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GNP1-Matchmaker: Saint Preux erfüllt seine Pflicht, Saki die Erwartungen

Wieder zurück an die Spitze: Ovince Saint Preux (Foto: Florian Sädler).

Trotz Verletzungsabsagen und versemmelten Gewichts-Cuts bot UFC Japan am Wochenende doch noch den einen oder anderen spektakulären Moment. Vor allem auf dem Hauptprogramm überzeugten einige der Namen, von denen ohnehin eine spektakuläre Leistung erwartet wurde.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Ovince Saint Preux

Den Umständen entsprechend hätte UFC Japan nicht besser laufen können für Ovince Saint Preux. Erst war „OSP“ gegen eine Legende angesetzt, die er 2014 bereits in einer halben Minute besiegt hatte, die seitdem aber neuen Aufwind generiert zu haben schien.

Dann fiel „Shogun“ Rua nur Tage vor dem Rückkampf verletzt aus und wurde durch ein ehemaliges Welter- und Mittelgewicht ersetzt. Der nach drei Niederlagen in vier Kämpfen noch immer unter Druck stehende Saint Preux hatte in beiden Szenarien nur wenig Ansehen zu gewinnen. Zumindest aber startete er am Wochenende mit seinem 110-Sekunden-Sieg gegen Yushin Okami wieder eine Siegesserie – und zwar ohne einen einzigen Schlag gelandet oder kassiert zu haben. Rein, raus, unverletzt bezahlt werden.

Mit seinem dritten UFC-Sieg via Von Flue Choke hat „OSP“ dabei zusätzlich noch seine Marke gestärkt, wenn der Sieg an sich in den Augen der Öffentlichkeit schon lediglich eine Pflicht war. Saint Preux residiert in der offiziellen Rangliste noch immer auf Platz sechs, die Top Five dagegen wird hauptsächlich von Kämpfern bevölkert, die Saint Preux bereits geschlagen haben.

Der bleibt erst einmal ein Top-Kämpfer, der lediglich gegen die Elite verloren hat und trotzdem weiter oben mitspielt. Ähnliches gilt für Glover Teixeira und Misha Cirkunov, die sich im Dezember gegenüberstehen werden. Falls der Rückkampf gegen „Shogun“ nicht nachgeholt wird, wäre der Sieger dieses Duells ein guter nächster Gegner für Saint Preux. Nächster Gegner: Glover Teixeira oder Misha Cirkunov

Jéssica Andrade

Bis zum vergangenen Wochenende sah es so aus, als wenn bis auf Championess Joanna Jedrzejczyk niemand Claudia Gadelha im UFC-Strohgewicht das Wasser reichen könnte. Jéssica Andrade hat diese Theorie in Japan in Form eines so blutigen wie eindeutigen Punktsieges wiederlegt und sich damit an der Spitze der Gewichtsklasse behauptet.

Ob es für einen weiteren Titelkampf in näherer Zukunft reicht, ist fraglich, schließlich hat „Bate Estaca“ erst im Mai deutlich gegen Jedrzejczyk verloren. Ein anderer renommierter Name bei den Strohgewichten ist Tecia Torres, die sich bisher lediglich der nächsten Titel-Herausforderin Rose Namajunas nach Punkten geschlagen geben musste und zuletzt zwei Siege in Folge geholt hat.

Ein Duell mit Andrade würde bestimmen, wer im kommenden Jahr (wieder) einen Anlauf in Richtung Gold starten kann. Nächste Gegnerin: Tecia Torres

Gökhan Saki

Nach zweieinhalb Jahren außerhalb des Rings gab K1-Star Gökhan Saki am Wochenende sein Kampfsport-Comeback im Octagon. Zwar hatte „The Rebel“ mit dem bereits aus drei aufeinanderfolgenden Niederlagen kommenden Henrique da Silva keinen Elite-Gegner vor den Fäusten und musste trotzdem zwischenzeitlich einiges einstecken. Trotzdem: Der spektakuläre One-Punch-Knockout gegen Ende der ersten Runde war genau das, was Saki in seinem Debüt gebraucht hat.

Wie es weitergeht für den Niederländer, das bleibt dagegen unklar. Ins Titelrennen wird er so schnell nicht einsteigen, dass er aber ebenso nicht nur ein öffentlichkeitswirksames Gimmick für die Liga ist, dürfte zumindest sein Anspruch sein. Bis auf weiteres hat der krachende K.o. am Wochenende vor allem das gezeigt, was wir ohnehin schon von ihm wussten: dass er ein brandgefährlicher Standkämpfer ist.

Für Saki kommt es jetzt darauf an, sich ganz auf MMA einzustellen und etwaige Löcher in Sachen Ringen, Jiu Jitsu und Transitions zu stopfen – zumindest, wenn er nicht auf einem seltsamen Plateau feststecken will, auf dem er jeden Gegner zerlegt, der ihn nicht zu packen bekommt, aber regelmäßig an den fähigeren Grapplern oder generell den Top-Kämpfern scheitert.

Auf dem Weg zur Erfüllung des Potentials, das er ins Octagon mitbringt, wären einige weitere Kämpfe außerhalb der Top 15 wohl das Beste für Saki und Fans. Für Halbschwergewichte aus dem Mittelfeld dagegen vermutlich nicht so sehr. Nächster Gegner: Steve Bossé