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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC 223 am Wochenende mitverfolgen

Nicht mehr aktuell: Auch das aktualisierte Poster zeigt einen Kämpfer, der mittlerweile ausgefallen ist - Tipp: Er steht unten links (Foto: UFC).

"Number One Bullshit": Auch ohne MMA-Kampf in den letzten eineinhalb Jahren findet Conor McGregor Wege, Schlagzeilen zu produzieren. Dieses Mal warf er in der Tiefgarage des Brooklyner Barclays Centers mit Absperrungen um sich, über Umwege führte das zur Absage ganzer drei Kämpfe. Nach Max Holloways medizinisch bedingter Absage war das Chaos dann perfekt – trotz vorübergehender Überschattung durch nicht-kämpferische Einflüsse hat der zweite Besuch des Octagons in Brooklyn, New York aber noch immer das Potential, auch für spannende Kämpfe in Erinnerung zu bleiben.

Das Hauptprogramm von UFC 223 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 8. April, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 8. April, 4 Uhr

Hauptkampf: Khabib Nurmagomedov vs. Al Iaquinta

Es ist nur passend, dass das vierte Mal, dass der heiß erwartete Kampf zwischen Tony Ferguson und Khabib „The Eagle“ Nurmagomedov (25-0) ausfiel, an einem 1. April publik wurde. An jenem Sonntag postete UFC-Präsident Dana White ein Video auf Instagram, in dem er bekanntgab, dass Tony Ferguson in Los Angeles während eines Pressetermins ausgerutscht war und sich am Knie verletzt hatte. Ironischer geht es kaum.

Wer dachte, die MMA-Götter hätten sich damit an UFC 223 ausgetobt, der hat wohl verständlicherweise sowohl Conor McGregor unterschätzt als auch das Ausmaß von Ersatzgegner Max Holloways Gewichts-Cut. Ersterer zerlegte das restliche Programm, letzterer wurde von der für ihre Risiko-Aversion bekannte New Yorker Sportkommission für kampfunfähig erklärt.

Eingesprungen war kurzfristig Ex-Leichtgewichtschampion Anthony Pettis, der nach Michael Chiesas McGregor-bedingten Ausfalls ohne Gegner dastand, aber auch eine glatte Million für den Kamikaze-Auftrag, ohne spezifische Vorbereitung gegen Nurmagomedov anzutreten, haben wollte. Kurz darauf wurde also Al „Ragin‘ Al“ Iaquinta (13-3-1) als Ersatz für den Ersatz des Ersatzes bekanntgegeben und wird nun, falls nichts mehr schiefgeht, auf Nurmagomedov treffen.

An diesem Punkt ist es den meisten Zuschauern wohl recht egal, wer gegen wen antritt, solange die großen Namen noch dabei sind und der Event überhaupt stattfindet. Die Umstände sind mehr als kurios, man hätte aber auch durchaus einen schlechteren Ersatz als Iaquinta finden können. Der New Yorker, der nun vor heimischem Publikum den größten Kampf seiner Karriere bestreiten wird, aber nicht den Titel gewinnen kann, weil er sich zu schwer einwog, ist wie Nurmagomedov ein guter Ringer.

Wobei die Kategorie „guter Ringer“ nicht mehr viel heißt, wenn es um Nurmagomedov geht, der bisher mit den meisten seiner Gegner scheinbar nach Belieben die Matte wischte. Iaquintas beste Chance dürfte sein, Nurmagomedov irgendwie von sich fernzuhalten und zu versuchen, die Fäuste ins Ziel zu bringen, die schon Diego Sanchez, Joe Lauzon und Ross Pearson ausknockten.

Egal wie der Kampf ausgeht, Iaquinta wird kommende Woche wohl wieder als Immobilienmakler unterwegs sein – eine Tätigkeit, mit der er die letzten Jahre über hauptsächlich seinen Lebensunterhalt verdiente. Diesen Umstand lastete der New Yorker der seiner Meinung nach viel zu schlecht zahlenden UFC die letzten Jahre über immer wieder in teils arg Schimpfwort-lastigen Tiraden an. Dass McGregor Menschen und Maschinen beschädigte: Vermutlich eine Menge Klagegeld. Dass UFC 223 vier Kämpfe weniger hat, als letzte Woche: Vermutlich gehörige PPV-Einbußen für die UFC. Dass jetzt Quengel-Bengel Iaquinta um einen Titel kämpfen darf, den er nicht gewinnen kann, weil jemand anderes zu viel Geld wollte: unbezahlbar.

Co-Hauptkampf: Rose Namajunas (c) vs. Joanna Jedrzejczyk

Run it back: Für “Thug” Rose Namajunas (7-3) genügt es nicht, Joanna „JJ“ Jedrzejczyk (14-1) ein Mal zu schlagen, sie wird es an diesem Wochenende gleich ein zweites Mal tun müssen, wenn sie als legitime Weltmeisterin angesehen werden will. Im November hatte „Thug Rose“ die langjährige Strohgewichts-Championess in der ersten Runde ausgeknockt, deren lange Siegesserie aber brachte ihr einen direkten Rückkampf ein.

Als Grappler-vs-Striker-Duell galt der Kampf vor dem ersten Anlauf, dann knockte die Grapplerin die Strikerin kurzerhand aus. Das macht die Neuauflage dieser Ansetzung umso faszinierender, denn nun ist klar, dass es hier auf allen Ebenen zur Sache gehen kann und nicht nur auf die Art und Weise, die man auf den ersten Blick vermuten würde. Namajunas jedenfalls gibt sich zuversichtlich, das Ergebnis aus dem November in Brooklyn wiederholen zu können.

Jedrzejczyk dagegen ist die letzten Wochen nicht müde geworden, den Medien all die richtigen Dinge zu erzählen. Dass es ihr nicht um Vergeltung gehe, sondern um ihren Gürtel, dass sie ihre Lektionen aus der Niederlage gezogen habe und dass sie ohne Druck befreit aufkämpfen könne. Wer sie im Laufe der Fight Week beobachtet hat, der konnte ihr das leicht glauben. Der polnische Star wirkt gelöst, gut aufgelegt und bereit. Vielleicht bedeutet das, dass wir hier bekommen, was im November vorschnell endete: Einen hochkarätigen Strohgewichts-Titelkampf.

Die restlichen Kämpfe von UFC 223

„Für ihren zweiten Stop in Brooklyn fährt die UFC ein vielversprechendes Programm auf.“ Das sollte ursprünglich der erste Satz dieses Absatzes sein, aber das war, bevor Conor McGregor das Programm eigenhändig von 13 auf zehn Kämpfe zusammenschrumpfen ließ und Max Holloways Gewichts-Cut die Zahl einstellig werden ließ.

Vielversprechende Kämpfe gibt es trotzdem noch. So wird Zabit „ZaBeast“ Magomedsharipov (14-1), ursprünglich im ersten Kampf des Abends versteckt, auf dem Hauptprogramm auf Kyle „Crash“ Bochniak (8-2) treffen. Magomedsharipov debütierte im September bei UFC Rotterdam und jagte dort Mike Santiago mit spektakulären Kicks durch den Käfig, bevor er ihn per Rear Naked Choke zum Abklopfen zwang. Im November holte er gegen Sheymon Moraes den zweiten Sieg, für beide Erfolge gab es einen Bonus für die „Performance of the Night“. Laut Magomedsharipov liegt es an der UFC, wann er Champion im Federgewicht wird.

Um den Weg dahin weiterzugehen, muss er am Wochenende erst einmal an Kyle Bochniak vorbei. Für „Crash“ wechselten sich in der UFC bisher Siege und Niederlagen ab, je zwei kann er im Octagon bisher vorweisen, zuletzt besiegte er im Januar Brandon Davis nach Punkten.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm werden zwei unbekannte, aber ungleich talentiertere Federgewichte aufeinandertreffen. Renato Moicano (11-1-1) kam 2014 ungeschlagen in die UFC und besiegte dort nacheinander Tom Niinimäki, Zubaira Tukhugov und Jeremy Stephens. Zwar stoppte Brian Ortega die Serie des 28-jährigen Brasilianers im Sommer mit einem Guillotine Choke, noch immer wird ihm aber jede Menge Potential zugerechnet.

Calvin Kattar (18-2) dagegen kam nicht mit weißer Weste in die UFC, hat eben jene aber im Octagon bisher bewahrt: Mit Andre Fili und Shane Burgos hat der 30-jährige Amerikaner in seinen ersten beiden Kämpfen gleich zwei starke Gegner geschlagen.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 223: Khabib vs. Iaquinta
Samstag, 7. April 2018
Barclays Center in Brooklyn, New York, USA


Titelkampf im Leichtgewicht (ran Fighting)
Khabib Nurmagomedov vs. Al Iaquinta

Titelkampf im Strohgewicht (ran Fighting)
Rose Namajunas (c) vs. Joanna Jedrzejczyk

Hauptprogramm (ran Fighting)
Renato Moicano vs. Calvin Kattar
Zabit Magomedsharipov vs. Kyle Bochniak
Joe Lauzon vs. Chris Gruetzemacher

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Karolina Kowalkiewicz vs. Felice Herrig
Evan Dunham vs. Olivier Aubin-Mercier
Bec Rawlings vs. Ashlee Evans-Smith
Devin Clark vs. Mike Rodriguez