MMA Restliche Welt

Ian McCall gibt Rücktritt bekannt

Ian McCall hat genug (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Er hatte es bereits vor wenigen Wochen durchklingen lassen, nun macht Ian McCall ernst. Der 33-Jährige beendet seine MMA-Karriere, in deren Verlauf er für die WEC, UFC und zuletzt für Rizin FF kämpfte. Näher als McCall kam kein Fliegengewicht einem Sieg über Demetrious Johnson in der UFC.

„Ich trete endlich zurück“, sagte McCall in der MMA Hour von Ariel Helwani. „Ich denke, die Leute haben schon lange darauf gewartet. Ich bin fertig. Dieser Sport hat mir so viel abverlangt. Oder anders formuliert, ich habe dem Sport so viel gegeben. Ich hatte eine gute Zeit, es hat Spaß gemacht, aber es ist vorbei. Ich glaube immer noch, dass ich körperlich mithalten kann. Ich verprügele Typen, das macht Spaß und ich liebe es. Aber mit dem ganzen Pech, dass ich zuletzt hatte und ich hasse es, der Typ zu sein, der darauf hinweist, dass es immer ihm passiert, aber es ist einfach so, komme ich meinem Ziel, der Beste der Welt zu sein, einfach nicht näher. Die Spitze bewegt sich immer weiter weg von mir und ich habe mit diesem Sport angefangen, weil ich der Beste sein wollte. Wenn ich nicht mehr auf diesem Level mithalten kann, dann ist es das einfach nicht mehr wert.“

McCall begann seine MMA-Karriere vor knapp 16 Jahren auf Hawaii. Nach fünf Siegen nahm ihn die WEC unter Vertrag. Dort musste er gegen Charlie Valencia und Dominick Cruz seine ersten Niederlagen einstecken. Diese trafen ihn hart, er kam mit Betäubungsmitteln in Berührung und verstarb fast an einer Überdosis. Erst anderthalb Jahre später kehrte er in den Käfig zurück, gewann einen Aufbaukampf und wurde von Tachi Palace Fights verpflichtet, wo er sich kurz darauf den Titel im Fliegengewicht sicherte und für die UFC interessant wurde.

Diese warb ihn für ihr Fliegengewichtsturnier ab, in dem McCall im Halbfinale auf Demetrious Johnson traf und ihm nach einem Niederschlag in der letzten Runde ein Unentschieden abrang. Im Rückkampf setzte sich Johnson nach Punkten durch, McCall verlor nach einer weiteren Niederlage gegen Joseph Benavidez den Anschluss an die Spitze. Nachdem er immer wieder Pech mit eigenen Verletzungen und kurzfristigen Gegner-Absagen zu kämpfen hatte, entließ ihn die UFC schließlich 2017 aus dem Vertrag. McCall unterschrieb beim Pride-Nachfolger Rizin, aber auch dort sollte er kein Glück haben.

Nachdem er im Halbfinale des Bantamgewichts-Grand Prix eine Platzwunde auf der Stirn erlitt, die ihn den Kampf gegen den weitgehend unbekannten Manel Kape kostete, holte er Anfang Mai den Kampf gegen Kyoji Horiguchi nach. In diesem ging er bereits vom ersten Schlag zu Boden und musste nach neun Sekunden bereits vom Ringrichter geschützt werden. McCall beendet seine Karriere mit 13 Siegen, sieben Niederlagen und dem Unentschieden gegen „Mighty Mouse“.