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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC Atlantic City am Wochenende mitverfolgen

Wer kommt in Titelnähe: Edson Barboza (r.) oder Kevin Lee? (Fotos: Florian Sädler)

Nostalgiker aufgehorcht: Zum ersten Mal seit 2005 kehrt die UFC am Wochenende an einen der Schauplätze ihrer Frühgeschichte zurück. In der Boardwalk Hall in Atlantic City an der gleichnamigen Küste war die Liga in den frühen 2000ern mehrfach zu Gast, in dem Komplex verlor Georges St. Pierre seinen ersten Kampf gegen Matt Hughes und gewann Tim Sylvia den Schwergewichtsgürtel gegen Ricco Rodriguez. Am Samstag steht eine neue Generation im Rampenlicht: Mit dabei sind u.a. Kevin Lee, Edson Barboza, Thiago Santos und Aljamain Sterling.

Das Hauptprogramm von UFC Glendale wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. April, 1:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. April, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 22. April, 4 Uhr

Hauptkampf: Edson Barboza vs. Kevin Lee

Als wenn es im UFC-Leichtgewicht gerade noch nicht chaotisch genug wäre, dürfte die Gewichtsklasse am Sonntag einen weiteren potentiellen Titelherausforderer haben. Edson „Junior“ Barboza (19-5) und Kevin „The Motown Phenom“ Lee (16-3) haben zuletzt verloren, gehören aber zu den besten Leichtgewichten der UFC und würden sich mit einem Sieg wohl in eine Schlange einreihen, in der gerade bereits Tony Ferguson, Conor McGregor, Dustin Poirier und Eddie Alvarez auf ihre Titelchance warten.

Abseits aller Ranglisten-Implikationen ist das Duell der beiden Top-Leichtgewichte aber auch stilistisch ein Schmaus. Barboza ist einer der besten Thaiboxer der UFC, dessen Highlight-Reels gefüllt sind mit Knockouts via eingesprungenen Kniestößen, Drehkicks und massenweise Lowkicks, mit denen er allein in der UFC bereits zwei Gegner lahmgelegt hat – ein Rekord.

Lee dagegen kam als Ringer zum MMA-Sport. Mittlerweile ist aus dem „Mo-Town Phenom“ ein ganzer MMA-Kämpfer geworden, der auf dem besten Weg ist, sein beträchtliches athletisches Potential auszufüllen. Im Alter von 25 Jahren ist noch viel Luft nach oben für Lee, der bereits jetzt zu den besten Kämpfern der Gewichtsklasse gehört.

Ob das für jemandem vom Schlage Barbozas reicht, wird sich am Wochenende zeigen. Im Oktober gegen Tony Ferguson zog Lee den Kürzeren und musste im Triangle Choke abklopfen. Gegen Namen wie Magomed Mustafaev, Francisco Trinaldo oder Jake Matthews hat Lee gezeigt, dass er selbst sehr talentierten Kämpfern überlegen ist. Jetzt muss er beweisen, dass er auch an der Spitze bestehen kann.

Edson Barboza hat sich dort schon bewiesen, wenn er auch noch nie einen UFC-Titel gewonnen hat. Mit Siegen gegen Gilbert Melendez und Anthony Pettis hat „Junior“ gezeigt, dass er auf höchstem Level bestehen kann, jetzt soll in Form eines UFC-Gürtels die ultimative Bestätigung her.

Co-Hauptkampf: Frankie Edgar vs. Cub Swanson

Dieser Kampf stellt den Zuschauer vor ein moralisches Dilemma: Frankie „The Answer“ Edgar (22-6-1) gegen „Killer“ Cub Swanson (25-8) ist MMA vom Feinsten und verspricht sowohl Action und kurzweilige Unterhaltung als auch ein Ergebnis, das für die Federgewichtsklasse der UFC große Relevanz hat. Edgar allerdings ist erst im März ausgeknockt worden. Ein Aufwärtshaken Brian Ortegas holte ihn bei UFC 219 buchstäblich von den Füßen und ließ ihn bewusstlos auf der Matte zurück. Sollte irgendjemand so früh nach so einer Niederlage schon wieder kämpfen?

Solange die beiden Top-Federgewichte in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Werk sind, dürfte diese Frage in Vergessenheit geraten. Und falls Edgar gewinnt und damit direkt wieder ins erweiterte Titelrennen einsteigt, werden die besorgten Stimmen wohl ohnehin schnell abklingen. Siegt Swanson, womöglich sogar vorzeitig, sieht die Sache ganz anders aus. Dann kann sich die UFC auf eine Menge Kritik gefasst machen, und im Zweifel könnten die Umstände aus Sicht der Öffentlichkeit sogar Swansons Sieg schmälern, denn immerhin war Edgar ja noch nicht wieder bereit, oder?

Dass der Kampf an sich ein MMA-Fest ist, muss kaum extra gesagt werden. Immerhin haben die beiden sich schon einmal im Käfig getroffen – im November 2014 siegte Edgar nach fast fünf Runden hochkarätigen Kampfsports per Aufgabe. Seitdem hat zwar keiner der beiden einen Titel gewinnen können, war aber auch nie weit weg vom Gold-Gürtel.

Nach einigen überzeugenden Siegen standen beide zuletzt kurz vor einem Titelkampf, Swanson musste jedoch gegen Brian Ortega einen Rückschlag einstecken, während Edgar sogar schon gegen Champion Max Holloway angesetzt war, nach dessen Verletzung aber ebenfalls von Ortega geschlagen wurde.

Für beide Veteranen geht es am Samstag also um einiges. Darum, sich noch einmal an der Spitze zu beweisen, darum, vielleicht doch noch einmal um einen Titel kämpfen zu können, darum, eine alte Rechnung zu begleichen und, mehr als ohnehin schon, um die eigene Gesundheit.

Die restlichen Kämpfe von UFC Atlantic City

Auch abseits der beiden Hautkämpfe hat die 128. UFC Fight Night einiges zu bieten. So sollte niemand, der auf Action steht, den Mittelgewichtskampf zwischen David Branch (21-4) und Thiago „Marreta“ Santos (17-5) verpassen.

Branch, ehemaliger WSOF-Champion im Mittel- und Halbschwergewicht, hatte bisher einen eher mäßig erfolgreichen zweiten Lauf in der UFC – einem knappen Punktsieg gegen Krzysztof Jotko folgte eine Aufgabe-Niederlage gegen Luke Rockhold. Nach seiner langen Siegesserie war er zu selbstgewiss und komfortabel geworden, gab Branch nun im Vorfeld seines Kampfes gegen die brasilianische Abrissbirne Santos zu. Den erfolgten Ego-Check wird er brauchen, wenn gegen Santos nicht anstelle des Comebacks ein krachendes Desaster folgen soll.

Santos ist einer jener Kämpfer, die ihre Statements ausschließlich innerhalb des Octagons setzen und damit manchmal trotz teils brillanter Leistungen in der Masse der Kämpfer untergehen. Zwar verliert der Thaiboxer hin und wieder mal einzelne Kämpfe, das Gros seiner Arbeit aber kann sich mehr als sehen lassen. Wenn Santos kämpft, dann knallt es – der 34-Jährige schlägt und kickt Köpfe genauso gerne wie Lebern, gerne auch eingedreht, und hat so zuletzt vier vorzeitige Siege in Folge geholt. Damit ist „Marreta“ eine harte Nuss für jedes Mittelgewicht, und Branch wird in tadelloser Top-Form auflaufen müssen, wenn er nicht die zweite Niederlage in Folge kassieren will.

Zwei junge Talente mit Aufwind treffen zuvor im Bantamgewicht aufeinander. Aljamain „Funk Master“ Sterling (14-3) kam 2014 in die UFC und machte mit einer Mischung aus großer Klappe und soliden Siegen schnell auf sich aufmerksam. Gegen Bryan Caraway folgte 2016 jedoch die erste Niederlage, Anfang 2017 die zweite und Ende des Jahres gegen Marlon Moraes gleich die dritte, als Sterling just dann zum Takedown ansetzte, als Moraes‘ Bein sich gerade auf sein Gesicht zubewegte. Trotzdem bleibt der "Funk Master" ein vielversprechendes Talent im UFC-Bantamgewicht, wie nicht zuletzt Siege gegen Augusto Mendes und Ex-Champion Renan Barao zwischen den Niederlagen zeigen.

Den besorgniserregend gründlichen Knockout gegen Moraes will Sterling nun gegen Brett „The Pikey“ Johns (15-0) hinter sich lassen. Der 26-jährige Waliser kennt die Erfahrung der Niederlage noch nicht, kurz vor Sterlings K.o.-Niederlage holte Johns gegen Joe Soto mittels Calf Slicers eine der besten Submissions des Jahres und verdiente sich damit redlich seinen 50.000-Dollar-Bonus für die „Performance of the Night“. Gegen den bekannteren Sterling soll nun im Duell der gefährlichen Grappler der Durchbruch in die Top Ten her.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 128: Barboza vs. Lee
Samstag, 21. April 2017
Boardwalk Hall in Atlantic City, New Jersey, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Edson Barboza vs. Kevin Lee
Frankie Edgar vs. Cub Swanson
Chase Sherman vs. Justin Willis
David Branch vs. Thiago Santos
Aljamain Sterling vs. Brett Johns
Jim Miller vs. Dan Hooker

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)

Ryan LaFlare vs. Alex Garcia
Merab Dvalishvili vs. Ricky Simon
Siyar Bahadurzada vs. Luan Chagas
Corey Anderson vs. Patrick Cummins

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)

Tony Martin vs. Keita Nakamura