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Rockhold: Romero will keinen Kampf für echte Kerle

Luke Rockhold (Foto: Florian Sädler)

Der ehemalige Mittelgewichtschampion Luke Rockhold (15-3) wird nach einem Jahr Pause im September wieder in den Käfig steigen. Bei der UFC Fight Night 116 wird er auf David Branch (21-3) treffen. Eigentlich hatte Rockhold sich einen größeren Namen für sein Comeback gewünscht, musste sich nach einigen Absagen aber mit der Nummer neun der Mittelgewichts-Rangliste begnügen.

Rockhold konnte bis zum Juni 2016 auf eine beachtliche Siegessträhne von fünf Kämpfen gegen die besten Mittelgewichte der UFC zurückblicken, einschließlich Micheal Bisping, Chris Weidman und Lyoto Machida. Im Rückkampf gegen Bisping verlor er jedoch seinen Mittelgewichts-Gürtel durch K.o. in der ersten Runde.

Seitdem ist viel passiert in der Klasse bis 84 Kilogramm. Bisping verteidigte den Titel zunächst gegen Dan Henderson und wird im November gegen den aus dem Ruhestand zurückkehrenden Georges St.Pierre antreten, so dass die anderen Herausforderer bis dahin auf die Wartebank geschoben wurden. Das veranlasste Rockhold vergangenen Mai, einen Interims-Titel zu fordern. Dem folgte die UFC durch einen Kampf zwischen John Whittaker und Yoel Romero bei UFC 213, aus dem Whittaker siegreich hervorging und damit Interims-Mittelgewichtschampion neben Bisping ist. Rockhold wiederum hatte einen Kampf gegen den Verlierer dieses Titelkampf ins Auge gefasst, konnte sich aber mit Romero nicht auf die Bedingungen einigen.

„Yoel wollte den Kampf verschieben und auf drei Runden begrenzen. Wir kennen ja alle seine Probleme damit, einen echten Kampf zu machen“, so Rockhold. „Ich meine, nennen wir die Dinge beim Namen. Ich war mehr als froh, gegen Yoel zu kämpfen. Ich hätte gern die Möglichkeit gehabt, endlich das Gequatsche zu beenden und ihn zum schweigen zu bringen.“

Romeros Management stellt die Sache dagegen etwas anders dar. Sie wollten den Kampf nur wegen eines verstauchten Knöchels verschieben, Rockhold hätte das aber abgelehnt: „Er wollte von vorneherein gegen David Branch kämpfen, er wollte den Kampf gegen Yoel nicht.“

Rockhold hält Romeros mangelnde Ausdauer für den Grund, dass dieser die Kampfbedingungen nachverhandeln wollte und sich ausschließlich auf einen drei Runden langen Kampf einlassen wollte: „Ich denke, es hätte sich zu seinen Gunsten ausgewirkt. Ich denke, sein Management kennt seine Stärken und ich kenne meine. Ein Kampf über fünf Runden ist ein Kampf für echte Kerle. Das ist der Grund, warum Titelkämpfe über fünf Runden gehen. Das ist ein echter Kampf. Ohne wenn und aber.“

Wessen Darstellung der Kampfverhandlungen auch stimmen mag, fest steht, dass Rockhold das klare Ziel hat, die Mittelgewichts-Division schnellstmöglich zurückzuerobern. „Worauf es letztlich hinausläuft ist: ich kann nicht mehr länger warten“, so Rockhold, „im Juni sollte ich gegen Anderson Silva in Rio kämpfen, aber er nahm den Kampf nicht an. Dann sollte es Gegard Mousasi sein, doch auch den bekam man nicht dazu, in den Kampf einzuwilligen. Ich ging in andere Gewichtsklassen um Shogun Rua oder Fabricio Werdum zu bekommen. Ich versuchte jeden zu kriegen, den ich mir vorstellen konnte, um ein Match zu bekommen, das mich wieder ganz nach vorne bringt, aber niemand wollte einen Kampf gegen mich annehmen. Und jetzt sind wir bei David Branch gelandet, dem einzigen Top-10-Mittelgewicht, das bereit war, diesen Kampf anzunehmen.“

Der Kampf gegen Branch ist also nur der erste Schritt auf dem Weg zurück zum Top-Herausforderer. Und mit Whittaker als Interims-Champion bietet sich auch Rockhold eine Chance auf den Gürtel, noch bevor der Sieger aus Bisping-St.Pierre feststeht.

„Whittaker ist ein harter Kerl und er hat sich seinen Platz verdient“, so Rockhold. „Er hat Jacare geschlagen und Yoel. Er ist ein ernstzunehmender Gegner, aber ich bin mir sicher gegen ihn antreten zu können. Ich denke, er ist im Moment der Beste da draußen. Von den beiden, die derzeit den Gürtel tragen, würde ich sagen, ist er der bessere.“