauptstadt Chiles. Zwar wurde das Programm von einigen Absagen durchgerüttelt, mit Demian Maia gegen Kamaru Usman aber steht ein interessantes Grappler-Duell im Hauptkampf bevor, nachdem sich bereits Action-Garanten wie Vicente Luque, Chad Laprise, Brandon Moreno oder Alexandre Pantoja die Ehre gegeben haben.

Das Hauptprogramm von UFC Santiago wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 20. Mai, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 20. Mai, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 20. Mai, 4 Uhr

Hauptkampf: Demian Maia vs. Kamaru Usman

Es gibt in der UFC wahrlich Kämpfer, die es einfacher hatten als Demian Maia (25-8). Der auf leise Töne und brillantes Grappling spezialisierte Brasilianer ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Kämpfer der Liga – und das in zwei Gewichtsklassen –, konnte aber nie richtig durchstarten.

Mal für Mal wurde er von lauteren, spektakuläreren Kämpfern auf dem Weg zum Gürtel überholt und verlor zu allem Überfluss immer wieder wichtige Kämpfe, darunter seine zwei Titelchancen. Auch dieser Kampf ist undankbar, denn hier muss Maia gegen eines der besten, gleichzeitig relativ unbekannten neuen Top-Weltergewichte eine Negativserie beenden.

Das kann man dieses Mal jedoch niemandem vorwerfen, denn eigentlich war es Santiago Ponzinibbio, der in der gleichnamigen Stadt auf Kamaru „Nigerian Nightmare“ Usman (12-1) treffen sollte. Nach seiner verletzungsbedingten Absage sprang Maia ein, der nun in Chile seinen ersten Sieg in drei Kämpfen holen will. Holen muss, besser gesagt, wenn der 40-Jährige noch irgendwelche Ambitionen pflegen will. Nach einer imposanten Erfolgsserie von sieben Siegen hintereinander, u.a. gegen Gunnar Nelson, Carlos Condit und Jorge Masvidal, ging es 2017 bergab.

Zuerst verlor Maia seinen kurzfristig anberaumten Titelkampf gegen Tyron Woodley, dann wurde er von Colby Covington ausgepunktet. Damit war er, kein halbes Jahr nach seinem letzten Sieg gegen Masvidal, so weit von einem Titelkampf entfernt wie selten zuvor.

Kamaru Usman dagegen feierte 2017 seinen Durchbruch. Mit bereits vier UFC-Siegen im Rücken bezwang der Sieger der 21. „The Ultimate Fighter“-Staffel zunächst im April Sean Strickland nach Punkten, bevor er im September Sergio Moraes ausknockte. Im Januar dieses Jahres dann bezwang er Emil Weber Meek. Jetzt auf Rang sieben gelistet, will der Top-Ringer sich mit Maia einen großen Namen auf das Resümee setzen und im weiteren Verlauf des Jahres an der Spitze angreifen.

Ob ihm das so schnell gelingt, ist fraglich. Zunächst muss er an Maia vorbei, der trotz Niederlagen und Alter auch auf Top-Niveau noch immer ein ernstzunehmender Gegner ist. Dann kämpfen kommenden Monate Colby Covington und Rafael dos Anjos um den Interims-Titel der Gewichtsklasse, dessen Träger dann wohl gegen Champion Tyron Woodley ran darf.

Mit Ponzinibbio, Stephen Thompson und Darren Till steht darüber hinaus noch – selbst abseits etablierter Namen wie Robbie Lawler oder Jorge Masvidal – eine Reihe anderer Namen in den Startlöchern. Für den regelmäßig, aber eben auch meist über die Punkte siegenden Usman könnte das bedeuten, dass noch eine Menge Arbeit zwischen ihm und einem Titelkampf liegt.      

Co-Hauptkampf: Alexa Grasso vs. Tatiana Suarez

Hier hätten eigentlich „Shogun“ Rua und Volkan Oezdemir aufeinandertreffen sollen, Probleme mit dem Visum des Letzteren sorgten aber dafür, dass stattdessen Hamburg die Ehre dieses Halbschwergewichtsduells bekommt. Aufgerückt sind die Strohgewichte Alexa Grasso (10-1) und Tatiana Suarez (5-0), die sich mit einem Sieg in gut sichtbarer Position auf dem Hauptprogramm für größere Aufgaben empfehlen wollen.

Die ungeschlagene Mexikanerin Grasso debütierte Ende 2016 mit großem Hype hinter sich in der UFC, riss mit einem Punktsieg gegen Heather Jo Clark aber niemandem vom Hocker. Prompt folgte gegen Felice Herrig die erste Niederlage und später gegen Randa Markos ein geteilter Punktsieg nach verpasstem Gewichtslimit.

In Santiago muss die 24-Jährige also beweisen, dass sie auch auf UFC-Niveau bestehen kann, und zwar regelmäßig und auf überzeugende Art und Weise. Das will auch Tatiana Suarez, nachdem sie bisher in der UFC die 23. TUF-Staffel gewinnen und anschließend Viviane Perreira schlagen konnte. Die dekorierte Ringerin könnte sich gegen einen halbwegs bekannten Namen in der prestigeträchtigen Position des Co-Hauptkampfes nun einen soliden Anschub für ihre noch junge Karriere besorgen.

Die restlichen Kämpfe von UFC Chile

Wie üblich besticht auch das Programm dieser Fight Night nicht mit großen Namen, auch hier könnte sich der eine oder andere Kampf aber als Knaller erweisen.  

So verspricht auf dem Hauptprogramm das Weltergewichts-Duell zwischen Vicente „The Silent Assassin“ Luque (12-6-1) und Chad „The Disciple“ Laprise (13-2) massig Action. Die beiden können beachtliche Erfolge in der UFC vorweisen und kämpfen am liebsten im Stand, was im fanfreundlichsten Fall am Samstag zu einem Thaibox-Duell auf hohem Niveau führen könnte. Dafür spricht, dass beide zuletzt soliden Erfolg hatten und somit befreit aufkämpfen können. Zumindest auf dem Papier.

Zwei Veteranen treffen im Leichtgewichtsduell mit Zak Cummings (21-5) und Michel „Tractor“ Prazeres (24-2) aufeinander. Die beiden Grappling-Experten haben in der UFC beide Höhen und Tiefen erlebt, zuletzt lief es aber außerordentlich gut. So hat Prazeres seine letzten sechs Kämpfe gewonnen – einziger, deutlicher Wehrmutstropfen: Für die Hälfte davon hat er das Gewichtslimit teils deutlich verpasst, sodass er nun erstmals im Weltergewicht antritt.

Cummings konnte vier seiner letzten fünf Kämpfe gewinnen, darunter zuletzt zwei Aufgabe-Siege hintereinander. Bei ihm steht auf der Minus-Bilanz, dass auch er ein Mal das Gewicht nicht gepackt hat und zuletzt vor über einem Jahr im Käfig stand. 

Zwei aufstrebende Newcomer dagegen hat die UFC im Fliegengewicht aufeinander angesetzt. Brandon „The Assassin Baby“ Moreno (14-4) stürmte 2016 mit Siegen gegen Louis Smolka und Ryan Benoit als Quasi-Unbekannter in die UFC, legte 2017 mit einem Achtungserfolg gegen Dustin Ortiz noch einen drauf und musste sich erst Sergio Pettis in seinem ersten UFC-Hauptkampf im August nach Punkten geschlagen geben.

Alexandre „The Cannibal“ Pantoja (18-3) gewann sein UFC-Debüt im Januar 2017 gegen Eric Shelton, machte sich dann einen Namen, indem er Neil Seerys Abschiedskampf mit einem Guillotine Choke zu einem unbefriedigenden Abschluss für den irischen Fan-Liebling verhalf und musste sich dann im Januar Dustin Ortiz geschlagen geben. Einer der beiden wird sich also am Wochenende als Top-Talent rehabilitieren können, während die Spitze der Gewichtsklasse für den anderen zunächst in weite Ferne rücken wird.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 129: Maia vs. Usman
Samstag, 19. Mai 2018
Movistar Arena in Santiago, Chile

Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Demian Maia vs. Kamaru Usman
Alexa Grasso vs. Tatiana Suarez
Jared Cannonier vs. Dominick Reyes
Diego Rivas vs. Guido Cannetti
Veronica Macedo vs. Andrea Lee
Vicente Luque vs. Chad Laprise

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Zak Cummings vs. Michel Prazeres
Brandon Moreno vs. Alexandre Pantoja
Poliana Botelho vs. Syuri Kondo
Gabriel Benitez vs. Humberto Bandenay

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Enrique Barzola vs. Brandon Davis
Henry Briones vs. Frankie Saenz
Claudio Puelles vs. Felipe Silva