Boxen

IOC hält Sanktionen gegen Box-Verband AIBA aufrecht

Müssen Amateurboxer bei den olympischen Spielen in Tokyo in zwei Jahren zuschauen? Bereits seit Monaten liegen das Internationale Olympische Komitee und der Weltverband AIBA im Clinch, Förderzahlungen für den Verband gibt es bereits seit Dezember nicht mehr. Nachdem die Forderungen des Komitees nicht ausreichend umgesetzt wurden, droht nun sogar der Ausschluss von den Sommerspielen.

Es bleibt unruhig im Amateurbox-Weltverband AIBA. Nachdem das Internationale Olympische Komitee im Dezember beschloss, die Fördermittel für den finanziell stark angeschlagenen Weltverband einzustellen, reichten die Maßnahmen der AIBA nicht, um die Sanktionen außer Kraft zu setzen. Bei einer Sitzung am Sonntag wurden die Strafen gegen die AIBA aufrechterhalten.

Bereits seit Monaten bemängelt das IOC die Führungsetage des Verbandes, finanzielles Missmanagement sowie Unregelmäßigkeiten und fehlende Transparenz bei der Dopingbekämpfung und Ring- und Punktrichterentscheidungen. Der Verband soll während der Amtszeit des taiwanesischen Präsidenten Wu Ching-Kuo Schulden in Höhe von 30 Millionen angehäuft haben. Der Vorwurf der Untreue steht ebenfalls im Raum.

Ching-Kuo war im November zurückgetreten, eine Ehrung als Ehrenpräsident des Verbands wurde ihm verweigert. An seiner Stelle führt nun der Usbeke Gafur Rachimow interimsweise den Weltverband. Rachimow ist ebenfalls sehr umstritten. Der 66-Jährige wurde vom US-Finanzministerium erst vor wenigen Wochen als einer der führenden Kriminellen Usbekistans bezeichnet und soll in den Handel von Heroin verstrickt sein. Seine Konten bei amerikanischen Banken wurden bereits eingefroren.

Vergangene Woche hatte die AIBA nach einem außergerichtlichen Vergleich einen Streit über ein Darlehen in Höhe von acht Millionen Euro beigelegt. Damit sollte das Vertrauen in den Verband wiederhergestellt werden. Zu wenig für das IOC, dass vom Verband nun einen neuen Bericht bis zum 30. April einfordert und deutlich macht, dass die Teilnahme der Amateurboxer an der Jugendolympiade in diesem Jahr sowie den Olympischen Sommerspielen 2020 vom weiteren Verhalten des Verbands abhängt.