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GNP1-Matchmaker: Was macht man mit einem Kamaru Usman?

Will den Titel: Kamaru Usman (r.) hat nun acht Kämpfe in Folge gewonnen (Foto: UFC).

Das Debüt der UFC in Chile war von Absagen geplagt, die Fans in Santiago wurden trotzdem mit einigen erinnerungswürdigen Momenten entschädigt. Darunter eines der brillantesten Comebacks des Jahres, als Claudio Puelles kurz vor Schluss Felipe Silva im Kniehebel abklopfen ließ, Gabriel Benitez‘ Slam-K.o. gegen Humberto Bandenay oder Poliana Botelhos krachender Leber-Kick gegen Syuri Kondo. Auch einige der Hauptkämpfer aber konnten überzeugen und haben sich mit teils beeindruckenden Siegen in den Ranglisten nach vorne katapultiert.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Kamaru Usman

Schön war es nicht, selten mittlerweile auch nicht mehr, trotzdem hat Kamaru Usman am Wochenende Demian Maia besiegt und dürfte sich damit an der Weltergewichtsspitze etabliert haben. Denn mit acht Siegen in Folge hat „The Nigerian Nightmare“ die zweitlängste Siegesserie in der Geschichte der Weltergewichtsklasse aufgebaut.

Ob ihm das etwas bringt, ist die nächste Frage. Denn einige dieser Siege waren nicht das, was einen Kämpfer zum Star macht. Nur zwei Kämpfe hat der Top-Ringer vorzeitig beendet, der Rest waren weitestgehend unspektakuläre Punktsiege. Damit dürfte der 31-Jährige trotz beeindruckender Bilanz noch mehrere Kämpfe vom Titel entfernt sein, heutzutage scheint immerhin das Mundwerk eines Colby Covington, der kommenden Monat um den Interims-Titel kämpft, mehr zu bedeuten als Arbeitsmasse.

Für Usman bleibt dabei der Verlierer eben jenes Interims-Titelkampfes, also Covington oder Rafael dos Anjos, oder der Verlierer des Hauptkampfes von UFC Liverpool an diesem Wochenende, in dem Stephen Thompson auf Darren Till trifft. Da die UFC aber meist lieber Gewinner gegen Gewinner ansetzt, könnte auch schlicht das für Chile ausgefallene Duell gegen Santiago Ponzinibbio nachgeholt werden, der in der UFC seinerseits sieben Kämpfe hintereinander gewonnen hat. Der Sieger des Kampfes Ponzinibbio vs. Usman würde sicherlich einen großen Schritt in Richtung Titelkampf machen. Nächster Gegner: Santiago Ponzinibbio

Tatiana Suarez

Im noch immer eher dünn besetzten Strohgewicht der Damen kommt man mit wenigen guten Siegen in der Rangliste recht weit nach vorne. Tatiana Suarez dürfte sich mit ihrem Aufgabe-Sieg gegen Alexa Grasso in die Top Ten gekämpft haben.

Für die ungeschlagene TUF-Siegerin sollte damit ein recht großer Sprung in Sachen Gegner-Niveau bevorstehen. Grasso war auf Rang Neun gelistet, Suarez auf der Zwölf. Das dürfte sich in den nächsten Tagen umkehren, womit Suaraz in Reichweite von Namen wie Michelle Waterson oder Felice Herrig kommen würde.

Herrig hat zwar ihren letzten Kampf knapp nach Punkten gegen Karolina Kowalkiewicz verloren, wurde aber schon häufiger als Härtetest für aufstrebende Kämpferinnen genutzt. Den hat sich Suarez nach drei Siegen in der UFC verdient – schlägt sie einen Namen wie Herrig, spielt sie oben mit im Strohgewicht. Nächste Gegnerin: Felice Herrig

Vicente Luque

Ein K.o. wurde erwartet, ein K.o. ist es geworden: Vicente Luque zeigte mit seinem Erstrunden-Knockout gegen Chad Laprise wieder einmal, warum er einer der am meisten unterschätzten Kämpfer im UFC-Weltergewicht ist. Seit 2015 hat „The Silent Assassin“ nur gegen Leon Edwards verloren, dafür aber auch sechs Kämpfe gewonnen, und zwar allesamt vorzeitig, sauber aufgeteilt in drei Knockouts und drei Submissions.

Wäre die Gewichtsklasse nicht so proppenvoll, hätten wir wohl schon viel mehr von Luque gehört, so aber muss der Brasilianer jede Menge Arbeit an der Basis erledigen, um auf sich aufmerksam zu machen. Einen Platz in der Rangliste verdient Luque trotzdem, oder zumindest einen Kampf, der ihn dort hinbringt. Dong Hyun Kim wäre ein solider Gegner, der ihm im Falle eines Sieges Eintritt zur Elite-Liste verschaffen könnte. Nächster Gegner: Dong Hyun Kim