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Road FC: Openweight-Grand Prix mit Gilbert Yvel, Le Banner und Mighty Mo

Gilbert Yvel (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Totale Freak-Show oder Turnier des Jahres? Je nach Blickwinkel fällt die Reaktion auf den Openweight Grand Prix von Road FC anders aus. Die koreanische Organisation lässt am 12. Mai in China die Superschwergewichte aufeinander los und hat dabei auch Pride-, K-1- und UFC-Veteranen im Gepäck.

Den größten Namen bringt dabei wohl Kickbox-Legende Jerome Le Banner mit. Der Franzose, mit 45 Jahren nicht einmal der älteste Teilnehmer im Turnier, gehört zu den erfolgreichsten Kickboxern der Welt und gewann zwei Jahre in Folge den K-1 World Grand Prix. In der Folge machte Le Banner immer wieder Ausflüge ins Boxen, Wrestling und sogar zum MMA, wo er insgesamt sieben Kämpfe bestritt und drei davon gewann.

Der Kickboxer befindet sich eigentlich schon länger im Ruhestand, doch in den vergangenen Monaten scheint es ihn wieder gepackt zu haben. Im Oktober gab er bei Rizin sein MMA-Comeback, in acht Tagen wird er zudem in Polen gegen den früheren KSW-Champion Marcin Rozalski im Kickboxen antreten und damit den vor sechs Jahren ausgefallenen Kampf nachholen. In China geht es gegen Lokalmatador Wu Lahan, einen Sanda-Champion, der seine fünf MMA-Kämpfen allesamt vorzeitig gewann.

Gilbert Yvel fordert Champion Mighty Mo

Auch Gilbert Yvel ist zurück im Käfig. Der Pride- und UFC-Veteran kommt erneut aus der Rente, nachdem er zuletzt vor anderthalb Jahren Ricco Rodriguez besiegte. Yvel gewann vor 18 Jahren bereits bei Rings ein Openweight-Turnier, bevor er zu Pride wechselte. Der Niederländer erkämpfte sich in den folgenden Jahren einen umstrittenen Ruf, da er seine gefährlichen Fäuste nicht immer regelkonform einsetzte. Insgesamt drei Mal wurde er sogar disqualifiziert, weil er seinen Gegner biss, Don Frye den Finger ins Auge rammte oder bei Fight Festival den Ringrichter K.o. schlug.

Yvel bestreitet in der ersten Runde des Turniers den sportlich interessantesten Kampf, denn er trifft auf den Champion von Road FC: „Mighty Mo“ Silia-Mou Silaga. Auch der 47-jährige Samoaner ist ein K-1-Veteran, konnte dort aber nur regionale Erfolge feiern. Nachdem es im Kickboxen immer weiter bergab ging, verlagerte Silaga sein Interesse in Richtung MMA, kämpfte mehrfach für Bellator, danach in Rumänien und der Schweiz, bevor er fest bei Road FC unterschrieb, wo er seit seinem Sieg über Hong Man Choi den Openweight-Titel hält, den er seitdem zwei Mal verteidigte.

Im dritten Kampf des Abends trifft der rumänische Judoka Alexandru Lungu auf das amerikanische Superschwergewicht Chris „Huggy Bear“ Barnett. Lungu gab sein MMA-Debüt im Jahr 2000 bei Pride gegen James Thompson, kämpft in den letzten zehn Jahren aber fast ausschließlich in seiner Heimat, wo er seine Bilanz mit Aufbaugegnern aufpeppt und als Attraktion vermarktet wird. Mit Barnett wird das also nicht so einfach. Der 31-jährige Amerikaner ist für sein Gewicht erstaunlich beweglich und ein gewiefter Taekwondo-Kämpfer, der sich in Japan und den USA bereits mit mehreren UFC-Veteranen messen konnte.

Das Turnier komplettiert ein asiatischer Rückkampf zwischen dem chinesischen Superschwergewichts-Talent Aorigele und dem Koreaner Jae-Hoon Kim, der noch auf seinen ersten Sieg wartet. 2015 brauchte der 23-jährige Aorigele gerade einmal 24 Sekunden für Kim, der anschließend eine zweijährige Pause einlegte. Der Chinese schlug zuletzt im November Pride-Veteran Kazuyuki Fujita, einen Ersatzkämpfer des Turniers, in der ersten Runde K.o.